Zu wenig Physis: Finaltraum der Rasta Academy platzt gegen Ulm
Die U-19-Basketballer von Rasta Vechta müssen beim Top 4 der NBBL in Berlin die Überlegenheit von Ratiopharm Ulm anerkennen.
Carsten Boning | 17.05.2026
Die U-19-Basketballer von Rasta Vechta müssen beim Top 4 der NBBL in Berlin die Überlegenheit von Ratiopharm Ulm anerkennen.
Carsten Boning | 17.05.2026

17 Punkte gegen Ulm: Rastas Moritz Grüß (rechst) attackiert den Korb. Foto: Florian Ullbrich
Sie hätten dem Favoriten gerne ein Bein gestellt, sie hatten insgeheim auf eine Überraschung und den Einzug ins Finale gehofft, doch daraus wurde nichts: Die U19-Basketballer der Rasta Academy haben beim „Top 4“ der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (NBBL) den Sprung ins Endspiel verpasst. Das Team von Harm-Ubbo Horst verlor am Samstag das Halbfinale gegen Titelanwärter Ratiopharm Ulm mit 74:87 (29:48). Vor 2075 Zuschauern in der Berliner Sömmeringhalle, in der am Wochenende auch das „Top 4“ der Jugend-Basketball-Bundesliga (U16/JBBL) sowie der weiblichen Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (U18/WNBL) stattfand, mussten die Talente von Rasta Vechta die physische und athletische Überlegenheit der Ulmer anerkennen. Topscorer des Halbfinals war Rastas Talent Epke Kruthaup mit 23 Punkten. Ebenfalls zweistellig punkteten Moritz Grüß (17), Fynn Lastring und Peja Strobl (je 10). Für Rastas U19 ist die Niederlage gegen Ulm gleichbedeutend mit dem Saisonende. Rastas Team, das nur drei Spieler des 2007er-Jahrgangs aufbot, erwischte einen guten Start und führte dank einiger Distanztreffer kurz vor dem Ende des ersten Viertels mit 23:16. Dann aber fand Ulm zu seinem Spiel und drängte die körperlich klar unterlegenen Rasta-Jungs, die sich mit Playoff-Siegen gegen die Berlin Dreams (2:0 im Achtelfinale) und die Baskets Juniors Oldenburg (2:0 im Viertelfinale) für das Finalturnier qualifiziert hatten, immer weiter zurück. Im Verlauf des dritten Viertels lag Rasta mit 27 Punkten zurück (40:67), kämpfte sich dank einiger Dreier aber wieder auf acht Punkte heran (66:74). Die Ulmer, in deren Kader gleich mehrere Leistungsträger der Orange Academy (ProB-Finalist) stehen, ließen aber keine Wende des Außenseiters mehr zu. Angeführt von Meissa Faye, der im Schlussviertel zwölf seiner 22 Punkte machte, zog Ulm wie im Vorfeld erwartet ins Finale ein. Ein paar Fakten zum Spiel: Rasta verlor das Reboundduell mit 36:51, leistete sich 19 Ballverluste und kassierte 19 Second-Chance-Points sowie 44 Punkte in der Zone. Coach Harm-Ubbo Horst sagte danach: „Im 2. Viertel gab es eine Kettenreaktion, ausgelöst von unseren Ballverlusten und Fehlwürfen, die dann Ulm haben ins Laufen kommen lassen. Da hatten wir nur noch das Nachsehen. Wir haben in dieser Phase einfach nicht gut genug auf den Ball aufgepasst und uns auch ein, zwei Mal in der Transition verzockt." Man habe in drei Vierteln „gut mitgespielt“, so Horst: „Aber am Ende war Ulms Qualität und Physis besser. Wie gesagt, wir haben mitgespielt, sind Ulm aber auch im vierten Viertel nicht ganz nah gekommen. Dafür ist Ulm auch zu gut.“ Horst lobte sein Team für „super viel Kampfgeist, trotz des hohen Halbzeitrückstandes“. Das Halbfinale sei eine „super Erkenntnis für unsere Jungs, indem sie sehen, was an Physis an den Tag gelegt wird, wo wir noch hinkommen müssen“. Die fehlende Physis hatte auch zum Abstieg von Rastas Farmteam aus der 2. Bundesliga ProB geführt. „Da kannst du noch so schön Basketball spielen“, so Horst. Für Djairo Bernardina, Michel Schillmöller und Peja Strobl sowie den verletzt ausgefallenen Alen Blakaj war das Halbfinale das letzte Spiel in der U19. Der NBBL-Kader der Rasta Academy unfasste in dieser Saison gleich sieben Talente des Jahrgangs 2009, dazu kommen unter anderem noch Alan Chocjnacki (2010) und der erst 2011 geborene Teo Manoilov. Rasta ist also für die Zukunft in der U19-Bundesliga gerüstet.
NBBL, Top 4 in Berlin, Halbfinale: Rasta Academy - Ulm 74:87
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