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Die Dinklager Bürgeraktion steht vor Herausforderungen und Veränderungen

Leerstandsmanagement, Fachkräftemangel und die Attraktivität der Innenstadt sind Themen, die die Geschäftsleute bewegen. Sie müssen sich zudem bald einen neuen Vorsitzenden suchen.

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Die Bürgeraktion und der Gastgeber: (von links) Markus Ruhe (2. Vorsitzender), Elke Berding (Schriftführerin), Marc Rießelmann (Rießelmann Holz und Baustoffe), Angelina Osterhus (erweiterter Vorstand), Mark Schumacher (erweiterter Vorstand) und Verena Peters (kommissarische Citymanagerin). Foto: Klöker

Die Bürgeraktion und der Gastgeber: (von links) Markus Ruhe (2. Vorsitzender), Elke Berding (Schriftführerin), Marc Rießelmann (Rießelmann Holz und Baustoffe), Angelina Osterhus (erweiterter Vorstand), Mark Schumacher (erweiterter Vorstand) und Verena Peters (kommissarische Citymanagerin). Foto: Klöker

Der Ukraine-Krieg und der Fachkräftemangel, die Digitalisierung und das Citymanagement, die Gewerbeschau und ein Wechsel im Vorstand: Die Dinklage Bürgeraktion steht 2023 und in den nächsten Jahren vor einigen Herausforderungen und Veränderungen. Das machte der 2. Vorsitzende, Markus Ruhe, in seiner Rede auf dem Neujahrsempfang der Gewerbetreibenden bei der Firma Rießelmann Holz und Baustoffe deutlich. 160 Betrieben-Vertreter aus Handwerk, Gewerbe, Einzelhandel und Dienstleistung sowie der Verwaltung nahmen an dem Treffen an der Boschstraße teil. 

Beim 10. Neujahrsempfang freute sich Markus Ruhe über die vielen Gäste. Der Autohändler, der den krankheitsbedingt fehlenden Vorsitzenden Joe Behrens als Redner vertrat, räumte ein: Die Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine "bedeuten auch für unsere Betriebe vor Ort große Probleme und Schwierigkeiten".  Das seien aber nicht die einzigen Herausforderungen: „Die Babyboomer gehen in den nächsten 10 Jahren in den Ruhestand, und Themen wie Work-Life-Balance und Attraktivität des Handwerks führen zu einem nicht gekannten Fachkräftemangel“, sagte der 2. Vorsitzende.

Sachbezugskarte für Mitarbeiter kommt

Vor mehr als 8 Jahren wurde die gemeinsame Internetpräsenz „Made-in-Dinklage“ gegründet, um vor allem Handwerks- und Industriebetriebe bei diesem Problem zu unterstützen. Markus Ruhe lud die Anwesenden ein, die von OM-Online betriebene Plattform aktiv zu nutzen. „Das Thema Digitalisierung und hier vor allem Social Media ist unser Citymanager im letzten Jahr mit einer Vortragsreihe angegangen, und wie wir dort unter anderem lernen durften, geht es bei den Industrie- und Handwerksbetrieben auch nur um das Thema Fachkräftesicherung und -gewinnung.“

Das nächste Projekt sei die Einführung einer Sachbezugskarte, die unter dem Namen DinklageCard firmieren soll. „Viele Firmen kennen und nutzen bereits die Möglichkeit, ihren Mitarbeitern bis zu 50 Euro pro Monat steuer- und sozialabgabenfrei zukommen zu lassen. Die DinklageCard soll den Firmen beim Thema Fachkräftesicherung helfen und gleichzeitig den Einzelhandel vor Ort unterstützen, da das Geld nur regional und eben nicht im Internet ausgegeben werden kann“, sagte Ruhe.

Ein nicht zu unterschätzender Punkt beim Thema Fachkräftemangel sei aber auch die Attraktivität der Stadt Dinklage und des Landkreises Vechta. Dazu gehörten Themen wie eine attraktive Aufenthaltsqualität in der Innenstadt und auch ein funktionierender Einzelhandel. „Unter anderem aus diesem Grund haben wir vom Vorstand der Bürgeraktion im Frühjahr 2021 einen Antrag auf die Einstellung eines Citymanagers gestellt. Denn dieses Thema überschreitet eindeutig unsere zeitlichen Möglichkeiten. Dankenswerterweise hat die Politik der Einstellung eines Citymanagers zugestimmt“, berichtete Ruhe.

Bürgeraktion fordert Fokus auf Wirtschaftförderung

Das könne aber nur der erste Schritt sein, um dem bereits begonnenen Wandel entgegenzutreten. Weiter brauche die Stadt Dinklage ein Konzept. Dieses könne aber nur dann entwickelt werden und funktionieren, wenn alle Akteure in der Kommune zusammenarbeiten – von der Rathausspitze über Stadtmarketing, Einzelhandel und Gastronomie, aber auch kulturelle Anbieter und Bürgerinnen und Bürger. Ganz wichtig hierbei sei aus Sicht der Bürgeraktion aber eine funktionierende Wirtschaftsförderung im Rathaus, die verlässlicher Partner und Ansprechpartner für die Wirtschaft vor Ort ist und den Prozess aktiv mitgestaltet und begleitet. Der Verkehrsentwicklungsplan solle ebenfalls zur Stärkung der Attraktivität der Innenstadt beitragen.

Zum Thema Citymanager sagte Markus Ruhe: "Die Aufgaben des Citymanagers sind natürlich nicht nur das Leerstandsmanagement und die Steigerung der Attraktivität der Innenstadt. Sprich, er ist nicht nur für den Einzelhandel da. Auch, wenn das von einigen so wahrgenommen wird. Nein, er ist für die ganze Wirtschaft in Dinklage ein Akteur." Dazu gehöre es, Anstöße für die Umsetzung und Weiterentwicklung der Digitalisierung in den Betrieben zu geben, in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung weitere Ideen zur Bekämpfung des Fachkräftemangels zu entwickeln – zum Beispiel den Ausbau der Kooperation zwischen den Schulen und Betrieben.

Die Stelle des Citymanagers hat nach dem Abgang von Alexander Bartz in den Bundestag interimsweise Verena Peters, die Kassenwartin der Bürgeraktion, übernommen. "Das gibt uns die Ruhe, die Stelle neu zu besetzen und die Stellenbeschreibung und Stellenanforderung zu überarbeiten", sagte Ruhe. 

Für Gewerbeschau sind noch Plätze frei

Er wies zudem auf die Gewerbeschau hin, die vom 1. bis 3. September stattfinden wird. Neben der Kundengewinnung sei dabei auch das Thema Fachkräftegewinnung ein Thema. „Noch sind ein paar Plätze auf der Gewerbeschau frei“, schilderte Ruhe.

Zudem kündigte der Autohändler an, dass es in diesem Jahr im Vorstand der Bürgeraktion zu Veränderungen kommen wird. Vorsitzender Joe Behrens wird sich nach mehr als  20 Jahren Arbeit im Vorstand auf der nächsten Generalversammlung in diesem Frühjahr nicht wieder zur Wahl stellen. „Wir benötigen daher einen neuen 1. Vorsitzenden und auch weitere Mitstreiter im Vorstand."

Stellte sein Unternehmen vor: Marc Rießelmann. Foto: KlökerStellte sein Unternehmen vor: Marc Rießelmann. Foto: Klöker

Anschließend stellte Geschäftsführer Marc Rießelmann das 1946 gegründete Unternehmen Rießelmann Holz und Baustoffe kurz vor. An den drei Standorten Dinklage, Damme und Molbergen beschäftigt das Unternehmen 75 Mitarbeiter. Die Tätigkeitsbereiche des Unternehmens, das von Marc Rießelmann in dritter Generation geleitet wird, umfassen unter anderem Dach- und Fassadenbau, Hochbau, konstruktiven Holzbau, Garten- und Landschaftsbau sowie Tiefbau. Das Unternehmen arbeite zu 80 Prozent mit gewerblichen und zu 20 Prozent mit privaten Kunden zusammen. „Wir haben tolle Mitarbeiter und eine sehr gute Kundschaft. Es macht sehr viel Freude, wir schauen zuversichtlich auf die kommenden Zeiten“, sagte Marc Rießelmann.

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