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Als Inklusionsunternehmen fest im Markt verankert

Die Firma LMG ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die vom Caritas-Verein Altenoythe vor 20 Jahren als eines der ersten Inklusionsunternehmen in Niedersachsen gegründet wurde.

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Inklusionsunternehmen: Seit 20 Jahren behauptet sich die LMG gGmbh, eine Tochter des Caritas-Vereins Altenoythe, am Markt. Die 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter feierten jetzt das Jubiläum. Foto: Schiwyair Medienproduktion

Inklusionsunternehmen: Seit 20 Jahren behauptet sich die LMG gGmbh, eine Tochter des Caritas-Vereins Altenoythe, am Markt. Die 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter feierten jetzt das Jubiläum. Foto: Schiwyair Medienproduktion

Auf den ersten Blick ist die LMG in Scharrel ein ganz normales Unternehmen. Die Firma produziert seit dem 1. April 2002 Serienbauteile und kleine Maschinenbaugruppen, die sie unter anderem auch nach Dänemark, Mexiko und Vietnam exportiert. Dass die LMG etwas Besonderes ist, zeigt sich von außen zuerst in der Gesellschaftsform. Sie firmiert nicht als GmbH, sondern als gGmbh, als gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Ihre Erträge kommen also einem gemeinnützigen Zweck zugute.

Dieser Zweck ist der Caritas-Verein Altenoythe, der alleiniger Gesellschafter der LMG ist. Der Caritas-Verein gründete die Firma 2002 mit dem Ziel, Menschen mit Beeinträchtigung einen Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu bieten. "Damals war die LMG eine der ersten Firmen dieser Art in Niedersachsen, ansonsten gab es lediglich Inklusionsprojekte", erzählt Caritas-Geschäftsführer Andreas Wieborg. "Heute gibt es allein in Niedersachsen rund 70 Inklusionsunternehmen wie die LMG."

Knapp die Hälfte der über 70 Mitarbeiter ist schwerbehindert

Die zweite Besonderheit der LMG ist die Zusammensetzung der Belegschaft. Knapp die Hälfte der über 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist schwerbehindert. "Hier arbeiten Menschen, denen wir es durchaus zutrauen, auch am 1. Arbeitsmarkt erfolgreich zu sein", erläutert Wieborg. "Und wir haben Mitarbeiter, die eine Beeinträchtigung haben, aber aus unterschiedlichen Gründen nicht in einer unserer Werkstätten arbeiten wollen."

Das Besondere an der LMG sei, so Wieborg, dass sie ausschließlich auf dem sogenannten ersten Markt agiert, also Aufträge von Privatpersonen, Klein- und inzwischen zunehmend auch von Großunternehmen einwirbt und sich damit dem Wettbewerb stellt. "Von der Mutter, also vom Caritas-Verein, gehen keine Aufträge an die LMG", erläutert Wieborg. Der Umsatz der gGmbH liege derzeit im niedrigen zweistelligen Millionenbereich.

„Wir werden es so nicht gut sein lassen, sondern auf die Vergrößerung hinarbeiten.“Josef Kalmlage, LMG-Betriebsleiter, am 1. April 2002

Danach hat es in den Anfängen noch nicht ausgesehen. Vor  20 Jahren, am 1. April 2002, starteten der damalige Geschäftsführer Michael Bode und Betriebsleiter Josef Kalmlage mit einer Bürokraft und fünf Produktionsmitarbeitern. Die Produktpalette umfasste zunächst kleinere Aufträge in der Metallbe- und -verarbeitung, der Kundenstamm war noch überschaubar. Neben den beauftragten Metallbauteilen in kleinen Serien stellte das junge Unternehmen auch Gartenstecker sowie dekorativen Blumensäulen für Händler und Privatkunden her. Ambitionen indes gab es: „Wir werden es so nicht gut sein lassen, sondern auf die Vergrößerung hinarbeiten“, betonte Kalmlage damals in seiner Eröffnungsrede.

Und das, so die heutige Geschäftsführung, sei gelungen. „Mit einem zuletzt achtstelligen Umsatzvolumen im Jahr 2021 kann sich die LMG durchaus sehen lassen und stellt ein Erfolgsprojekt des Caritas-Vereins Altenoythe dar“, stellt Caritas-Geschäftsführer Stefan Sukop fest. Allerdings sei die LMG auch durch bewegte Zeiten gegangen, in denen die Aussichten nicht immer so gut gewesen seien wie heute. „Doch weder die globale Finanzkrise, wegfallende Kundensegmente, steigende Ansprüche aus der Wirtschaft noch die Corona-Pandemie brachten uns aus dem Takt“, sagt Sukop.

Herausforderungen durch Hallenerweiterungen und Modernisierung des Maschinenparks gemeistert

Die steigenden Herausforderungen habe man mit Restrukturierungen wie der Zusammenlegung der zwei kleinen Standorte in Scharrel und Neuscharrel in Scharrel-Bätholt, entsprechenden Hallenerweiterungen sowie der Modernisierung des Fuhr- und Maschinenparks gemeistert, erläutert Sukop. So gehören inzwischen moderne Laseranlagen, robotergestützte Kantbänke und halbautonome Schweißroboter zur Ausstattung der LMG.

Für Betriebsleiter Josef Kalmlage, der in den vergangenen 20 Jahren maßgeblich an der Entwicklung des Inklusionsunternehmens beteiligt war, war das Jubiläum am 1. April noch in anderer Hinsicht ein besonderer Tag. Er verabschiedete sich in den Ruhestand und übergab die Betriebsleitung an seine langjährigen Stellvertreter, Matthias Fecht und Bernhard Meyer.

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