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Niemöller schließt Bäckerei und Café in Emstek

Nach 52 Jahren ist am 1. Juni für das Familienunternehmen Schluss. Die beiden Filialen in Cloppenburg und ein Dutzend Mitarbeiter werden von Frerker übernommen.

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Wo alles begann: Viele Jahre war Niemöller Anlaufstelle für Laufkundschaft und Café-Besucher. Foto: Vorwerk

Wo alles begann: Viele Jahre war Niemöller Anlaufstelle für Laufkundschaft und Café-Besucher. Foto: Vorwerk

Eine Bäckerei mit Café, das war 1970 etwas Neues für Emstek, als Maria und Werner Niemöller sich ihr Geschäft an der Antoniusstraße aufbauten. Nach 52 Jahren ist nun Schluss. Die Bäckerei und das Café in Emstek schließen zum 1. Juni, die Filialen an der Emsteker Straße und an der Kirchhofstraße in Cloppenburg werden von der Firma Frerker übernommen, wie auch ein Dutzend Mitarbeiter.

Was klein anfing, entwickelte sich in den folgenden Jahren prächtig. War die Backstube zunächst noch im Keller untergebracht und auch das Café deutlich kleiner dimensioniert, gab es 1995 eine großzügige Erweiterung. Das Krankenhaus vis-à-vis als Fachklinik für Orthopädie und Rheumatologie mit regionaler Kundschaft und vielen Besuchern, trug seinen Teil zum Erfolg bei. Im Umkehrschluss hatte die Schließung der Klinik 2014 auch Auswirkungen auf das Geschäft.

2012 die erste Filiale in Cloppenburg eröffnet

Werner Niemöller und seine Tochter Anja Sieverding – beide Bäckerei- und Konditormeister – hatten sich aber gerüstet und 2012 die Filiale an der Emsteker Straße in Cloppenburg an den Start gebracht. 2 Jahre später folgte die 2. Filiale an der Kirchhofstraße in der Kreisstadt. Dass diese Erfolgsgeschichte einer Handwerksfamilie nun ein Ende hat, diesen Entschluss haben sich die beiden nicht leicht gemacht, zumal auch 21 Angestellte von der Entscheidung betroffen sind. Alle hatten aber das Angebot bekommen, von Frerker übernommen zu werden.

Selbstständig zu sein, das ist ein Job, der einen 24 Stunden an 7 Tagen in der Woche fordern kann. Anja Sieverding, die 1998 ihre Meisterprüfung ablegte, kann davon ein Lied singen. Krankheitsbedingte Ausfälle kompensieren, in den Filialen nach dem Rechten schauen und auch in der Backstube die Produktion im Blick haben, während andere noch schlafen. So sah in den vergangenen Jahrzehnten der Alltag für Anja Sieverding, Vater Werner und die 2004 verstorbene Mutter Maria aus. Der Entschluss, den Schlüssel umzudrehen, ist auch darin begründet, wieder mehr Zeit für die Familie, zu der Ehemann Martin – er hat einen Vollzeitjob in einer anderen Branche – und die Kinder Paul und Nina gehören.

Frerker vergrößert damit sein Netz in Cloppenburg auf 9 Filialen plus Stammhaus. Insgesamt hat das Unternehmen, das 1893 von Bäckermeister Heinrich Frerker als Bäckerei mit Konditorei, Gemischtwarenhandel und Gastwirtschaft gegründet und nach einem Bombentreffer im Zweiten Weltkrieg neu aufgebaut wurde, damit 22 Standorte. Außerhalb der Kreisstadt gibt es nämlich noch weitere Verkaufsstätten in Ahlhorn, Emstek, Friesoythe, Garrel, Höltinghausen, Lastrup, Lindern, Lohne, Molbergen, Quakenbrück, Vechta, Werlte und Wildeshausen.

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