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Großbäckerei Stöhr-Brot ist insolvent

Grund sind die steigenden Betriebs- und Rohstoffpreise. Das Unternehmen mit einem Hauptstandort in Dinklage beschäftigt 290 Mitarbeiter. Die Gehälter sind gesichert.

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Seit Ende der 1990er Jahre auch mit einem Standort in Dinklage: An der Industriestraße 6 (früher Geschi) arbeitet ein großer Teil der Mitarbeiter von Stöhr-Brot.   Foto: Böckmann

Seit Ende der 1990er Jahre auch mit einem Standort in Dinklage: An der Industriestraße 6 (früher Geschi) arbeitet ein großer Teil der Mitarbeiter von Stöhr-Brot.   Foto: Böckmann

Die Großbäckerei Stöhr-Brot ist insolvent. Das Unternehmen mit Hauptstandorten in Dinklage und Westerstede hat Insolvenzanträge für die drei operativen Gesellschaften der Unternehmensgruppe jeweils wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt, wie der vorläufige bestellte Insolvenzverwalter Dr. Christian Kaufmann von der Pluta Rechtsanwalts GmbH in einer Pressemitteilung bekannt gab. Das Amtsgericht Oldenburg habe die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der Stöhr-Brot Ammerländer Großbäckerei GmbH & Co. KG, der Stöhr-Brot GmbH & Co. KG Dinklage und der SB Logistik GmbH & Co. KG angeordnet.

Grund für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten seien die derzeit hohen Preise für Roh- und Betriebsstoffe, insbesondere für Strom, Gas und Öl. Aber auch die Preise für Rohstoffe wie beispielsweise Mehl seien gerade sehr hoch, erklärte Sanierungsexperte Kaufmann. "Diese extremen Kostensteigerungen konnten nicht an jeden Kunden vollumfänglich weitergegeben werden, sodass es zu Mengen- und damit Umsatzreduzierungen kommen wird."

Ist eine Investorenlösung die Zukunft?

Die familiengeführte Großbäckerei beschäftigt in der Gruppe insgesamt rund 290 Mitarbeiter an den Hauptstandorten Westerstede und Dinklage sowie den weiteren Werken in Rastede und Reinfeld/ Wesenberg bei Lübeck. Die Gehälter der Mitarbeiter seien über das Insolvenzgeld gesichert, teilte Kaufmann mit. Der Betrieb werde uneingeschränkt fortgeführt. Ziel sei es, Stöhr-Brot zukunftsfähig aufzustellen. Kaufmann brachte eine Investorenlösung ins Spiel.

Die Ursprünge der Großbäckerei Stöhr reichen bis ins Jahr 1947 zurück. Der Familienbetrieb wird seit 2017 unter der Leitung von Harm Bartels und Angelika Bartels-Stöhr geführt. Stöhr-Brot verfügt über eigene Logistikzentren sowie einen Lkw-Fuhrpark mit rund 50 Fahrzeugen und beliefert Kunden – unter anderem Aldi – bis Hamburg, Schleswig-Holstein und auch zur Ostsee. 1997 übernahm die Stöhr-Gruppe die Konkurrenz von Geschi-Brot in Dinklage.

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