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Kai Tietjen und Idyta Schreiner leiten jetzt die Bakumer Landschlachterei Landwehr

Beide gehen voller Elan und frischen Ideen an diese Aufgabe heran. "Polnisches Caterina" und ein Verkaufswagen für Fleisch- und Wurstwaren sind die ersten Neuerungen.

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Kai Tietjen (vorne rechts) und Idyta Schreiner (hinten rechts) führen seit Januar die Landschlachterei Landwehr. Immer freitags und samstags steht ihr Verkaufswagen an der Von-Galen-Straße in Bakum. Foto: Heinzel

Kai Tietjen (vorne rechts) und Idyta Schreiner (hinten rechts) führen seit Januar die Landschlachterei Landwehr. Immer freitags und samstags steht ihr Verkaufswagen an der Von-Galen-Straße in Bakum. Foto: Heinzel

Die Landschlachterei Landwehr ist ein Bakumer Traditionsunternehmen. Bekannt für ihre Imbisswagen, den Cateringservice und natürlich die Schlachterei. Im Januar 2021 haben Kai Tietjen und Idyta Schreiner die Nachfolge von Konrad Landwehr angetreten und führen seitdem das Unternehmen. Ihr neuestes Projekt ist ein Verkaufswagen vor der Fleischerei in der Von-Galen-Str. 21. Dort werden jetzt die Produkte der Landschlachterei  verkauft, nachdem das Ladengeschäft bereits vor Jahren geschlossen wurde. „Ich habe Freude daran, meine Produkte zu präsentieren und zu verkaufen“, sagt Fleischermeister Kai Tietjen. Der 25-Jährige sieht das Ganze zudem als einen Testlauf, ob es sich in Zukunft lohnen könnte, erneut ein Ladengeschäft aufzumachen. Immer freitags und samstags ist der Verkaufswagen geöffnet.

 "Polnisches Catering" – der Traum von Idyta Schreiner

Das zweite Novum ist das "Polnische Catering", das die Fleischerei anbietet. Damit habe man eine echte Nische in der Region besetzt, versichert Kai Tietjen. Wobei das Angebot selbst weniger das Spezialgebiet des gebürtigen Bremerhaveners; Geschäftspartnerin Idyta Schreiner kümmert sich – und zwar neben ihrer aktuellen Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin in Damme. Idyta Schreiner ist gelernte Hotelfachfrau und will sich mit dem Projekt "Polnisches Catering" einen Traum erfüllen. Die gebürtige Polin möchte für ihre Landsleute die erste Anlaufstelle in Sachen Catering werden und ihnen durch Fleisch- und Wurstwaren nach original polnischen Rezepten ein Stück Heimat bieten, erzählt sie.

Während der Pandemie stehen jedoch die Imbisswagen ungenutzt herum und auch ein Catering wird kaum gebraucht. Keine einfache Situation also, um einen Betrieb zu übernehmen. Zumal Kai Tietjen davon ausgeht, dass sich an dieser Situation bis zum Jahresende nichts ändern wird. Trotzdem sei es ein schönes Gefühl, sein eigener Chef zu sein und einen so lange existierenden Familienbetrieb anvertraut zu bekommen.

Der Verantwortung, die damit einhergeht, ist sich Kai Tietjen durchaus bewusst. "Da gab es schon einmal die eine oder andere schlaflose Nacht", sagt er über die Zeit seit Januar. Aber der Bremerhavener versucht immer das Positive zu sehen. "Zum Lernen ist es optimal – finanziell natürlich durchaus schwierig." Den Betrieb halte momentan die Lohn- und Hausschlachterei am Laufen. Je nach Auftragslage werden in Bakum Schweine, Rinder oder Schafe verarbeitet, und zwar zu dem, was der Kunde sich wünscht. Das Geschäft lege derzeit sogar etwas zu, da es immer mehr Bauern wie Christian Rolfes gebe, die als Selbstvermarkter auftreten würden. Rolfes zählt mit seiner Bakumer Rindfleisch GbR zu den Landwehr-Kunden.

"Die Ausbildung hier hat mein ganzes Leben geprägt."Kai Tietjen über seine Lehrzeit bei der Landschlachterei Landwehr

Konrad Landwehr hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, den Familienbetrieb in "fremde Hände" zu geben. Wobei diese Hände nicht wirklich fremd sind. Kai Tietjen hat nach seinem Realschulabschluss 2013 seine Fleischerlehre bei Konrad Landwehr absolviert, dort seinen Meister gemacht und in dem Betrieb mitgearbeitet.

"Die Ausbildung hier hat mein ganzes Leben geprägt", betont Kai Tietjen, der bereits früh seinen Vater verloren hat. Konrad Landwehr sei wie ein Ziehvater für ihn. Er habe ihm geholfen, ihn motiviert. Und so sei Konrad Landwehr auch nach der Betriebsübergabe weiterhin ein wichtiger Gesprächspartner und Ratgeber. "Man spricht sich immer mal ab", sagt Konrad Landwehr bescheiden und Kai Tietjen ergänzt "Jeden Tag."

Kai Tietjen lernte bei Konrad Landwehr das Fleischerhandwerk und ist seit 2013 im Unternehmen, dass er jetzt gemeinsam mit Idyta Schreiner leitet. Foto: HeinzelKai Tietjen lernte bei Konrad Landwehr das Fleischerhandwerk und ist seit 2013 im Unternehmen, dass er jetzt gemeinsam mit Idyta Schreiner leitet. Foto: Heinzel

Der Arbeitstag beginnt morgens um 6 Uhr und endet nicht mit dem Feierabend seiner Gesellen um 15 Uhr. Für Kai Tietjen heißt es dann: weitermachen. "Dann wird alles andere erledigt", meint er lapidar. Dahinter versteckt sich aber noch ein Berg voll Arbeit, sei es für Social Media, was auch in seiner Branche immer wichtiger werde. "Mein Beruf verdient einen besseren Leumund", betont Kai Tietjen. Um das zu erreichen, will er auf Qualität, Modernität und vor allem Transparenz setzen. Er möchte den Menschen einen Einblick in seinen Beruf gewähren. Der junge Fleischermeister weiß, wohin der Weg der Landschlachterei Landwehr gehen soll, aber in die Karten möchte er sich noch nicht blicken lassen.

Ein wichtiger Ausgleich, um auch einmal den Kopf freizubekommen, ist seit 3 Jahren das Rugbyspiel bei den Bethen Crusaders. Hier ist Kai Tietjen als Outside Center im Einsatz und kann so richtig abschalten.

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