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Pandemie trifft Handwerk mit voller Wucht

Hohen Beratungsbedarf und eine starke Belastung durch die Folgen der Coronakrise hat die Handwerkskammer Oldenburg bei ihren Mitgliedsbetrieben registriert.

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Würdigung: Manfred Kurmann (links) bekam die Urkunde, Ehrenpräsident der Handwerkskammer Oldenburg zu sein, von Kammerpräsident Eckhard Stein überreicht. Foto: Torsten Heidemann

Würdigung: Manfred Kurmann (links) bekam die Urkunde, Ehrenpräsident der Handwerkskammer Oldenburg zu sein, von Kammerpräsident Eckhard Stein überreicht. Foto: Torsten Heidemann

Von einer guten Konjunkturlage ging es abrupt in den Abschwung: So hat Kammerpräsident Eckhard Stein die Lage im regionalen Handwerk bei der Vollversammlung der Handwerkskammer Oldenburg beschrieben. „Die Pandemie hat auch uns mit Wucht getroffen. Die Bandbreite der Betroffenheit ist groß. Insgesamt müssen wir leider feststellen, dass die Umsatzverluste erheblich sind“, sagte Stein.

Thema Ausbildung rückt bei Betrieben in den Fokus

Mitte Mai hätten deutschlandweit 63 Prozent der Betriebe von Umsatzrückgängen, 45 Prozent von Auftragsstornierungen, 33 Prozent von fehlendem Material und 24 Prozent von Personalmangel berichtet. Präsident Stein und Hauptgeschäftsführer Heiko Henke trugen zudem Rückmeldungen der Mitgliedsbetriebe vor. Demnach habe es ein hohes Beratungsaufkommen zu den Finanzhilfen und Hygienevorschriften gegeben.

Mittlerweile rücke das Thema Ausbildung wieder mehr in den Fokus. "Wir freuen uns, dass im Konjunkturprogramm eine Ausbildungsprämie für die Betriebe enthalten ist", sagte Eckhard Stein. Die politische Absicht laute, 2000 Euro für jeden Ausbildungsplatz zu zahlen, wenn der Betrieb die Anzahl seiner Ausbildungsplätze im Vergleich zu den vergangenen drei Jahren konstant hält. Baue er zusätzliche Plätze auf, erhielte er 3000 Euro pro neuen Lehrvertrag. Das Geld würde nach der Probezeit ausgezahlt.

Kammer hat neuen Ehrenpräsidenten

Eine besondere Auszeichnung erhielt Manfred Kurmann. Der Zimmer- sowie Maurer- und Betonbauermeister ist nun Ehrenpräsident der Handwerkskammer

Oldenburg. Kurmann war von 2014 bis 2019 Präsident der Kammer. Sein Nachfolger Eckhard Stein überreichte ihm die Urkunde und würdigte seine Verdienste: „Der Einsatz von Manfred Kurmann für die duale Bildung, für die Qualität in der Ausbildung sowie für die Gleichwertigkeit und Durchlässigkeit der Bildungswege war großartig.“ Stein betonte drei Attribute Kurmanns: "Tatkräftig. Schnörkellos.Zielorientiert."

Nachhaltigkeitsgedanke gewinnt an Bedeutung

Zuvor beschloss die Vollversammlung einstimmig ein Grundsatzpapier "Nachhaltigkeit und Handwerk". Dabei handelt es sich um eine Darstellung der Leistungen und Potenziale des Handwerks in den drei Feldern Ökonomie, Ökologie und Soziales, entsprechend der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Hauptgeschäftsführer Heiko Henke: "Das Handwerk ist ein Garant für Nachhaltigkeit. Für uns und für nachfolgende Generationen wird der Umgang mit Ressourcen zu einem großen Thema."

Der Vollversammlung gehören 26 Arbeitgeber- und 13 Arbeitnehmervertreterinnen und -Vertreter an. Das oberste Gremium der Handwerkskammer tagt zweimal jährlich. Aufgrund der Pandemie fand die Versammlung diesmal unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Zum 31. Mai lag die Zahl der Mitgliedsbetriebe bei 12855 (Vorjahr: 12696). Zurzeit finden persönliche Beratungen nach vorheriger Terminabsprache in gesonderten Räumen und unter Einhaltung der Hygienevorschriften statt.

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