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Lasst die Korken knallen! Bramlage will 2021 beim Umsatz die 12-Millionen-Euro-Marke knacken

Die Geschäfte des Verschlussherstellers aus Lohne haben sich zuletzt sehr positiv entwickelt. Das Unternehmen ist ein "Corona-Gewinner". Einziger Wehmutstropfen: Das geplante Weinfest muss ausfallen.

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Stolz auf die positive Entwicklung: Peter Blossey, Geschäftsführer des Unternehmens Bramlage aus Lohne. Foto: Timphaus

Stolz auf die positive Entwicklung: Peter Blossey, Geschäftsführer des Unternehmens Bramlage aus Lohne. Foto: Timphaus

Aus der großen Party auf dem Raiffeisenplatz in Lohne wird nichts. Das Unternehmen Bramlage hatte ursprünglich bereits 2020 geplant, anlässlich des 175-jährigen Bestehens ein 2-tägiges Weinfest und einen Tag der offenen Tür auszurichten. Die Feierlichkeiten waren nach der coronabedingten Verschiebung im vergangenen Jahr für den 29./30. Mai 2021 geplant. Doch erneut macht die Pandemie dem Vorhaben des Verschlussherstellers einen Strich durch die Rechnung.

Bramlage-Geschäftsführer Peter Blossey berichtet, dass der Betrieb etwa 500 Einladungen verschickt hatte. "Wir haben nun alle noch einmal angeschrieben und über die endgültige Absage des Weinfestes informiert. Eine Veranstaltung dieser Größenordnung ist momentan einfach nicht durchführbar." Pro Tag hatte das Unternehmen mit etwa 1.000 Besuchern gerechnet.

Blossey bedauert nach eigenen Angaben besonders, dass die Firma damit auch nicht die Gelegenheit erhält, die positive betriebliche Entwicklung der jüngeren Vergangenheit in der Öffentlichkeit darzustellen. "Wir haben in den vergangenen 2 Jahren alles auf den Kopf gestellt und zusammengerechnet bestimmt 500.000 Euro investiert. Alles aus eigener Kraft." Neue Maschinen, veränderte Abläufe, ein Facelifting der Produktion und des Gebäudes: Trotz der eindrucksvollen Historie präsentiert sich Bramlage heute als modernes Unternehmen.

Bramlage-Mitarbeiter Sven Engelmann bedient eine der neuen Siebdruckmaschinen, die in der jüngeren Vergangenheit angeschafft wurden. Foto: TimphausBramlage-Mitarbeiter Sven Engelmann bedient eine der neuen Siebdruckmaschinen, die in der jüngeren Vergangenheit angeschafft wurden. Foto: Timphaus

Mit dem Korken fing 1845 alles an. Heute ist das Naturprodukt auf dem Rückgang. Blossey berichtet, dass der Umsatzanteil seit 2008 von damals 80 auf nur noch 6 Prozent zurückgegangen sei. "Jetzt sind Longcaps unser Hauptprodukt." Die Firma Bramlage gehört seit 2011 zur Rauh-Gruppe aus Bayern, einem der Markführer in Deutschland für Kronkorken und Schraubverschlüsse aus Aluminium.

In Lohne werden hauptsächlich Weinverschlüsse aus Aluminium und Naturkorken veredelt und bedruckt. Des Weiteren konfektioniert der Betrieb auch Griffkorken und liefert synthetische Verschlüsse wie Ausgießer, Sektstopfen und den Perlweinverschluss „Twist & Plop“. 

Rauh-Gruppe investiert in die Betriebsentwicklung

Der Umsatz hat sich seit der Übernahme nahezu verdoppelt, wie Blossey ausführt: Von 6,5 Millionen Euro im Jahr 2012 auf knapp 12 Millionen Euro im Jahr 2020. "In diesem Jahr werden wir die 12-Millionen-Marke überschreiten und um die 400 Millionen Verschlüsse verkaufen", teilt der Geschäftsführer mit.

Blossey zeigt sich angesichts der positiven Zahlen zufrieden. Die harte Arbeit der vergangenen 15 Jahre zahle sich jetzt aus. Ein weiterer Faktor: "Die Familie Rauh hat an uns geglaubt." Die Gewinne würden nicht abgeführt, sondern in die betriebliche Entwicklung reinvestiert.

"Das Team hat immer mitgezogen und alle Entwicklungen mitgetragen. Dafür möchte ich mich bedanken."Peter Blossey, Geschäftsführer der Firma Bramlage

Auch wenn es der Geschäftsführer nicht so formulieren möchte: Die Firma Bramlage ist ein Gewinner der Corona-Pandemie. Blossey spricht von einem Umsatzplus von 15 Prozent. Dies hängt nach seinen Angaben damit zusammen, dass während der Krise mehr Wein konsumiert wird. Er konstatiert: "Wir kommen gut durch."

Im Betrieb an der Raiffeisenstraße in Lohne arbeiten aktuell 21 Beschäftigte. "Vor 3 Jahren haben wir auf 2 Schichten umgestellt, seit etwa einem Jahr fahren wir ein 3-Schicht-Modell", sagt Blossey. Er lobt seine Mitarbeiter. "Das Team hat immer mitgezogen und alle Entwicklungen mitgetragen. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken."

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