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Genossenschaften feiern Verbandstag

Der Genossenschaftsverband Weser-Ems veranstaltete jetzt seinen Verbandstag in Oldenburg. Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers und Journalist Markus Gürne waren als Gastredner dabei.

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Versammelten sich in Oldenburg: Finanzminister Reinhold Hilbers (Mitte) umringt von Ralph Zollenkopf (rechts) und Johann Kramer (links), dahinter Klaus Krömer (von links), Axel Schwengels, Johannes Freundlieb, Franz Meyer und Heiko Plump. Foto: M. Hibbeler

Versammelten sich in Oldenburg: Finanzminister Reinhold Hilbers (Mitte) umringt von Ralph Zollenkopf (rechts) und Johann Kramer (links), dahinter Klaus Krömer (von links), Axel Schwengels, Johannes Freundlieb, Franz Meyer und Heiko Plump. Foto: M. Hibbeler

„Das Prinzip der gemeinschaftlichen Hilfe zur Selbsthilfe erscheint heute so aktuell wie in den Anfangszeiten der Genossenschaften. Es ist ebenso zeitlos wie die Erkenntnis: Miteinander können wir mehr erreichen!“ Mit diesen Worten leitete Verbandsdirektor Johannes Freundlieb seine Rede auf dem Verbandstag des Genossenschaftsverbandes Weser-Ems ein.

Etwa 120 Vertreter der 314 genossenschaftlichen Mitgliedsunternehmen waren der Einladung zum Verbandstag am 8. September in die Weser-Ems Hallen nach Oldenburg gefolgt. Unter den Gästen waren auch der niedersächsische Finanzminister Reinhold Hilbers, der ein Grußwort sprach, sowie der Journalist, Moderator und Börsenkorrespondent Markus Gürne mit seinem Gastvortrag „Der Wirtschafts-Virus: Wie Corona die Welt verändert hat und was das für Sie bedeutet“. Der Verbandsratsvorsitzende Ralph Zollenkopf führte durch die Veranstaltung. Mit Blick auf aktuelle und kommende Herausforderungen, wie Klimaschutz und Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Fachkräftemangel, ermunterte er die Mitglieder, mit Zuversicht und Weitblick voranzugehen und Veränderungen aktiv zu gestalten: „Vertrauen wir auf die Stärke unserer Region Weser-Ems, auf die Leistungsfähigkeit unserer Genossenschaftsorganisation und auf unseren Verband, der uns als Partner zur Seite steht.“

Auch Reinhold Hilbers, der niedersächsische Finanzminister hatte warme Worte für das Genossenschaftswesen übrig. „Der Genossenschaftsgedanke ist mit seinen Werten und Prinzipien eine wahre Erfolgsgeschichte, der an seiner Aktualität bis heute nichts verloren hat: Interessen zusammenschließen, um Kräfte zu bündeln und gemeinsam Aufgaben zu bewältigen“, sagte der Minister in einer Ansprache.

Genossenschaftsbanken haben im ersten Halbjahr 2021 gute Ergebnisse erzielt

Die Genossenschaftsbanken sollen laut Pressemitteilung im ersten Halbjahr 2021 gute Ergebnisse erzielt haben. Besonders erfreulich habe sich die Kreditvergabe an Kunden entwickelt, die um 5,04 Prozent angestiegen seien und insgesamt ein Volumen von 25,85 Milliarden Euro erreichen soll. Auch die Kundeneinlagen habe sich auf 22,92 Milliarden Euro erhöht, das sei ein Plus von 2,89 Prozent. Das erwartete Betriebsergebnis vor Bewertung für 2021 beläuft sich trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen auf gute 0,84 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme.

„Die Volksbanken und Raiffeisenbanken sind robust und können die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie gut bewältigen, auch wenn noch nicht alle Spätfolgen in Gänze absehbar sind“, resümierte Verbandsdirektor Axel Schwengels in seinen Ausführungen zur aktuellen Situation. Ein positives Bild zeige sich auch mit Blick auf die ländlichen Mitgliedsunternehmen des Verbandes. „Gerade die für unsere Region so bedeutende Agrarbranche stellt ebenfalls unter Beweis, dass auf sie auch in Krisenzeiten Verlass ist. Unter schwierigsten Marktbedingungen, zu denen neben der Covid-19-Pandemie auch die Afrikanische Schweinepest zählte, konnten die genossenschaftlich orientierten Unternehmen in den Bereichen Obst und Gemüse, Ware, Milch sowie Energie ihre Umsätze im Vergleich zum Vorjahr sogar noch steigern, und die Viehvermarktungsgenossenschaften hielten ihre Umsätze im herausfordernden Umfeld immerhin auf Vorjahresniveau“, so Verbandsdirektor Johannes Freundlieb.

Schwengels wünscht sich gesunden Pragmatismus

Mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl sagte Schwengel: „Genossenschaften zeigen sich in Krisenzeiten leistungsstark, übernehmen Verantwortung und handeln pragmatisch. Diesen gesunden Pragmatismus wünschen wir uns zuweilen auch von der Politik“. Kritik gab es auch für die Europäische Zentralbank (EZB). Die seit Jahren andauernde 0-Negativzinspolitik der EZB würde besonders Sparer und Genossenschaftsbanken hart treffen.

„Negativzinsen sind Gift für unser Finanzsystem und haben das Potenzial, das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Währung zu beschädigen. Primäres Ziel der Geldpolitik ist die Geldwertstabilität. Dazu braucht es keine Negativzinsen, zumindest mittlerweile nicht mehr. Die EZB sollte sich auf ihre Aufgabe als Währungshüterin konzentrieren“, mahnte Schwengels.

Im Rahmen des Verbandstages stimmten die teilnehmenden Mitglieder für eine Änderung der Verbandssatzung. Damit sollen Bezirksversammlungen und Fachtagungen in virtueller Form abgehalten werden können. Auch das Präsidium soll künftig seine Beschlüsse im Wege der schriftlichen Abstimmung oder durch andere Fernkommunikationsmedien fassen können.

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