OM-Zukunftsmacherin 2026: Mit Kommunikation zum Erfolg – wie Dr. Cornelia Schmedes Arbeitswelten verändern möchte
Am 4. Juni wird in Emstek die neue OM-Zukunftsmacherin gekürt. Eine der starken Frauen auf der Gästeliste ist Dr. Cornelia Schmedes. Sie fördert die Arbeitswelten mittelständischer Unternehmen.
Seit 2023 berät Dr. Cornelia in ihrer Agentur „Arbeitserleben GbR“ mittelständische Unternehmen und Einrichtungen im Oldenburger Münsterland. Foto: Timo Lutz/Team für Industriefotografie
Kommunikation ist für Dr. Cornelia Schmedes der Schlüssel zu einer guten Unternehmenskultur. Seit über 20 Jahren begleitet sie Menschen in Pflege, Sozialarbeit, Bildung und Führung. Heute unterstützt sie als Supervisorin und Coach Einrichtungen dabei, gesunde Teams aufzubauen, Konflikte zu lösen und Führung neu zu denken. Vor rund 3 Jahren haben sie und ihre Kollegin sich mit der „Arbeitserleben GbR“ – einer Agentur für Coaching, Supervision und Teamentwicklung in Vechta – selbstständig gemacht.
Ihr Ziel: „Menschen sollen nicht nur funktionieren. Sie sollen gesund arbeiten können“, betont Schmedes. Mit Sinn. Mit Haltung. Und mit einem Leben außerhalb des Berufs. Was ihre Arbeit besonders macht: Sie kennt die Herausforderungen nicht nur aus der Theorie. Cornelia Schmedes hat selbst viele Jahre in unterschiedlichen Bereichen des Gesundheits- und Sozialwesens gearbeitet. Sie ist ausgebildete Krankenschwester, Sozialpädagogin und promovierte Philosophin. Seit mehr als 20 Jahren ist sie außerdem als Dozentin, Referentin, Moderatorin und Vortragsrednerin tätig.
„Seitdem ich in der Pflege gearbeitet habe, ist es mir immer ein wichtiges Anliegen gewesen, die Lebensqualität der Menschen zu verbessern – insbesondere im Bereich Palliativpflege und der Betreuung von Demenzerkrankten“, so Schmedes. Dieser Gedanke treibe sie auch in ihrer täglichen Arbeit mit Einrichtungen und mittelständischen Unternehmen aus der Region an.
Foto: Timo Lutz/Team für Industriefotografie
Nachdem sie in der Krankenpflege Fuß gefasst hatte, sei in ihr nach und nach der Gedanke gewachsen, dass es noch etwas mehr geben müsse. Also begann die ausgebildete Krankenschwester, Soziale Arbeit zu studieren. Ihr beruflicher Weg führte sie dann unter anderem zum Caritasverband, in dem sie im Referat Pflege für Fort- und Weiterbildungen zuständig war, oder als Dozentin an die Katholische Akademie Stapelfeld.
„Speziell beim Caritasverband habe ich gelernt, wie wichtig es für das gesamte Team ist, gute Führungskräfte zu haben, die den Beschäftigten mit Verständnis und Wertschätzung begegnen“, sagt die Vechtaerin. Eben das wolle sie den Unternehmen in ihrer täglichen Arbeit mit auf den Weg geben. Fehle dies, liege häufig noch ein anderes Problem vor: „Die meisten Differenzen in Betrieben kommen in der Regel aufgrund fehlender Kommunikation zustande und treten erst in Gesprächen zutage“, sagt Schmedes. Als neutrale Person von außen sei es ihr wichtig, Beschäftigten und Führungskräften entsprechende Denk- und Reflexionsräume zu öffnen.
„Der Zeitgeist hat sich in den vergangenen 20, 30 Jahren massiv verändert und damit auch das Verständnis von Arbeit.“
Vorbehalte gegenüber der „Generation Z“, etwa dass junge Leute nicht mehr arbeiten wollten oder wenig belastbar seien, hält sie nicht für zielführend. „In Familien wird inzwischen mehr auf die Bedürfnisse der Kinder eingegangen. Der Zeitgeist hat sich in den vergangenen 20, 30 Jahren massiv verändert und damit auch das Verständnis von Arbeit“, weiß Schmedes. Beim Job muss es inzwischen um mehr gehen als ums Geldverdienen. Beschäftigte sehnen sich nach Wertschätzung und einem positiven Umfeld. Heute müssten sich Unternehmen daher mehr denn je die Frage stellen: Wie kann man attraktive Arbeitsräume schaffen? Hier möchte Cornelia Schmedes ansetzen und insbesondere mit den Führungskräften in den Austausch kommen.
Vorbehalte kann es auch an anderer Stelle geben: Für Frauen – besonders in Führungspositionen – etwa gelten oft andere Maßstäbe als für Männer. Während ein verheirateter Mann mit Kindern häufig als erfolgreich und gut unterstützt wahrgenommen wird, sieht sich eine Frau mit derselben Lebensrealität schnell kritischen Fragen ausgesetzt. Macht ein Mann Karriere, gilt das als selbstverständlich. Will eine Frau Familie und beruflichen Erfolg miteinander verbinden, wird dagegen oft infrage gestellt, ob sie beiden Rollen gerecht werden kann. Zwischen Erwartungen an Fürsorge, Perfektion und beruflichem Ehrgeiz geraten sie so deutlich stärker unter Rechtfertigungsdruck als Männer.
Die 44‑jährige Vechtaerin kennt beide Seiten. Nach der Geburt ihres ersten Kindes kehrte sie bereits nach acht Wochen in den Beruf zurück. Nicht aus Pflichtgefühl. Sondern aus eigener Entscheidung. Mittlerweile hat sie zwei Kinder. Die Balance zwischen Familie und Beruf zu finden, war nicht immer leicht. Aber genau diese Erfahrung macht ihre Arbeit heute glaubwürdig.
Hintergrund:
Die OM-Medien zeichnen 2026 zum fünften Mal eine Entscheiderin aus dem Oldenburger Münsterland, die in besonderer Weise die gesellschaftliche Entwicklung vorantreibt, mit dem Award „OM-Zukunftsmacherin“ aus.
Unterstützt wird das Projekt OM-Zukunftsmacherin von den Firmen Südbeck, Grimme, Bergmann, Wernsing, Zerhusen und airpool sowie von Öffentliche Versicherungen Oldenburg und der LzO.
Gekürt wird die Preisträgerin von einer Jury. Ihr gehören Silvia Breher (Parlamentarische Staatssekretärin und CDU-Bundestagsabgeordnete, Lindern), Christine Grimme (Grimme Gruppe, Damme), Gudrun Arkenberg (airpool), Linda Stärk (Zerhusen Kartonagen), Dr. Jutta Middendorf-Bergmann (Ludwig Bergmann GmbH, Goldenstedt) und Annette Vetter (Leiterin Bereich Personal, Landessparkasse zu Oldenburg) an. Für OM-Medien ist die stellvertretende Chefredakteurin Anke Hibbeler dabei.
Die Auszeichnung findet am 4. Juni (Donnerstag) im OM-Medienhaus in Emstek statt. 2022 vergab die Jury den Award an Sarah Dhem aus Lastrup; 2023 an Marion Schouten aus Cloppenburg; 2024 an Stephanie Barlage aus Dinklage. 2025 wurde Marie-Luise Bertels aus Kroge ausgezeichnet.
Alles zur Vorgeschichte, zur Jury und zu Vernetzungsmöglichkeiten finden Sie hier.