Paukenschlag beim Lohner Kunststoffproduzenten Pöppelmann: Geschäftsführer Matthias Lesch verlässt nach 24 Jahren das Unternehmen
Überraschende Nachricht aus dem Beirat des Familienunternehmens: Die Lesch-Nachfolge zum 1. Juli ist bereits geregelt. Zu den Hintergründen des Abgangs von Lesch macht man keine Angaben.
Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft: Dafür stand in der bisherigen Unternehmensführung von Pöppelmann insbesondere Matthias Lesch. Sichtbarer Beleg der Bemühungen des Kunststoffverarbeiters um nachhaltige Produktion ist der im vergangenen Jahr von der Deutschen Energieagentur ausgezeichnete Neubau der Halle 43 in Lohne-Brockdorf. Foto: Pöppelmann
Man darf die Nachricht durchaus als einen veritablen Paukenschlag bezeichnen: Matthias Lesch wird zum 30. Juni aus der Geschäftsführung des Lohner Kunststoffproduzenten Pöppelmann ausscheiden und das Unternehmen verlassen. Darauf haben sich laut einer Mitteilung der Beirat des Familienunternehmens und Lesch einvernehmlich verständigt. In verschiedenen Funktionen habe der 48-Jährige den bekannten Kunststoffverarbeiter „maßgeblich mitgeprägt“, so unter anderem in den Bereichen Internationalisierung, Marketing, Innovation und Kreislaufwirtschaft.
Geschäftsführer Matthias Lesch wird den Lohner Kunststoffproduzenten Pöppelmann verlassen. Foto: Pöppelmann/Timo Lutz
Lesch ist seit dem Jahr 2001 für Pöppelmann tätig, seit Mai 2019 in der Geschäftsführung. In der Mitteilung wird Gesellschafterin und Beiratsvorsitzende Catherin Vitale zitiert: „Matthias Lesch hat 24 Jahre maßgeblich zum Erfolg von Pöppelmann beigetragen.“ Man danke dem Geschäftsführer für seinen Einsatz. Zu den Gründen des Abgangs von Lesch bezieht das Unternehmen keine Stellung. In einer internen Nachricht an die Beschäftigten der Unternehmensgruppe sprechen die Gesellschafter von einer nicht leichten Entscheidung für alle Beteiligten. „Hintergrund ist, dass die Vorstellungen über die zukünftige Ausrichtung von Pöppelmann zu weit auseinandergingen.“
Lesch selbst wollte auf Anfrage keine Stellung zu seiner Demission beziehen und verwies auf die Mitteilung. In dieser heißt es, dass er nach 24 Jahren „mit großer Dankbarkeit“ gehe. Pöppelmann sei erfolgreich durch seine Menschen und werde das auch in Zukunft sein, „da bin ich sehr zuversichtlich“. Im Intranet verwies er auf seinen Abgang „mit Wehmut“ – Pöppelmann sei „stark aufgestellt“.
Der Beirat hat bereits Bernd Moormann ab dem 1. Juli zum Geschäftsführer berufen. Der 45-jährige Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieur, der in Cappeln-Elsten zu Hause ist, kam 2017 zu Pöppelmann. Im Unternehmen verantwortete er zuletzt als Divisionsleiter K-Tech die Automotive-Sparte sowie das konzernweite Supply-Chain-Management und den Bereich Technik und Service.
Bilden ab dem 1. Juli die neue Geschäftsführung der Pöppelmann-Gruppe: (von links) Bernd Moormann, Norbert Nobbe und Christian Schwarck. Foto: Pöppelmann/Timo Lutz
Moormann wird gemeinsam mit den weiteren Geschäftsführern Norbert Nobbe und Christian Schwarck die Unternehmensgruppe führen, die mit 2500 Mitarbeitenden weltweit an sechs Standorten Standard- und Sonderanfertigungen aus Kunststoff produziert. Allein in den drei Werken am Stammsitz in Lohne sind rund 2200 Beschäftigte tätig.
Die Gesellschafter sehen Pöppelmann laut Mitteilung „für die Zukunft hervorragend aufgestellt“. Man wolle gemeinsam mit den Mitarbeitenden „den erfolgreichen Weg als Familienunternehmen konsequent weiterverfolgen“, so Vitale.