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Erstes Geständnis im Fall Holt

Windkraftbetrug: Mit fingierten Beteiligungen an Windparks sollen die Beschuldigten drei internationale Großkonzerne betrogen haben.

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Hendrik Holt entwickelte laut Staatsanwaltschaft Windpark-Projekte, um diese an institutionelle Investoren europaweit zu vermarkten. Foto: dpa/Jaspersen

Hendrik Holt entwickelte laut Staatsanwaltschaft Windpark-Projekte, um diese an institutionelle Investoren europaweit zu vermarkten. Foto: dpa/Jaspersen

Bei den Betrugsermittlungen gegen die emsländische Unternehmerfamilie Holt wegen fingierter Windparkbeteiligungen hat eine Beschuldigte ein Geständnis abgelegt. Wie die Polizeidirektion Osnabrück gestern mitteilte, hatte die Schwester des Hauptbeschuldigten Hendrik Holt am Mittwoch und Donnerstag die ihr vorgeworfenen Taten bei einer Vernehmung in Nürnberg in vollem Umfang eingeräumt und dabei auch ihre mutmaßlichen Mittäter schwer belastet. Das Geständnis werde nun von den Ermittlern auf Glaubwürdigkeit geprüft.

Am 17. April wurden die vier Beschuldigte – neben Hendrik Holt und seiner Schwester auch seine Mutter und sein Bruder in verschiedenen Bundesländern festgenommen und in Untersuchungshaft gebracht. Die Festnahmen erfolgten im Oldenburger Münsterland, im Landkreis Osnabrück und in Zirndorf (Bayern). Hendrik holt wurde in seiner Suite in einem Berliner Nobelhotel gestellt. Die Beschuldigten sollen drei internationale Großkonzerne dazu gebracht haben, in fingierte Windparks zu investieren. Der Schaden soll bei fast zehn Millionen Euro liegen. Mit gefälschten Dokumente sollen die Beschuldigten ihre Geschäftspartner hereingelegt haben.

Schaden soll in dreistelliger Millionenhöhe liegen

Am vergangenen Montag erließ das Amtsgericht Osnabrück einen erweiterten Haftbefehl gegen die vier Beschuldigten. Sie sollen vorgehabt haben, zwei weitere Betrugstaten mit einem drohenden Schaden in dreistelliger Millionenhöhe zu begehen.

Bei den Ermittlungen wurden bereits Vermögenswerte in Höhe von mehr als einer Million Euro sichergestellt: unter anderem zwei Bentleys (Modelle Bentayga V8 und Continental GT) im Wert von 400.000 Euro, ein Bentley des Modells Mulsanne Speed im Wert von 300.000 Euro, eine Rolex im Wert von 90.000 Euro, einen Ring im Wert von 5000 Euro und einen Porsche im Wert von rund 120.000 Euro.

Hendrik Holt entwickelte laut Staatsanwaltschaft Windpark-Projekte, um diese an institutionelle Investoren europaweit zu vermarkten. Die Beschuldigten sollen versucht haben, künftige Investoren mit gefälschten Urkunden über ihre Projektvorhaben zu täuschen, um sie dann zu weit überhöhten Preisen verkaufen zu können.

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