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Aneurysmen bleiben oftmals unentdeckt

"Schlagadern sind das größte Problem", sagt Dr. Wojciech M. Klonek von der Klinik für Gefäßchirurgie und endovaskuläre Chirurgie. Bis zu 1500 Operationen führen die 6 Fachärzte pro Jahr durch.

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Symbolfoto: Kaiser

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Diabetes hat das Rauchen als größten Risikofaktor bei Gefäßkrankheiten abgelöst. Dies macht Dr. Wojciech M. Klonek, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie und endovaskuläre Chirurgie am St.-Josefs-Hospital, im Gespräch mit OM online deutlich.

Bis zu 1500 Operationen führen die sechs Fachärzte der Abteilung pro Jahr in Cloppenburg durch. "Sie sind sehr engagiert", sagt Klonek. Ein Lob spricht er dabei auch den OP- und Stationsschwestern sowie dem gesamten Pflegepersonal aus: "Ohne sie könnten wir nicht operieren."

Wird die Gefäßchirurgie im Volksmund oft nur als Entfernung der Krampfadern verstanden, handele es sich aber zum größten Teil um Chirurgie der Schlagadern als Ausdruck der
Zivilisationskrankheit Arteriosklerose.

Team-Entscheidungen für den Patienten

"Heute sind die Schlagadern das große Problem", erklärt Klonek. Auch werden zum Beispiel Zugänge für Dialyse-Patienten gelegt und versorgt. Im Alltag beschäftigen sich die Mediziner mit Problemen von Hals bis Fuß, ausgenommen sind das Herz und offene Operationen an der Brustschlagader. Vor Ort wird im Team mit weiteren Fachrichtungen entschieden, was man gemeinsam für den Patienten tun könne.

Besonders gefährlich sind nach Angaben des Chefarztes Aneurysmen der Bauchschlagader. Weil symptomfrei, bleiben sie oft unentdeckt, bis es zu inneren Blutungen kommt. "Patienten erreichen dann oftmals nicht mal mehr das Krankenhaus", warnt der Mediziner. Beim Aneurysma im Knie drohe im schlimmsten Fall die Amputation. "Leider warten viele Patienten zu lange, bis sie zu uns kommen", sagt Klonek.

Weit verbreitet sei die sogenannte Schaufensterkrankheit, dies sei die erste Stufe. Betroffene können dabei nur eine bestimmte Strecke gehen, zum Beispiel 200 Meter oder noch weniger, bevor sie Schmerzen haben und anhalten müssen. Ohne Behandlung folgen oftmals in der zweiten Stufe die Ruheschmerzen, die für schlaflose Nächte sorgen. Bei der dritten Stufe drohe der Beinverlust.

Aus Risikofaktoren kann Negativ-Kreislauf entstehen

Neben Diabetes und Rauchen gehören auch arterieller Bluthochdruck, Bewegungsmangel und erhöhte Blutfette zu den Risikofaktoren. Daraus entstehe in einigen Fällen ein Negativ-Kreislauf. Erkrankte können aufgrund der Schmerzen nicht mehr gehen und durch den Bewegungsmangel werde das Leiden weiter verschlimmert.

Zur Risikogruppe gehören gleichermaßen Männer wie Frauen ab 60 Jahren. Bei der Bauchaorta sind es jedoch die Herren ab 65 Jahren, für sie übernehmen einige Krankenkassen die Kosten für ein Screening der Bauchgefäße. Sie haben ein sechs Mal höheres Risiko im Vergleich zu Frauen.

Ein Problem der Gefäßchirurgie ist laut Klonek zurzeit der Nachwuchsmangel an Ärzten. "An der Uni wird das Fachgebiet kaum gelernt. Einige Studenten wissen gar nicht, dass es das gibt", sagt er. Nach dem Abschluss könnten sich die jungen Ärzte allerdings über sechs Jahre auf diesem Gebiet spezialisieren. Auch hier sei das Cloppenburger Krankenhaus gut aufgestellt, aufgrund des breiten Spektrums habe man eine volle Weiterbildungsermächtigung.

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