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Corona-Ausbruch in Wildeshauser Schlachtbetrieb

Nun gibt es auch eine Infektionskette bei einem Schlachtbetrieb in Wildeshausen. 23 Mitarbeiter sind  positiv getestet worden; 4 wohnen im Landkreis Vechta.

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Geestland Putenspezialitäten im Corona-Fokus: Sämtliche 1.100 Mitarbeiter der Produktion werden nun getestet. Foto: dpa/Schuldt

Geestland Putenspezialitäten im Corona-Fokus: Sämtliche 1.100 Mitarbeiter der Produktion werden nun getestet. Foto: dpa/Schuldt

Wie die Verwaltung des Landkreises Oldenburg mitgeteilt hat, ist am Montag eine Reihentestung in dem Betrieb der Geestland Putenspezialitäten in Wildeshausen vorgenommen worden. Der Betrieb gehört zur PHW-Gruppe in Rechterfeld mit der Kernmarke Wiesenhof. 

Das Ergebnis nennt der Landrat des Kreises Oldenburg, Carsten Harings, mit einem Wort: "Erschreckend." Demnach sind 50 Mitarbeiter getestet worden - 23 von ihnen sind mit dem Corona-Virus infiziert. "Wir werden nun entschlossen und zielgerichtet mit dem Unternehmen Maßnahmen durchführen, um die Verbreitung des Virus möglichst einzudämmen und die Ursachen entsprechend aufarbeiten," wird Harings am Dienstagnachmittag in einer Mail zitiert.

4 Infizierte leben im Landkreis Vechta

Geestland Putenspezialitäten hatte bereits am Montag ein Labor damit beauftragt, nun erneut sämtliche 1.100 Mitarbeiter der Produktion zu testen. Die Ergebnisse werden am Freitag erwartet, schreibt die Firma.

Bei den 23 Infizierten handelt es sich nach Angaben von Geestland Putenspezialitäten um Werkvertrags-Beschäftigte. Die Tests seien vom Unternehmen veranlasst worden, nachdem am Wochenende bekannt wurde, dass eine Mitarbeiterin an Covid-19 erkrankt ist. Daraufhin seien 32 Kollegen, die im Schichtbetrieb in direktem Kontakt mit der Frau gestanden haben, aufgefordert worden, zu Hause zu bleiben, sagte eine Firmensprecherin. Sie seien am Montag getestet worden. Das gelte zudem für 18 weitere Mitarbeiter, die zwar nicht in einer Schicht mit der Erkrankten gearbeitet haben, aber bereits Symptome zeigten.

12 der Infizierten leben laut Landrat Carsten Harings im Landkreis Oldenburg. 4 Personen leben im Landkreis Vechta; sie stehen nach Behördenangaben unter Quarantäne. Um weitere Kontaktpersonen der Infizierten zu ermitteln, forderte der Landkreis Oldenburg Hilfe vom Landesgesundheitsamt an. Am Dienstag lag die sogenannte 7-Tages-Inzidenz für den Landkreis Oldenburg bei 1,5. Der Wert zeigt an, wie viele Neuinfektionen in den vergangenen 7 Tagen pro 100.000 Einwohner gemeldet wurden.

Gesundheitsamt hat erste Anhaltspunkte

Die 1.100 Beschäftigten sind erst Anfang Juni untersucht worden. Dabei wurde ein positiver Fall festgestellt. Von den aktuell 23 Infizierten wurden bei diesem Massentest 22 Personen negativ getestet. Ein Mitarbeiter ist neu in dem Unternehmen und war bei der Testreihe Anfang Juni nicht dabei. „Den Grund für die erneuten Infektionen wollen wir nun ermitteln. Es gibt erst Ansätze, jedoch werden wir nicht spekulieren. Wir halten uns an Fakten“, so Landrat Harings.

Als sich am Wochenende nun die Mitarbeiterin aufgrund von Symptomen auf Covid-19 testen ließ und das Ergebnis bekannt wurde, ist nach Angaben der Kreisverwaltung eine weitere Person aus Wildeshausen, die aber nicht in dem Betrieb arbeitet, untersucht worden. Auch hier ist das Ergebnis positiv. Zwischen diesen beiden Personen bestehen private Kontakte.

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