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Zwei Vizemeister sind heiß auf die zweite Chance

Der SV Peheim und BW Langförden kämpfen am Donnerstag (19.00 Uhr) um den Aufstieg in die Fußball-Bezirksliga. OM-Online hat vor dem Relegationsspiel in Cappeln mit beiden Trainern gesprochen.

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Fokus auf die Defensive: Vor allem die Peheimer Abwehr ist am Donnerstagabend auf der Sportanlage des SV Cappeln gefordert: Gegner BW Langförden erzielte in seinen 32 Saisonspielen im Schnitt fast vier Tore. Foto: Wulfers

Fokus auf die Defensive: Vor allem die Peheimer Abwehr ist am Donnerstagabend auf der Sportanlage des SV Cappeln gefordert: Gegner BW Langförden erzielte in seinen 32 Saisonspielen im Schnitt fast vier Tore. Foto: Wulfers

Ende Mai war die Enttäuschung im Peheimer Lager zunächst groß gewesen. Zwar hatten die Kreisliga-Kicker die letzte Saisonpartie in Sedelsberg mit 3:2 gewonnen, den SV Petersdorf aber nicht mehr von Platz eins verdrängen können. Doch schon unmittelbar nach dem Abpfiff hatte Trainer Thorsten Engelberg seinen Spielern auf dem FCS-Platz gesagt, dass der „Fußball-Gott“ dem SVP nach der starken Serie eigentlich eine zweite Chance auf den Sprung in die Bezirksliga geben müsse.

Seine Worte fanden ganz oben offenbar Gehör: In Cappeln trifft der SV Peheim am Donnerstagabend im Aufstiegsspiel der beiden Vizemeister aus den Kreisligen Cloppenburg und Vechta auf BW Langförden. Die Partie auf der SVC-Anlage wird um 19.00 Uhr angepfiffen.

Dass in der OM-Bezirksliga noch ein Platz frei ist, liegt am Landesliga-Verzicht der drei Kandidaten in der ostfriesischen Bezirksliga (Bunde, Strudden, Holtland) und daran, dass kein Landesligist in die OM-Spielklasse abgestiegen ist. So machten Falke Steinfeld und der VfL Oythe den Klassenerhalt am vergangenen Sonntag perfekt.

Kreisliga-Vizemeister treffen zum 16. Mal aufeinander

In Peheim fiebern sie dem Duell seitdem entgegen. „Wir freuen uns riesig auf das Spiel und wollen unsere Chance unbedingt nutzen“, sagt Thorsten Engelberg. Nach dem Saisonfinale hatte der Coach seiner Mannschaft vier Tage freigegeben, bevor das Training wieder aufgenommen wurde. „Obwohl bis Sonntag nicht klar war, ob wir das Aufstiegsspiel überhaupt bekommen, haben die Jungs nicht einmal gemurrt und engagiert trainiert“, so Engelberg.

Die Kreisliga-Vizemeister ermitteln bereits zum 16. Mal einen dritten Aufsteiger, seit der Premiere 1998 steht es 8:7 für die CLP-Vertreter. Und ein Blick in die Historie jener Relegationspartien sollte den Peheimern Mut machen. Zweimal spielte der SVP bislang gegen einen VEC-Vertreter um den Bezirksliga-Aufstieg, zweimal setzte sich das Team durch: 2007 mit 4:2 nach Elfmeterschießen gegen Bakum, 2015 mit 3:1 gegen Oythe II. Sollte der Klub aus der Gemeinde Molbergen am Donnerstag auch Langförden besiegen, würde er nach dem Abstieg 2016 in die Bezirksliga zurückkehren.

Nicht nur Thorsten Engelberg weiß allerdings, dass BWL eine „harte Nuss“ ist – vor allem die Offensivabteilung um Top-Torjäger Andre Wohlers sorgte in der VEC-Kreisliga-Saison für „Angst und Schrecken“. In den 32 Partien erzielte Langförden, das vom ehemaligen Cloppenburger Jugendcoach Peter Siemer trainiert wird, 121 Treffer – im Schnitt also knapp vier Tore pro Spiel. Wohlers ging kaum einmal leer aus und knipste beeindruckende 47 Mal. Zuletzt brillierte er beim 5:0 gegen Dinklage II mit fünf und beim 10:3 gegen Neuenkirchen mit neun (!) Toren.

„Natürlich wissen wir um die Stärken von Wohlers und dem BWL-Angriff. Wir werden aber sicher nicht in Ehrfurcht erstarren und wollen versuchen, unser Spiel durchzuziehen“, sagt Thorsten Engelberg. Er und sein Team werden nach Cappeln von zahlreichen Anhängern begleitet. „Unter anderem haben wir schon zwei Busse voll“, so Engelberg. Weil auch Vechtas frischgebackener Kreispokalsieger BW Langförden auf die Unterstützung zahlreicher Fans hoffen darf und die Wettervorhersage für Donnerstagabend vielversprechend ist, rechnen alle Beteiligten mit einer großen Kulisse.

Mitfiebern am Spielfeldrand: Langfördens Bank um Coach Peter Siemer (links), hier im Kreisliga-Topspiel gegen Damme. Foto: SchikoraMitfiebern am Spielfeldrand: Langfördens Bank um Coach Peter Siemer (links), hier im Kreisliga-Topspiel gegen Damme. Foto: Schikora

Auch Siemer freut sich auf ein „Riesenspiel“ gegen einen „richtig starken Gegner“ – und das alles auf einem „super Rasen“, wie er zu berichten weiß. Seiner Mannschaft attestierte der BWL-Coach bislang eine „super Saison“, die nun gekrönt werden soll.  Er sagt: „Wir wollen das jetzt unbedingt packen. Und ich bin richtig guter Dinge, dass es auch klappt.“ Dass die Peheimer sicherlich alles versuchen werden, um Wohlers aus dem Spiel zu nehmen, nimmt Siemer ganz gelassen. „Er kennt das“, sagt der Coach ganz entspannt. Wohlers selbst hat eh das große Ganze im Blick: „Wir wollen die Saison krönen.“

Siemer hat Peheim beim 2:0-Sieg im vorletzten Saisonspiel gegen den BV Bühren unter die Lupe genommen - ein Aufstiegsspiel war da noch weit weg. Siemers Eindruck vom SV Peheim? „Kämpferisch echt stark“, so der BWL-Coach, „und individuell herausragend besetzt“. Tobias Bruns, mit 20 Saisontoren teamintern die Nummer eins, sei ein „bulliger, schneller, beweglicher Stürmer“, so Siemer. Den Ex-Oyther Andreas Gergert kennt Siemer aus der gemeinsamen Zeit beim BV Cloppenburg: „Er war mein Kapitän in der A-Jugend.“ Apropos Ex-Oyther: Sönke Ahlrichs wechselte im Januar von Oythe II nach Peheim und kam dort als Stammspieler in der Defensive (zwölf Spiele mit 86 Minuten im Schnitt) auch auf drei Tore. Und Peheims Keeper Johannes Schrand ist für Siemer der „beste Torwart in der Kreisliga Cloppenburg“.

Peheim verlor in 30 Liga-Spielen nur dreimal, verbuchte allerdings auch acht Remis. Sollte es in Cappeln nach 90 Minuten keinen Sieger geben, folgt direkt ein Elfmeterschießen. Grundsätzlich hält Siemer fest: „Der Gegner ist richtig gut. Aber ich bin mir sicher, dass wir Lösungen finden werden.“

Dass Langförden im Kreispokal-Endspiel in Visbek recht große Schwankungen (2:0, 2:3, 3:3) hatte, sieht Siemer gelassen: „Solche Schwankungen sind normal für unsere Spielweise. Es geht darum, sie zu akzeptieren und damit umzugehen.“ Das Training nach dem Kreispokal-Finale sei übrigens der Schlüssel für den starken Endspurt gewesen. „Dort haben alle klar signalisiert, dass wir den Aufstieg in Angriff nehmen wollen“, sagt Siemer.

Personell sieht es gut aus: Bis auf die Langzeitverletzten Maik Schmedes und Henrik Grave sind alle an Bord. Auch der zuletzt angeschlagene Hannes Wübbelmann ist wohl wieder mit von der Partie.


Aufstiegsspiele der Kreisliga-Vizemeister

  • 1998 in Ahlhorn:  SV Höltinghausen - Fortuna Einen 3:2
  • 1999 in Bakum:  FC Lastrup - GW Brockdorf 2:1
  • 2000 in Molbergen:   F. Steinfeld II - BW Ramsloh  1:1, n.V. 3:1
  • 2001 in  Bethen:   BW Lüsche - Hansa Friesoythe 3:1
  • 2002 in Lüsche:  SV Thüle - BS Vörden 2:1
  • 2003 in Lüsche:  SV Kroge - BW Galgenmoor 0:0, i.E. 4:3
  • 2004 in Cappeln:  Evenkamp - Amasya. Lohne 1:1, i.E. 5:4
  • 2005 in Visbek:  SFN Vechta - SV Bethen 1:0
  • 2007 in Sevelten:  SV Peheim - SC Bakum 2:2, n.V. 4:2
  • 2008 in Langförden:  SC Bakum - Höltinghausen 1:0
  • 2012 in Bakum:  BV Essen - GW Brockdorf 3:1
  • 2015 in Höltinghausen: SV Peheim - VfL Oythe II 3:1
  • 2016 in Bakum:  Cloppenburg II - BW Lohne II 2:2, i.E. 3:2
  • 2017 in Emstekerfeld:  SFN Vechta - SV Molbergen 1:0
  • 2018 in Goldenstedt:  VfL Oythe II - SV Harkebrügge 1:0

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