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Historisches Hotel erwacht zu neuem Leben

Der Betrieb am Alten Markt in Vechta steht kurz vor der Wiedereröffnung. Für die Inhaber hat sich die äußerst aufwendige Sanierung wie ein Puzzle gestaltet.

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Atmosphäre zum Wohlfühlen: Cornelius van der Vlugt und seine Frau Eva haben die insgesamt 16 Hotelzimmer mit viel Liebe zum Detail gestaltet. In wenigen Tagen soll das „Hotel Boutique Melchers" am Alten Markt seine Türen öffnen. Foto: Speckmann

Atmosphäre zum Wohlfühlen: Cornelius van der Vlugt und seine Frau Eva haben die insgesamt 16 Hotelzimmer mit viel Liebe zum Detail gestaltet. In wenigen Tagen soll das „Hotel Boutique Melchers" am Alten Markt seine Türen öffnen. Foto: Speckmann

Hier noch ein Pinselstrich, dort ein Zupfen an den Vorhängen: In einem der ältesten Gastronomiebetriebe der Stadt Vechta gehen die Sanierungsarbeiten auf die Zielgerade. Die Handwerker legen sich ins Zeug, damit die Hotellerie schon in wenigen Tagen an den Alten Markt zurückkehren kann. Der neue Name „Hotel Boutique Melchers" spricht für große Tradition und zugleich für modernes Design.

Cornelius van der Vlugt hat das historische Gebäude im Herbst 2017 übernommen und ein Jahr später nach aufwendiger Renovierung im Erdgeschoss das Restaurant „Melchers 1715“ eröffnet. Nun, im zweiten Schritt, richtet sich der Blick auf die Obergeschosse. Dort sind insgesamt 16 stilvoll eingerichtete Zimmer auf „4-Sterne-Plus-Niveau“ entstanden, wie der Hotelbetreiber sichtlich zufrieden feststellt.

Der Unternehmer kommt ziemlich schnell ins Plaudern, wenn er auf die intensive und auch mit einigen Überraschungen gespickte Bauzeit zurückgeblickt. Eigentlich hätten die Arbeiten ein Jahr in Anspruch nehmen sollen, aber aufgrund des enormen Aufwands hat sich die Bauzeit mehr oder weniger verdoppelt. Bis auf einige tragende Wände ist von dem Innenleben des früheren Hotels „Drei Kronen“ nichts mehr geblieben.

Letzter Feinschliff: Die Handwerker befinden sich nach der Kernsanierung auf der Zielgeraden. Foto: SpeckmannLetzter Feinschliff: Die Handwerker befinden sich nach der Kernsanierung auf der Zielgeraden. Foto: Speckmann

Dass durch die langwierigen Arbeiten auch der Kostenaufwand gestiegen ist, liegt auf der Hand. Aber über Zahlen will der Unternehmer aus Hagstedt nicht sprechen. Er hebt lieber seine Verbundenheit zu der Wirtschaft hervor, die bis ins Jahr 1648 datiert und über viele Generationen hinweg im Besitz der Familie Melchers war. „Ich habe mich schon vor Jahren in das Gebäude verliebt“, verrät Cornelius van der Vlugt.

Der holländische Blumen-Großhändler erinnert sich noch gerne an die Gespräche mit dem langjährigen Vechtaer Gastwirt Theo Melchers, in denen es auch um Zukunftsvisionen für den Betrieb ging, bevor er das Haus später von dessen Erben erwerben konnte. Heute führt der Eigentümer im Schulterschluss mit dem heimischen Unternehmer Hanns Heyng das Restaurant. Beim Hotel ziehen Cornelius van der Vlugt und seine Frau Eva allein die Fäden.

„Wir haben jeden Zentimeter neu geplant.“Hotelbesitzer Cornelius van der Vlugt

„Wir haben jeden Zentimeter neu geplant“, berichtet der Hausherr bei einem Rundgang durch das fast fertiggestellte Objekt. Er beschreibt, wie die Gestaltung der Räume langsam Konturen angenommen habe. Es sei wie ein Puzzle gewesen, das sich Stück für Stück gefügt habe. Exemplarisch deutet er auf die Fenster, die in Jahrhunderte altem Design erneuert und dabei mit einer schallschützenden Dreifachverglasung ausgestattet worden sind. Diese Mischung aus Tradition und Moderne spiegelt sich auch in vielen anderen Bereichen des Hauses wider. „Die Basis ist die Historie“, sagt Cornelius van der Vlugt.

Ganz bewusst hat der Bauherr die alten Balken des im Jahr 1911 aufgestockten Dachgeschosses bei der Raumplanung integriert. In die obere Etage führt ein komplett verglaster Aufzug, dessen Installation mit einigen Hürden verbunden war. Für das Fundament haben die Handwerker tief ins Erdreich gehen und dabei einen mächtigen Findling bewältigen müssen, um mit mehreren Betonstelzen einen sicheren Halt zu gewährleisten.

Badezimmerspiegel mit integriertem Lautsprecher

Cornelius van der Vlugt und seiner Ehefrau Eva ist es schließlich gelungen, ihre Vorstellungen von einem modernen Hotel umzusetzen, ohne den besonderen Charme des Hauses zu verlieren. Aus der Gestaltung der Zimmer spricht ihre Liebe zum Detail. Die Ausstattung lässt keine Wünsche offen. Das luxuriöse Spektrum reicht vom Badezimmerspiegel mit integriertem Bluetooth-Lautsprecher bis hin zum Whirlpool in der Luxussuite.

„Bis auf ein paar Kleinigkeiten ist es exakt so geworden, wie wir es uns vorgestellt haben“, sagt Cornelius van der Vlugt, der seiner Frau ein großes Kompliment für die Gestaltung der Räume zollt. Die Gattin legt in diesen Tagen noch selbst Hand an, während die Handwerker den Räumen und Fluren den letzten Feinschliff geben. Zur Einweihungsfeier mit geladenen Gästen am Freitag (4. Februar) soll alles fertig sein.

Haus mit Tradition: Die Geschichte des Gastronomiebetriebes am Alten Markt in Vechta reicht zurück bis ins Jahr 1648. Foto: SpeckmannHaus mit Tradition: Die Geschichte des Gastronomiebetriebes am Alten Markt in Vechta reicht zurück bis ins Jahr 1648. Foto: Speckmann

Der Hotelbetrieb soll in gut einer Woche starten. Dann können die Gäste wieder mit direkter Sicht auf den Alten Markt der Kreisstadt übernachten. Wer ohne Buchung einen Blick in das Haus werfen möchte, hat dazu bereits am Sonntag (6. Februar) in der Zeit von 12 bis 18 Uhr die Gelegenheit. Für die Besichtigung ist aufgrund der Corona-Pandemie eine Anmeldung unter www.hotelmelchers.de erforderlich.

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