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Alte Oldenburger Krankenversicherungsgruppe auch in Corona-Pandemie mit guten Zahlen

Privater Krankenversicherer verliert Mitglieder, können ihre Beitragseinnahmen aber erhöhen. Der Kapitalanlagebestand steigt auf jetzt 2,55 Milliarden Euro, das Eigenkapital auf 95,5 Millionen Euro.

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Präsentierten die Zahlen 2020 der Alte Oldenburger: Vorstandsvorsitzender Manfred Schnieders (rechts) und Vorstandsmitglied Dr. Dietrich Vieregge. Foto: Harder

Präsentierten die Zahlen 2020 der Alte Oldenburger: Vorstandsvorsitzender Manfred Schnieders (rechts) und Vorstandsmitglied Dr. Dietrich Vieregge. Foto: Harder

Vorstandsvorsitzender Manfred Schnieders spricht von "einem herausfordernden Geschäftsjahr 2020 für die Alte Oldenburger Krankenversicherungsgruppe". Die Privat-Krankenversicherer mit Sitz in Vechta und Hannover konnten aber auch unter den andauernden Schwierigkeiten durch die Corona-Pandemie gute Ergebnisse erzielen. "Die Pandemie hat unsere innerbetrieblichen Prozesse stark verändert und auch den Vertrieb deutlich erschwert. Die Anpassungen an diese neuen Bedingungen sind uns sehr gut gelungen, sodass unsere Unternehmen auch in schwierigem Fahrwasser den Kurs halten konnten", erklärte Schnieders, der in seiner Bilanz für die Alte Oldenburger Krankenversicherungsgruppe die Zahlen der beiden verbundenen Unternehmen Alte Oldenburger Krankenversicherung AG und Provinzial Krankenversicherung Hannover AG präsentierte.

Schnieders sah das Jahr 2020 als eines, in dem es erneut gelang, eine "nachhaltige und ertragsorientierte Geschäftspolitik zu forcieren und sowohl die verwendeten Mittel für unsere Versicherten weiter aufzustocken als auch das Eigenkapital zu stärken". Beide Unternehmen wachsen vor allem in der Vollversicherung, mussten allerdings in der Zusatzversicherung einen leichten Bestandsverlust hinnehmen.

Bei der Alte Oldenburger Krankenversicherungsgruppe sind 330.000 Menschen versichert

Über 330.000 Personen sind in der Alte Oldenburger Krankenversicherungsgruppe versichert. Das sind im Vergleich zum Vorjahr rund 1.250 Mitglieder weniger. Voll versichert sind 65.553 Mitglieder, bei der Alte Oldenburger 50.957, in Hannover 14.586. In der Zusatzversicherung betreuen die beiden Unternehmen 264.601 Mitglieder. Der Anteil der Zusatz-Krankenversicherten, die in Vechta betreut werden ist auf 108.081 (2019: 110.069) gesunken, in Hannover mit 156.520 (156.395) leicht angestiegen.

In Summe haben die Krankenversicherungsunternehmen Beiträge in Höhe von 338,3 Millionen Euro vereinnahmt. Das sind 5,1 Prozent mehr als 2019. Knapp 253 Millionen Euro kamen von in Vechta betreuten Kunden.

Der Bruttoüberschuss der beiden Unternehmen lag im Jahr 2020 bei 58,1 Millionen Euro, das waren rund 9,6 Millionen Euro mehr als im Jahr 2019. Das Eigenkapital steigt um 4,1 Millionen Euro auf 95,5 Millionen Euro. Davon sind 67,3 Millionen Euro der Alte Oldenburger Krankenversicherung zugeordnet.

Die erfolgreiche Verwaltung der Kapitalanlagen ist wichtiger Bestandteil des Geschäftsmodells der privaten Krankenversicherung, sagt Schnieders. "Wir profitieren hier von einem nachhaltigen Kapitalanlagemanagement und einer soliden Anlagepolitik, wodurch es uns möglich ist, nicht nur im anhaltenden Niedrigzinsniveau auskömmliche Renditen auszuweisen, sondern auch die durch die Corona-Pandemie entstandenen Verwerfungen an den Kapitalmärkten auszugleichen".

Die Ausgaben für Versicherungsfälle steigen moderat an

Auch im Geschäftsjahr 2020 gelang es der Gruppe, ihren Kapitalanlagebestand erneut zu erhöhen. Das bedingt durch einen anhaltend niedrigen Aufwand für Versicherungsfälle, der 2020 bei 185,6 Millionen Euro (2019: 178,9 Mio. Euro) lag. Die Kapitalanlagen der Gruppe stiegen auf 2,55 Milliarden Euro. Im Jahr 2019 lag dieser Bestand noch bei rund 2,4 Milliarden Euro. Das Gros der Anlagen in 2020 wird mit 2,04 Milliarden Euro von der Alte Oldenburger Krankenversicherung AG gestellt.

Für ihre angelegten Gelder erzielen die beiden Unternehmen immer noch eine passable Verzinsung. Die Höhe der Nettoverzinsung gibt die Gruppe mit 2,6 Prozent an. Im Jahr 2019 waren es noch 2,7 Prozent.

Für den Versicherungsvertrieb ergaben sich laut Schnieders aufgrund der in der Corona-Pandemie erlassenen Kontaktbeschränkungen natürlich neue Herausforderungen. "Die digitale Transformation unseres Geschäftsmodells hat sich im Jahr 2020 weiter beschleunigt. So haben wir die bereits etablierte digitale Vertriebsunterstützung im Geschäftsjahr 2020 durch Onlinemessen, Webinare und Onlineberatungstools weiter intensiviert", erklärt Schnieders neue Vertriebswege.

Die Unternehmen der Gruppe haben zusammen 315 Mitarbeiter. Für den Standort in Vechta sind 275 Menschen tätig, in Hannover sind es 40.

Schnieders wagte einen recht optimistischen Ausblick: "Corona wird uns auch im aktuellen Geschäftsjahr weiterhin begleiten. Allerdings hat das Jahr 2020 gezeigt, dass wir auch unter diesen neuen schwierigen Bedingungen erfolgreich agieren können. Wir sehen uns somit gut aufgestellt, um auch im Jahr 2021 – trotz Corona – auf die Herausforderungen der Branche und des Kapitalmarktes reagieren zu können", resümiert der Vorstandsvorsitzende.

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