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Alle Geestland-Mitarbeiter stehen unter Quarantäne

Der Wildeshauser Schlachtbetrieb darf zudem keine Puten mehr annehmen. Doch jetzt drohen Tierschutzprobleme, teilt die PHW-Gruppe mit. Deshalb müsse andernorts geschlachtet werden dürfen.

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Der Schlachthof Geestland Putenspezialitäten. Foto: Sina Schuldt/dpa

Der Schlachthof Geestland Putenspezialitäten. Foto: Sina Schuldt/dpa

Der Landkreis Oldenburg hat am Freitag für die rund 1.100 Beschäftigten des Wildeshauser Schlachtbetriebs Geestland eine 14-tägige Quarantäne erlassen. Nach derzeitigem Stand gibt es 46 Covid-19-Fälle bei Geestland. Die Produktion wird nach Unternehmensangaben nun für zwei Wochen ruhen. 

Wie Landrat Carsten Harings am Freitag informierte, seien dem Gesundheitsamt drüber hinaus drei weitere Infektionsschwerpunkte in Wildeshausen bekannt - sie alle seien auf den Schlachthof zurückzuführen.

Unternehmen hofft auf Sondergenehmigungen

Auch im Betrieb selbst scheint die Lage angespannt zu sein. Das  Tagespensum von derzeit 24.000 Putenschlachtungen sei nicht mehr zu schaffen, weil Arbeiter fehlen, berichtet die Kreiszeitung. Bei Geestland werden demnach normalerweise 40.000 Tiere pro Tag geschlachtet. Nach Angaben der PHW-Gruppe, zu der Geestland gehört, sei der Betrieb schon seit Anfang dieser Woche herunterfahren worden.

Das aber habe Folgen, warnt die Firma. Wenn keine Puten mehr angenommen werden, bekämen die Aufzuchtbetriebe massive Probleme. In Deutschland würde die Unternehmensgruppe keine weiteren Schlacht- und Zerlegebetrieb für Puten betreiben.  Alternativen seien gesucht, aber nicht gefunden worden. Norbert Deeken, Geschäftsführer der Geestland Putenspezialitäten, wendet sich nun ans Land: "Es müssen gemeinsam und schnellstmöglich Lösungsmöglichkeiten für die Landwirte gefunden werden. Im schlimmsten Fall müssten die Landwirte gesunde Tiere in ihrem Betrieb töten. Dies gilt es jetzt unbedingt zu vermeiden."

Deshalb sei das Landwirtschaftsministerium in Hannover um Soforthilfe in Form von Sondergenehmigungen für die Schlachtung der Puten in anderen Schlachtereien in Niedersachsen gebeten worden.

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