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Pfingstmontag im Freien ist Cloppenburger Wirten zu wenig

Die mögliche Öffnung ihrer Biergärten und Terrassen fällt in den meisten Gastro-Betrieben wohl aus – trotz Lockerung. Allein für den Montag rechnet sich der Aufwand kaum. Wie kalkulieren die Wirte?

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Schön wär's! Trotz sinkender Inzidenz bleiben die meisten Biergärten und Terrassen im Kreis Cloppenburg voraussichtlich geschlossen. Foto: dpa/Dittrich

Schön wär's! Trotz sinkender Inzidenz bleiben die meisten Biergärten und Terrassen im Kreis Cloppenburg voraussichtlich geschlossen. Foto: dpa/Dittrich

Ab Montag dürften Gastronomen im Kreis Cloppenburg ihre Außenplätze wieder öffnen, wenn die Inzidenz bis Samstag kreisweit unter 100 bleibt. Die Corona-Lage entspannt sich, aber die Öffnung ergibt für die meisten nur einen Sinn, wenn das Wetter mitspielt. Und da sieht es nicht gut aus. "Wer hat schon Lust, sich bei 4 Grad nach draußen zu setzen und gepflegt zu speisen?“, meint Klaus Fleming, Kreisvorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga)  „Was mache ich, wenn ich gerade serviert habe und es regnet?", fragt sich der Cloppenburger Restaurantchef: "In die Innenräume ausweichen können meine Gäste nicht. Und so viele Schirme kann ich gar nicht haben.“

An der Talsperre bleibt's bei Verkauf am Fenster

Wegen der schlechten Wetteraussichten hat sich Heinrich Göken, Inhaber des Hotels Seeblick an der Thülsfelder Talsperre, schon von der Idee, die Terrasse zu öffnen, verabschiedet. "Wenn das Wetter einigermaßen ist, werden wir lediglich wie bisher unseren Fensterverkauf to go anbieten", sagt er. Das darauf folgende Wochenende allerdings hat er bereits fest in den Blick genommen. "Das Personal ist informiert und steht Gewehr bei Fuß, damit wir langsam hochfahren können", erzählt der Hotelier. "Am Wochenende nach Pfingsten wollen wir das, was dann möglich ist, machen."

Eine Hürde sieht er jedoch in den Testvorgaben. "Auch bei der Außengastronomie ist ja ein negativer Schnelltest nötig", gibt er zu Bedenken. "Da müssen die Gäste also ihr Ausgehverhalten an die Testkapazitäten anpassen, und die sind ja nicht so toll." Die Möglichkeit, vor Ort im Beisein eines Mitarbeiters einen Selbsttest durchzuführen, sei da keine Alternative. "Dafür kann ich kein Personal abstellen", sagt Göken. "Das kann ich für anreisende Hotelgäste machen, aber nicht, wenn jemand eine Tasse Kaffee trinken will."

"An klassischen Ausflugszielen nur für den Montag den Betrieb hochzufahren ist logistisch schwierig und betriebswirtschaftlich nur begrenzt sinnvoll."Hildegard Kuhlen (Dehoga-Geschäftsführerin)

Seine Überlegungen decken sich mit den Erkenntnissen, die Hildegard Kuhlen, Geschäftsführerin des Dehoga-Bezirks Weser-Ems, aus Gesprächen mit Gastronomen gewonnen hat. "Wir haben da jetzt keine Umfrage gemacht", sagt sie, "aber wenn das Gespräch drauf gekommen ist, sagen mir die meisten, dass sie bei der angekündigten Wetterlage eher nicht aufmachen werden." Bei schönem Wetter wäre das anders, auch wenn es eine Herausforderung wäre. "An klassischen Ausflugszielen nur für den Montag den Betrieb hochzufahren ist logistisch schwierig und betriebswirtschaftlich nur begrenzt sinnvoll", gibt Kuhlen zu bedenken.

„Bei Betrieben, die ausschließlich auf Getränke abstellen, mag das ja alles noch gehen", meint Klaus Fleming, " aber bei mir, der ich Lebensmittel einkaufen, für den Verzehr vorbereiten muss, bedeutet Außenöffnung einen hohen Aufwand und viel Arbeit, bevor ich etwas anbieten kann. Jetzt 2 Tage öffnen und danach vielleicht wieder für länger schließen, das ist keine Option." Fleming sieht die Öffnung der Außengastronomie als überflüssiges „Bonbon“ der Politik, das man „sich meiner Meinung nach hätte sparen können".

Alle hoffen jetzt auf Wochenende nach Pfingsten

Die meisten richten ihr Augenmerk lieber auf das Wochenende nach Pfingsten. Da aber könne es dann zu kuriosen Situationen kommen. "Übernachtungsgäste im Hotel dürfen ja wohl im Haus verköstigt werden", sagt sie. "Da kann es dann also passieren, dass die innen sitzen und draußen vor dem Fenster die Gastronomiegäste frieren." Das sei eine der vielen Corona-Stilblüten, mit denen man umgehen müsse, über die sich aber auch schon einige Gastronomen beschwert hätten. "Insgesamt hoffen einfach alle, dass es nicht mehr lange so weitergeht."

Bernd Sieger zum Beispiel, Inhaber des Gasthofs Sieger in Thüle. Er wird wie Göken am Pfingstmontag nicht öffnen, hat aber schon Pläne für das Wochenende danach. "Da wollen wir wieder unser Mittags- und Abendbuffet anbieten", sagt er. "Wenn das Wetter passt." Eingekauft wird freitags, da könne man das ja schon absehen. "Und dann", freut sich der Gastronom, "gibt es endlich wieder ein Bier vom Fass für die Gäste." Grund genug, das Fahrrad aus der Garage zu holen.

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