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Grimme erwartet 2021 stabile Umsätze

Kurzarbeit ist für den Landmaschinenhersteller kein Thema. Trotz Corona erreichte der Umsatz der Gruppe im vergangenen Jahr in etwa das Niveau von 2019.

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Auch in diesem Jahr erwartet die in 120 Ländern tätige Unternehmens-Gruppe Grimme stabile Umsätze. Größere Investitionen sind im englischen York und in Idaho in den USA geplant. Foto: Feld

Auch in diesem Jahr erwartet die in 120 Ländern tätige Unternehmens-Gruppe Grimme stabile Umsätze. Größere Investitionen sind im englischen York und in Idaho in den USA geplant. Foto: Feld

Der Umsatz der Grimme-Gruppe mit ihrem Hauptsitz in Damme war im vergangenen Jahr trotz der Corona-Pandemie ähnlich hoch wie 2019. Jürgen Feld, Marketingleiter des Landmaschinenherstellers, bezifferte ihn mit 492 Millionen Euro.

Auch die Perspektiven für 2021 seien gut: „Es gibt die berechtigte Hoffnung, dass wir in 2021 einen ähnlichen Umsatz erreichen.“ Die Eingangslage bei den Aufträgen sei stabil. Ergo: „Kurzarbeit ist nach dem heutigen Stand der Dinge für die Grimme-Gruppe kein Thema.“

Im Gegenteil. Die Gruppe investiert sowohl am Standort Damme als auch im Ausland. Welche Summen nötig sind, lässt Jürgen Feld  offen. Profitieren sollen der Standort im englischen York und in Blackfoot im US-Bundesstaat Idaho. In York entsteht eine neue Niederlassung mit einer Fläche von rund 1.500 Quadratmetern für eine Vertriebs- und Servicegesellschaft. Die Eröffnung ist in diesem Jahr geplant.

Von Nachteil: Die Kartoffelanbauer konnten weniger verkaufen

In Idaho baut Grimme auf dem Gelände seines Unternehmens Spudnik ein 1.000 Quadratmeter großes Versuchs- und Entwicklungsgebäude. Noch sei 2020 nicht ganz ausgewertet, sagte Jürgen Feld weiter. Die Bilanz sei nicht nur von Corona beeinflusst, sondern auch von anderen Parametern.

Aber: Wegen Corona und der Folge, dass im vergangenen Jahr alle großen und auch viele kleinere Volksfeste ausgefallen sind, musste eine wichtige Kundengruppe von Grimme deutliche Preissenkungen hinnehmen: Die Anbauer von Kartoffeln, die zu Pommes Frites verarbeitet werden.

"Der faktische Wegfall des Außerhaus-Verzehrs bringt den Absatz in ganz Europa praktisch zum Erliegen", hieß es Anfang April 2020 in einer Analyse des Deutschen Bauernverbands.

Zufrieden ist Grimme mit der Entwicklung in China

Deutliche Preissenkungen waren im vergangenen Jahr auch im Bereich der Zuckerrüben zu verzeichnen, was Anbauer zu zurückhaltenden Investitionen veranlassen kann. Dagegen seien die Erlöse in den Bereichen Kartoffeltechnik, Gemüsetechnik und Verarbeitung gut bis sehr gut gewesen, hieß es.

Mit Blick auf China als eines der 120 Länder, in denen die Grimme-Gruppe vertreten ist, sagte Jürgen Feld, die Unternehmensleitung gehe davon aus, dass sie ihr Werk im etwa 130 Kilometer südöstlich von Peking gelegenem Tianjin langfristig so hochfahren wird wie geplant. Es sei auf 200 Mitarbeiter ausgelegt, derzeit seien 70 Menschen in der Produktion im Bereich der Kartoffeltechnik beschäftigt.

"Professionelle Landwirte haben erkannt, dass die Originale besser sind."Jürgen Feld, Grimme-Marketingleiter

China sei mit 5 Millionen Hektar hinsichtlich der Kartoffelanbaufläche das größte Land. Es folgt Russland mit 3,2 Millionen Hektar. Zum Vergleich: In Deutschland bauen die Erzeuger auf 250.000 bis 280.000 Hektar Fläche Kartoffeln an.

Ein Problem auf dem chinesischen Markt, das neben anderen Unternehmen auch Grimme betrifft, sind die Kopien von Geräten. In dem Punkt zeigt sich Jürgen Feld aber vorsichtig optimistisch: "Professionelle Landwirte haben erkannt, dass die Originale besser sind."

In punkto Brexit agiert Grimme präventiv

Das Türkeigeschäft sei gekennzeichnet durch Währungsschwankungen. Das Russlandgeschäft sei wegen der politischen Rahmenbedingungen sehr sensibel für die Unternehmensgruppe.

Mit Blick auf Großbritannien und den Brexit sagte der Marketingleiter, bereits vor dem endgültigen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union am 1. Januar 2021 habe Grimme im vergangenen Jahr zahlreiche Maschinen und Ersatzteile nach Großbritannien geliefert und die Lager gefüllt. Denn sei das noch zollfrei möglich gewesen. Es sei auch nicht ausgeschlossen, dass deswegen der ein oder andere britische Landwirt Investitionen im Bereich Kartoffeltechnik vorgezogen habe.

Derzeit hat die Grimme-Gruppe weltweit 2.750 Mitarbeiter. Von ihnen sind in Deutschland 1420 in den beiden Landmaschinenwerken in Damme und Rieste im interkommunalen Industrie- und Gewerbegebiet Niedersachsenpark beschäftigt. Internorm zählt 220, Ricon 130 Mitarbeiter.

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