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Die Eventmacher wollen uns rotsehen lassen

Eine Branche taumelt wegen Corona dem Abgrund entgegen. Mit einer besonderen Aktion will der Neuenkirchen-Vördener Oliver Kettler die Bürger dafür sensibilisieren.

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Großveranstaltungen sind verboten: Die Corona-Krise trifft vor allem die Eventbranche hart. Foto: dpa/Kahnert

Großveranstaltungen sind verboten: Die Corona-Krise trifft vor allem die Eventbranche hart. Foto: dpa/Kahnert

Ganz besonders schwer von der Corona-Pandemie gebeutelt ist die Veranstaltungsbranche - auch im Südkreis Vechta. Seit Mitte März und noch bis auf unbestimmte Zeit verzeichnet sie keine Einnahmen, zumindest keine nennenswerten.

Auf die besondere Notlage der Branche wollen am kommenden Wochenende auf Initiative des Event-Veranstalters Oliver Kettler aus der Neuenkirchen-Vördener Bauerschaft Severinghausen verschiedene Unternehmen, aber auch Einzelpersonen im Südkreis Vechta und in angrenzenden Kommunen aufmerksam machen.

Gebäude sollen von 20 Uhr bis Mitternacht rot illuminiert sein

Geplant ist, am Freitag und Samstag (19. und 20. Juni) jeweils ab 20 Uhr bis gegen Mitternacht möglichst viele Gebäude rot zu illuminieren. Rot deswegen, weil die Farbe Gefahr symbolisiert, und die gesamte Veranstaltungsbranche wegen der Folgen der Corona-Pandemie vor dem wirtschaftlichen Aus steht.

Vorbild ist dabei die Aktion "Night of Light", die bundesweit für die Nacht vom 22. auf den 23. Juni geplant ist. In ganz Deutschland sollen dann möglichst viele Gebäude und Plätze in rotes Licht getaucht werden.

"Die Veranstaltungsbranche ... benötigt Hilfe und keine Kreditprogramme."Aktion "Night of Light"

"Die Veranstaltungswirtschaft steht auf der Roten Liste der akut vom Aussterben bedrohten Branchen", heißt es auf der Internetseite der Aktion. Die Veranstaltungsbranche, die die nächsten 100 Tage nicht überstehen werde, falls sich nichts ändere, benötige Hilfe und keine Kreditprogramme. "Wir fordern einen Branchendialog mit der Politik, um gemeinsam einen Weg aus der Krise zu finden", heißt es.

Oliver Kettler stellte in dem Zusammenhang klar: Wer dabei sein möchte, müsse die Beleuchtung selbst installieren. Er sei nur der Koordinator. Und: Die von ihm initiierte Aktion verstehe sich nicht als Konkurrenz zu der bundesweiten Ausgabe. Dadurch, dass zwei "Nights of Lights" im Südkreis bereits am Wochenende vorher stattfinden, verspricht er sich eine größere Aufmerksamkeit in der Bevölkerung.

Kettler ist mit der Resonanz bislang zufrieden

Die Resonanz auf die Aktion sei bislang gut, erklärte der Unternehmer aus der Neuenkirchen-Vördener Bauerschaft. Viele Firmen, aber auch Einzelpersonen wie Discjockeys hätten mitgeteilt, sich zu beteiligen. Sie alle eint die Existenzangst.

Hat die Aktion ins Leben gerufen: Event-Veranstalters Oliver Kettler aus der Neuenkirchen-Vördener Bauerschaft Severinghausen. Archivfoto: BergmannHat die Aktion ins Leben gerufen: Event-Veranstalters Oliver Kettler aus der Neuenkirchen-Vördener Bauerschaft Severinghausen. Archivfoto: Bergmann

Oliver Kettler selbst hat seine bislang letzte Veranstaltung am 29. Februar und 1. März bei einem Unternehmen in Rieste ausgerichtet. Seitdem ist der Terminkalender leer. Fest eingeplante Veranstaltungen wurden wegen Corona abgesagt. Zumindest bis zum September werde sich auch nichts mehr tun. Inzwischen seien bei ihm bereits Stornierungen für Weihnachtsfeiern im Dezember eingetroffen. Der Unternehmer geht sogar davon aus, dass Einnahmen in nennenswerter Höhe nicht vor Mai 2021 fließen werden.

"Es ist sehr gut, wenn wir ein Zeichen für die Veranstaltungsbranche setzen."Christian Ewald, Veranstaltungsorganisator

Einer, der ebenfalls betroffen ist und längst seinen leuchtenden Beitrag für das nächste Wochenende plant, ist Christian Ewald, Geschäftsführer der in Damme ansässigen Gesellschaft Maniac. Er ist unter anderem als Organisator der beiden Dammer Jahrmärkte bekannt: "Es ist sehr gut, wenn wir ein Zeichen für die Veranstaltungsbranche setzen."

Er und weitere Personen wie Discjockeys und Musiker, mit denen er kooperiert, überlegen, das Dammer Rathaus und die Scheune Leiber, beide auch Orte für Veranstaltungen, in rotes Licht zu tauchen.

Auch Christian Ewald sagt: "Der Veranstaltungsbranche geht es schlecht." Den Silberstreifen am Horizont sieht er indes nicht, denn wegen der "Willkür der Länder sind derzeit auch keine Ersatzveranstaltungen planbar, weil es an Vorgaben fehlt".

  • Info: Mehr Auskünfte erteilt Oliver Kettler unter der Telefonnummer 05493/5575. Die Internetseite der Aktion "Night of Light" findet sich unter www.night-of-light.de.

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