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KI an der BBS Cloppenburg: So soll das neue Gymnasium Wirtschaftsinformatik die Region stärken

Auch kleine und mittlere Unternehmen kommen nicht an der Künstlichen Intelligenz vorbei. Die BBS wollen junge Menschen auf neue Jobs vorbereiten und dadurch im Oldenburger Münsterland halten.

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KI für die Region: An den Cloppenburger Berufsbildenden Schulen am Museumsdorf ist die Arbeit mit der Künstlichen Intelligenz Teamwork. Das wird am „Entrepreneur Space“ deutlich, wenn Schülerinnen und Schüler gemeinsam an Ideen für Unternehmensgründungen tüfteln. Schulleiter Günter Lübke (rechts) und sein Stellvertreter Folker Arndt (Mitte) sind gerne mittendrin. Foto: Stix

KI für die Region: An den Cloppenburger Berufsbildenden Schulen am Museumsdorf ist die Arbeit mit der Künstlichen Intelligenz Teamwork. Das wird am „Entrepreneur Space“ deutlich, wenn Schülerinnen und Schüler gemeinsam an Ideen für Unternehmensgründungen tüfteln. Schulleiter Günter Lübke (rechts) und sein Stellvertreter Folker Arndt (Mitte) sind gerne mittendrin. Foto: Stix

Den KI-Innovationspreis des Landes Niedersachsen haben die Berufsbildenden Schulen (BBS) am Museumsdorf in Cloppenburg bereits gewonnen. Mit der Einführung des Beruflichen Gymnasiums Wirtschaftsinformatik soll jetzt die Künstliche Intelligenz im Landkreis zumindest schulisch noch weiter gestärkt werden. Von dem Ausbau des Unterrichts mit und über KI soll künftig auch die regionale Wirtschaft profitieren.

„Sehr bald müssen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Unternehmen mit KI umgehen können", sagt Schulleiter Günter Lübke. Deshalb sei KI an seiner Schule „eines der Top-Themen“, das fest in den Lehrplan integriert ist. So hätten beispielsweise alle Lehrkräfte entsprechende Fortbildungen besucht, bevor sie im Unterricht KI thematisieren, erzählt Lübke.

Vor allem kleinere Unternehmen suchen KI-Allrounder

Die grundlegende Frage dabei sei, wie man KI in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sinnvoll einsetzen könne, erläutert der Schulleiter. „Und genau darauf wollen wir die jungen Leute vorbereiten.“ Das Thema spiele in jeder Branche und deshalb auch in den meisten Schulformen der BBS eine Rolle, betont er. Es reiche nicht, wenn nur Informatiker in Sachen KI fit sind. In einem Unternehmen müsse beispielsweise jemand den Überblick darüber haben, welche KI-Modelle es für die Branche und den eigenen Betrieb gibt. Andere müssen diese Werkzeuge anwenden können und eine dritte Gruppe sei für den Einkauf zuständig, müsse also beispielsweise die Kosten der KI in Bezug zu den neu entstehenden Möglichkeiten und Einsparungen setzen.

„Und manchmal kann das alles auch eine einzige Person treffen“, weiß Lübke, „denn kleinere Unternehmen können nicht für jedes Detail jemanden einstellen.“ Also seien Allrounder gesucht, die dann allerdings auch gute Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten hätten. „Da kann man sich“, so Lübke, „schnell unverzichtbar machen.“ 

Fingerübung: Den Schulleiter und seinen Stellvertreter virtuell vor das Weiße Haus in Washington zu stellen, ist für Schülerinnen und Schüler der BBS am Museumsdorf eine Kleinigkeit. Foto: StixFingerübung: Den Schulleiter und seinen Stellvertreter virtuell vor das Weiße Haus in Washington zu stellen, ist für Schülerinnen und Schüler der BBS am Museumsdorf eine Kleinigkeit. Foto: Stix

Auch deshalb spiele das neue Berufliche Gymnasium Wirtschaftsinformatik, das zum Schuljahr 2026/27 seinen Betrieb aufnimmt, beim Thema KI eine besondere Rolle. „Hier verknüpfen wir ökonomische Inhalte mit digitalen Kompetenzen“, sagt Folker Arndt, der stellvertretende Leiter der BBS. So stünden beispielsweise Themen wie Softwareentwicklung, Datenanalyse und Wirtschaftssysteme im Fokus; gleichzeitig würden Schülerinnen und Schüler nicht nur auf Berufsfelder in der IT und der Wirtschaft vorbereitet, sondern auch darauf, innovative Geschäftsideen zu entwickeln und umzusetzen. „Wir wollen“, sagt Arndt, „Schülerinnen und Schüler aller Fachrichtungen dazu bringen, unternehmerisch zu denken.“

Vor allem aber will die Schule mit ihrem Schwerpunkt auf KI und Digitalisierung auch die Region stärken. „Wir wollen nicht nur künftige Studierende heranziehen, die dann irgendwohin abwandern“, sagt Arndt, „sondern auch hochqualifizierte Fachkräfte für die Region.“ Mit ihren Kompetenzen in Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz könne die BBS dazu beitragen, den Fachkräftemangel im ländlichen Raum zumindest zu lindern. Dann hätte, so Lübke, die KI auch einen gesellschaftlichen Nutzen.

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