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Pandemie drückt die Innovationskraft deutscher Unternehmen

Was hat Corona mit Innovationen in der deutschen Wirtschaft gemacht? Laut einer Studie viel. Demnach hat die Pandemie den Unternehmen nach eigener Einschätzung viel an Mut und Kraft für Neues geraubt.

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Archivfoto: Max Meyer

Archivfoto: Max Meyer

Der Anteil der Unternehmen in Deutschland, die sich als innovativ einschätzen, sinkt. Das ist ein Ergebnis einer am Donnerstag vorgestellten Studie der Bertelsmann Stiftung. Demnach bezeichnet sich derzeit nur noch jedes fünfte deutsche Unternehmen als besonders innovativ. 2019, also vor der Corona-Pandemie, war es noch jeder vierte Betrieb. Grundlage für die Bewertung ist eine repräsentative Befragung von mehr als 1000 Firmen nach ihrer Selbsteinschätzung. Im Zeitraum von 2019 bis 2022 stieg der Anteil der Unternehmen, die nicht aktiv nach Neuerungen suchen, von 27 auf 38 Prozent.

In der gesamten Wirtschaft ging laut Studie die Innovationsleistung seit 2019 um 15 Prozent zurück. Für die Innovationsleistung wurde Unternehmen befragt, in welchem Umfang sie Produkt-, Prozess-, Marketing- oder Geschäftsmodell-Innovation umgesetzt haben.

Studienautor spricht von „schwerwiegenden Folgen“

"Diese Entwicklung wird schwerwiegende Folgen für die Stellung deutscher Unternehmen auf den Weltmärkten haben", sagte Studienautor Armando García Schmidt von der Bertelsmann Stiftung mit Blick auf den Abwärtstrend. "Unsere Studie zeigt klar, dass Unternehmen wettbewerbsfähiger und widerstandsfähiger gegen Krisen sind, je stärker ihr Innovationsprofil ist", sagt der Experte. Innovationsstarke Firmen leisten, so García Schmidt, auch einen dynamischeren Beitrag zur Beschäftigungsentwicklung.

Für die Studie haben die Autoren sieben innovative Milieus identifiziert. An der Spitze stehen Technologieführer, am Ende Unternehmen ohne Innovationsfokus. Dazwischen gibt es Firmen, die zum Beispiel nur zufällig investieren.

Geplante Innovationen wurden häufig verschoben

Dabei hat Corona laut Studie das Ungleichgewicht verschärft. Mehr als ein Viertel der Unternehmen hat demnach während der Pandemie geplante Innovationen verschoben oder ganz abgesagt. Bei den ohnehin bereits risikoscheuen Firmen war der Anteil noch großer. Hier haben 42 Prozent der Unternehmen Investitionen in Neuerungen gestrichen. Bei den innovationsstärksten Milieus waren es dagegen nur 10 Prozent.

Wirtschaftlicher Erfolg und ein Zuwachs bei den Beschäftigten ist laut Studie eng mit dem Innovationsprofil der Unternehmen verknüpft. So liegt die Nettoumsatzrendite bei den mutigen Unternehmen um 27 Prozent höher als im Durchschnitt. Auch gab es bei diesen Betrieben zwischen 2018 und 2021 einen doppelt so hohen Beschäftigungszuwachs.

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