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Modehaus Leffers in Vechta startet unter neuer Regie

Michael Maas gibt nach der Geschäftsübernahme den Ton an. Der Jungunternehmer aus dem Nachbarkreis Diepholz will Synergien schaffen.

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Auf Expansionskurs: Michael Maas (links) betreibt bereits 3 Modehäuser im Landkreis Diepholz. Nun kommt mit Vechta ein weiterer Standort hinzu. Die Leitung in der neuen Filiale übernimmt Christoph Carver. Foto: Speckmann

Auf Expansionskurs: Michael Maas (links) betreibt bereits 3 Modehäuser im Landkreis Diepholz. Nun kommt mit Vechta ein weiterer Standort hinzu. Die Leitung in der neuen Filiale übernimmt Christoph Carver. Foto: Speckmann

Dem Einzelhandel im Landkreis Vechta sind aufgrund der hohen Inzidenzzahl immer noch die Hände gebunden. Davon ist auch das Modehaus Leffers in der Kreisstadt betroffen. Die Türen an der Großen Straße sind geschlossen. Doch wie Passanten in diesen Tagen schnell feststellen: Im Geschäft brennt Licht, es herrscht Bewegung. Die Mitarbeiter bereiten sich auf die Wiedereröffnung vor, die gleich mit einer zukunftsweisenden Veränderung einhergeht. Der Betrieb steht unter neuer Führung.

Michael Maas hat das alt eingesessene Modehaus im Herzen der Kreisstadt zum Monatsbeginn von der Familie Moeller übernommen, die seit mehr als 25 Jahren die Geschäfte führte. Der Jungunternehmer aus dem Landkreis Diepholz plant eine Neustrukturierung des Betriebes, aber er versichert Mitarbeitern und Kunden: "Der Standort bleibt erhalten, der Name Leffers vorerst auch und sämtliche Arbeitsplätze sind gesichert."

"Vechta war schon immer eine interessante Adresse."Modehaus-Chef Michael Maas aus Bassum

Das Modehaus Maas mit Stammsitz in Bassum befindet sich auf Expansionskurs, seitdem der Junior vor 4 Jahren die Geschäftsführung von seinen Eltern Christa und Werner Maas übernommen hat. Der 33-jährige Firmenchef eröffnete 2 neue Filialen in Syke und Kirchweyhe. Nun kommt mit Vechta ein weiterer Standort hinzu, der nach Auffassung des Inhabers vielversprechende Perspektiven bietet.

Eine feste Institution an der Großen Straße in Vechta: Das Modehaus Leffers besteht bereits seit 4 Jahrzehnten. Foto: SpeckmannEine feste Institution an der Großen Straße in Vechta: Das Modehaus Leffers besteht bereits seit 4 Jahrzehnten. Foto: Speckmann

"Vechta war schon immer eine interessante Adresse", sagt der Einzelhändler aus dem Nachbarkreis. Was ihn besonders beeindruckt, ist die Lebendigkeit des Mittelzentrums: "Hier passiert viel, hier ist Bewegung, eine Mischung aus Alt und Jung." Es sei eine gut funktionierende Stadt, mit Universität und Krankenhaus sowie einem aktiven Stadtmarketing. Diese Größenordnung komme seinen Erweiterungsplänen entgegen.

Der Schritt in den Landkreis Vechta liegt für Maas nahe. Durch seine Stammkundschaft aus Twistringen und Goldenstedt gibt es bereits Berührungspunkte. Um seinen Werbe- und Aktionsradius weiter auszubauen, hat er im vergangenen Sommer bei Leffers angeklopft und ist dabei sofort auf offene Ohren gestoßen, wie er berichtet: "Das erste Gespräch verlief direkt sehr positiv, die Sympathie stimmte."

Tradition hat etwas Verbindendes

Bei Monika Moeller und ihrer Tochter Meike Gelhaus, die seit 1994 im Hause Leffers in Vechta den Ton angeben, sei schon im vergangenen Frühjahr der Gedanke aufgekommen, einen Partner ins Boot zu holen. Die beiden Geschäftsführerinnen hätten sich einen persönlichen Eindruck von seinem Modehaus in Bassum gemacht, das mit einer mehr als 100-jährigen Geschichte ebenfalls eine große Tradition vorweisen kann und zudem familiär geführt wird. Auch das hat etwas Verbindendes für beide Seiten.

Nach der vereinbarten Übernahme des Betriebes bleibe die Familie Moeller weiterhin an Bord und stehe der Belegschaft mit Rat und Tat zur Seite, alle 26 Mitarbeiter würden weiter beschäftigt, versichert der neue Chef und ergänzt: "Das sind die Gesichter des Hauses." Er freue sich, dass alle Beteiligten hinter dem Schritt stünden und spricht dem Team nach den ersten Tagen gleich ein Lob aus: "Die Mitarbeiter sind super motiviert."

Synergien zwischen den 4 Standorten

Für Maas geht es nun darum, Synergien zwischen den 4 Standorten und ihren insgesamt fast 80 Mitarbeitern, darunter 7 Auszubildende, zu schaffen. Das betrifft diverse Bereiche, angefangen bei der Einkaufssteuerung der Ware über Logistik und Personal bis hin zur Werbung. "Es sind überall die gleichen Prozesse. Die kann man gut bündeln", erklärt der Geschäftsführer. Gefragt seien gute Kommunikation und Flexibilität. Die Verwaltung werde am Stammsitz in Bassum zentralisiert.

Als alleiniger Gesellschafter ist es für Maas wichtig, eine starke zweite Führungsebene im Unternehmen aufzubauen. Dies funktioniere nur, wenn auch Verantwortung abgegeben werde. Jungen motivierten Kräften bietet sich hier eine Chance. Der 22-jährige Christoph Carver, der seine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann im Modehaus Maas absolviert und gleich die Filialleitung in Kirchweyhe übernommen hat, kommt nun in leitender Position in Vechta.

Digitalisierung als Teil der Neustrukturierung

Ziel ist es, neue Strukturen zu schaffen. Das betrifft interne Arbeitsabläufe ebenso wie die Sortimentsgestaltung. Die Frühjahrs- und Sommermode hält Einzug in die Regale. Neue Marken könnten hinzukommen, wenn der Einkauf filialübergreifend gebündelt werde, so Maas. Auch die Digitalisierung soll in Vechta vorankommen. Hier befindet sich der Einzelhändler bereits auf einem guten Weg, etwa durch Online-Shop und Kunden-App.

Für Maas geht es darum, "offen zu sein für Neues". Der Lockdown habe gezeigt, dass man auch mal querdenken und neue Wege gehen müsse. Während viele Betriebe um ihre Existenz kämpften und auch sein eigenes Haus von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen sei, könne eine Expansion ungewöhnlich erscheinen, aber der studierte Wirtschaftspsychologe ist davon überzeugt: "Den Stillstand kann man nutzen."

Nun hofft der Unternehmer, dass der Handel möglichst bald wieder floriert und auch das 40-jährige Bestehen von Leffers in Vechta gefeiert werden kann. In seinen Filialen im Landkreis Diepholz ist das Terminshopping "Click and Meet" schon möglich. Dort liegt die 7-Tagesinzidenz unter der 100er-Grenze. Der Landkreis Vechta gilt derweil noch als "Hochinzidenzkommune". Maas hält mit Blick auf eine baldige Lockerung der Corona-Verordnung fest: "Wir sind auf jeden Fall bereit."

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