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Polizei durchsucht erneut Villa in Bakum

Ermittler sollen teure Autos und wertvolle Einrichtungsgegenstände beschlagnahmt haben. Dem mittlerweile inhaftierten Jungunternehmer aus dem Emsland wird Betrug in großem Stil vorgeworfen.

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Einsatz in Hausstette: Die Polizei soll zahlreiche Vermögensgegenstände gesichert haben. Foto: M. Niehues

Einsatz in Hausstette: Die Polizei soll zahlreiche Vermögensgegenstände gesichert haben. Foto: M. Niehues

Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hat nach Informationen dieser Zeitung erneut Durchsuchungen in einer Villa im Bakumer Ortsteil Hausstette durchgeführt. Die Staatsanwälte ermitteln seit Monaten gegen den 30-jährigen Hendrik Holt und dessen Familie sowie weitere Beteiligte. Der Unternehmer sitzt seit dem 17. April in Untersuchungshaft. Auch seine Mutter, sein 27-jähriger Bruder und seine 24-jährige Schwester wurden festgenommen. Holt sitzt in der JVA Oldenburg ein, seine Mutter in der JVA in Vechta, seine Schwester in einem bayrischen Gefängnis.

Die Ermittler sind davon überzeugt dass die Familie die Anleger von Windparkanlagen im großen Stil betrogen hat. Hierfür sollen Dokumente gefälscht worden sein, um Investoren Millionen-Summen für Windanlagen zu entlocken, die nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft nie gebaut werden sollten.

Sondereinheit beschlagnahmt Luxusgüter

Schon bei einer ersten Durchsuchung in Hausstette sollen die Ermittler im April rund 100 Nobel-Handtaschen sowie Luxusuhren, einen AMG-Mercedes und Bargeld sichergestellt habe. Am Mittwoch dieser Woche verschaffte sich eine Sondereinheit der Polizeidirektion Osnabrück mit Hilfe eines Schlüsseldienstes Zutritt zu dem inzwischen verlassenen Wohnhaus. Wertvollen Ausstattungsgegenstände und Designer-Möbel sollen nach Informationen dieser Zeitung mit einem Kuckuck versehen worden sein. Zudem sollen mehrere Räume versiegelt worden sein.

Durften die Ermittler zunächst offenbar nur Geld und Wertgegenstände der Holt Holding sicherstellen, kann die Staatsanwaltschaft nun dem Vernehmen nach belegen, dass möglicherweise ergaunertes Geld für Fahrzeuge, Möbel und Luxus-Gegenstände der Familie ausgegeben wurde.

Die Staatsanwälte sollen mehrere Nobelkarossen sichergestellt haben. Foto: M. Niehues Die Staatsanwälte sollen mehrere Nobelkarossen sichergestellt haben. Foto: M. Niehues 

Der Vater und weitere nicht inhaftierte Geschwister von Holt sollen weiterhin mit Luxus-Autos durch den Landkreis Vechta gefahren sein. Die Familie soll versucht haben, drei auffällige Fahrzeuge der Marke Bentley mit einem Neuwert von je 300 000 Euro zu verkaufen. Diese sollen aber rechtzeitig von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden sein. Außerdem seien ein Porsche Cayenne sowie weitere Luxusuhren und Handtaschen sichergestellt worden.

Ermittler verhindern Auslieferung eines Porsches

Wie zu erfahren war, soll Holt kurz vor seiner Festnahme noch einen Porsche im Wert von 100 000 Euro für die Freundin seines Bruders bestellt haben. Die Auslieferung sollen die Ermittler rechtzeitig gestoppt haben. Auch mehrere Millionen ins Ausland verschobene Euro soll die Staatsanwaltschaft sichergestellt haben. Die Immobilie in Hausstette, die laut Grundbuch der Mutter gehört habe, sei ebenfalls beschlagnahmt worden.

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