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Leoni verkauft Friesoyther Werk an amerikanisch-taiwanischen Investor

Das Unternehmen trennt sich von einem großen Teil seines Kabelgeschäftes, um sich auf die Zulieferung für die Automobilindustrie zu konzentrieren. Das Friesoyther Werk gilt als solider Standort.

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Foto: Stix

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Hinweise gab es schon lange, jetzt ist es offiziell: Die Leoni AG, ein Nürnberger Hersteller von Bordnetzsystemen und Kabeln, verkauft rund 20 Standorte seines weltweiten Industriegeschäfts an den amerikanisch-taiwanischen Investor BizLink Holding Inc. Leoni will sich nach eigenen Angaben auf den Bereich Bordnetze konzentrieren und seine Position als Zulieferer der Automobilindustrie festigen. Zu den verkauften Standorten gehört auch das Friesoyther Kabelwerk des Unternehmens.

"Der Verkaufsvertrag ist am Freitagfrüh unterzeichnet worden", sagt Unternehmenssprecher Gregor le Claire auf Anfrage von OM Online. Für den Vollzug fehlt jetzt noch die Zustimmung der Banken und des Kartellamtes. Man gehe davon aus, so le Claire, dass Anfang 2022 alles in trockenen Tüchern ist. Betroffen sind neben Friesoythe rund 20 weitere Standorte in 10 Ländern mit etwa 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die verkauften Bereiche erzielten im Geschäftsjahr 2020 ein Umsatzvolumen von rund 430 Mio. Euro und werden mit einem Unternehmenswert von rund 450 Mio. Euro bewertet. Leoni erwartet aus dem Verkauf einen Gewinn von 200 Millionen Euro.

Für die Beschäftigten soll sich auf absehbare Zeit nichts ändern

Das Friesoyther Werk ist nach Aussage des Unternehmenssprechers sehr solide und mit rund 600 Beschäftigten einer der größeren Standorte in dem Paket. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werde sich, so le Claire, im Alltag auf absehbare Zeit nichts ändern. "Für die deutschen Standorte hat sich der Käufer verpflichtet, sie nicht zu schließen sowie die Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen fortzuführen", sagt er. Leoni sei zuversichtlich, dass sich die Werke unter dem neuen Eigentümer gut entwickeln.

"BizLink ist für uns kein unbekannter Partner", begründet le Claire diese Hoffnung. 2017 hat Leoni den Geschäftsbereich "Electrical Appliances" an BizLink verkauft, nach Aussage von le Claire gibt es alle damals betroffenen Standorte heute noch, ihr Umsatz sei von 2017 bis 2020 um 40 Prozent gestiegen. "Unser Ziel war es auch diesmal, einen Investor zu finden, der die Produkte und Services weiterentwickeln will", erläutert le Claire. "BizLink ist ein strategischer Investor, der mit dem Kauf seine Marktposition in Europa stärken will."

Friesoyther Werk passt nicht mehr in strategische Ausrichtung von Leoni

Hintergrund des Verkaufs ist die strategische Entscheidung von Leoni, sich voll auf das Automobilgeschäft zu konzentrieren. In dem Friesoyther Werk werden indes überwiegend Kabel für andere Industriezweige wie etwa das Gesundheitswesen, den Maschinenbau oder die Fabrikautomation herstellt. BizLink wiederum wolle mit der Übernahme von Leoni Industrial Solutions seine Technik- und Servicekompetenz stärken und Zugang zu neuen Industriekunden gewinnen. Der Kauf verschaffe dem Unternehmen mit Hauptsitz in Kalifornien/USA "unmittelbare Zugewinne in verschiedenen langfristigen Wachstumsbranchen", zitiert Leoni den BizLink-Vorsitzenden Roger Liang in einer Pressemitteilung.

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