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Biomethan-Anlage am C-Port: Revis richtet die Baustelle ein

Die Baugenehmigung steht noch aus, trotzdem beginnt Revis damit, die Baustelle für die umstrittene Anlage vorzubereiten. Auf eigenes Risiko, wie das Unternehmen betont.

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Los geht's: Auf dem Areal am Ems-Dollart-Ring im C-Port starteten am Montag die vorbereitenden Maßnahmen für den Bau der Biomethan-Anlage der Firma Revis. Foto: Stix

Los geht's: Auf dem Areal am Ems-Dollart-Ring im C-Port starteten am Montag die vorbereitenden Maßnahmen für den Bau der Biomethan-Anlage der Firma Revis. Foto: Stix

Fast wirkt es, als hätte Tesla-Chef Elon Musk Pate gestanden: Obwohl die Baugenehmigung durch das Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg (GAA) noch nicht vorliegt, sind auf dem Areal am C-Port, auf dem die Biomethan-Anlage der Firma Revis entstehen soll, seit Montag erste Bauarbeiten im Gange. Von einem vorzeitigen Baustart wie bei der Tesla-Fabrik im brandenburgischen Grünheide kann nach Auskunft des Unternehmens aus Münster jedoch keine Rede sein. Bei den Arbeiten handele es sich, so Projektingenieur Tim van Bevern, ausschließlich um vorbereitende Maßnahmen.

"Aktuell werden Flächen planiert und mit Schotter verfüllt, um darauf Baucontainer aufzustellen sowie Park- und Lagerflächen für Baumaterialien zu schaffen", teilt das Unternehmen mit. "Zudem sollen Versorgungsleitungen gelegt werden." Ein bisschen Tesla schimmert dann allerdings doch noch durch, denn die Maßnahmen nimmt Revis auf eigenes Risiko vor. "Sollte als Ergebnis des derzeit laufenden Genehmigungsverfahrens stehen, dass die Biomethan-Anlage nicht gebaut werden darf, erfolgt ein vollständiger Rückbau auf Kosten der Revis", heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

Bau der Anlage soll so schnell wie möglich beginnen

Juristisch sei dies kein Problem, versichert van Bevern. "Die Revis beginnt mit Maßnahmen, wie den aktuellen, immer in dem Rahmen, wie es die rechtlichen Voraussetzungen zulassen", sagt er. Ziel allerdings sei es, mit dem Bau der Anlage selbst so schnell wie möglich zu beginnen, sobald die Voraussetzungen – auch für einen vorgezogenen Baustart – gegeben seien. Für die seit Montag laufenden Arbeiten rechnet das Unternehmen mit einer Bauzeit von etwa 5 Wochen. Der Beginn der Vorarbeiten beruhe allerdings nicht auf irgendwelchen positiven Signalen aus Oldenburg, betont der Projektingenieur. "Es ist nicht üblich, dass einer Entscheidung in einem laufenden Verfahren von einer Behörde vorausgegriffen wird", sagt er. 

Wann die eigentlichen Bauarbeiten beginnen können, lasse sich deshalb momentan auch noch nicht sagen. Das hänge allein vom GAA ab, betont van Bevern. „Wir sind uns sicher, dass das GAA alle erforderlichen rechtlichen und sonstigen Maßnahmen in den durch die geltenden Gesetze vorgegebenen Zeitfenstern umsetzt.“ Und auch zur voraussichtlichen Dauer der Baumaßnahme will er keine Angaben machen. "Wir haben natürlich einen Bauzeitenplan", sagt er. Angesichts der aktuellen Lage auf dem Rohstoffmarkt sei man sich aber bewusst, dass es eine Herausforderung werde, diesen Zeitplan einzuhalten. "Sobald wir konkret wissen, wann wir starten können, werden wir auf Basis der dann vorliegenden Informationen über die weitere Termin- und Bauplanung informieren", verspricht er.

Erste Widersprüche gegen die Anlage liegen bereits vor

Die dürfte nicht zuletzt davon abhängen, wie sich die Widersprüche und eventuelle Klagen gegen die Anlage entwickeln. So hat etwa der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen (LBU), der die Bürgerbewegung Saterland und Umgebung bei ihrem Kampf gegen die Anlage unterstützt, einen Widerspruch gegen die genehmigte Trassenführung für das anfallende Abwasser eingereicht. Auch beim GAA soll ein Einspruch gegen die Anlage vorliegen. Für Revis kein Grund, auf die Bremse zu treten. "Mit etwaigen Klagen, Fragen oder Themen, über die im Zusammenhang mit unserem Vorhaben spekuliert wird, beschäftigen wir uns, wenn sie auf dem Tisch liegen", sagt van Bevern. Alles andere sei aus Sicht des Unternehmens nicht zielführend.

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