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Wechsel perfekt: DiLeo geht nach Hamburg

Rasta hätte den "Verteidigungsminister" gerne gehalten - aber der Draht zu Pedro Calles war stärker. Und: Der neue Co-Trainer Arne Woltmann ist nach zwei Wochen schon wieder weg. (Update 15.45 Uhr)

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Abschied aus Vechta: Max DiLeo wechselt nach Hamburg. 

Abschied aus Vechta: Max DiLeo wechselt nach Hamburg. 

Seit ein paar Tagen bahnte sich der Wechsel an, jetzt ist er perfekt: Rasta Vechta hat das Tauziehen um Max DiLeo verloren, der heimische Basketball-Bundesligist muss seinen „Verteidigungsminister“ schweren Herzens ziehen lassen. Der 27-jährige Defense-Experte, der sich in den vergangenen zwei BBL-Spielzeiten mit seinem riesigen Kampfgeist in die Herzen der Rasta-Fans gespielt hat, lehnte eine Vertragsverlängerung an der Pariser Straße ab und wechselt innerhalb der BBL zu den Hamburg Towers. Der Amerikaner mit deutschem Pass folgt damit seinem bisherigen Trainer Pedro Calles sowie dessen „Co“ Miguel Zapata an die Elbe. DiLeo erhielt in HH-Wilhelmsburg einen Einjahresvertrag.

„Für Rasta zu spielen, war eine Erfahrung, die ich niemals vergessen werde, und deshalb wird Vechta auch immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben“, erklärte Max DiLeo, der insgesamt 76 Spiele für Rasta absolvierte, 64 in der 1. Liga, elf in der Champions League sowie eins im BBL-Pokal.

Er bedankte sich „bei allen im Klub, von Stefan Niemeyer bis hin zu den Fans, die uns bei jedem Spiel unterstützt haben“. Und er ergänzte: „Jetzt freue ich mich aber auch darauf, Pedro zu folgen. Und ich bin gespannt, was Hamburg so alles zu bieten hat.“

Rastas neuer Trainer Thomas Päch hatte zuletzt angedeutet, dass sich der Klub mit einem neuen Angebot für DiLeo „bis zur Decke gestreckt“ habe. Gegen die starke Verbindung zwischen DiLeo und Calles war aber kein Kraut gewachsen. Der Spanier hatte den Guard im Sommer 2018 aus Köln (ProA) in die BBL geholt und ihn zu einem der besten Verteidiger der Liga geformt.

DiLeo macht keinen Hehl daraus, dass er wegen Calles zu den Towers geht: „Die vergangenen zwei Jahre waren die besten meiner Karriere, was zu großen Teilen an Pedro lag. Er vertraut seinen Spielern, injiziert jedem Selbstvertrauen und gibt dir die Freizeit, das zu tun, was du am besten kannst.“ Calles selbst sagte: „In unseren beiden gemeinsamen Jahren in Vechta hat mich Max zuallererst durch seinen großartigen Charakter begeistert. Er ist ein Spieler, der von Montag bis Sonntag alles gibt und versteht, was das Team zum Gewinnen braucht. Das ist sehr wichtig für mich.“

„Wir wollten sehr, sehr gerne mit Max in die kommende Saison gehen. Schließlich hat er hier bei uns in den letzten zwei Spielzeiten vorbildlichen Einsatz gezeigt, hat sich sehr gut entwickelt und war ein Publikumsliebling“, sagte Rastas Klubchef Stefan Niemeyer und wünschte DiLeo „alles Gute für den nächsten Schritt“. Beim nächsten Auswärtsspiel im Rasta-Dome werde DiLeo „ganz sicher herzlich begrüßt“.

DiLeo ist bereits der siebte Spieler aus Rastas 19/20-Aufgebot, der einen neuen Klub gefunden hat. Die sechs anderen – Steve Vasturia (Kaunas), Trevis Simpson (Gaziantep), Ishmail Wainright (Straßburg), Justin Raffington (Denain-Voltaire), Jaroslaw Zyskowski (Bilbao) und Jordan Davis (Murcia) – verlassen allerdings die BBL.

Schon wieder weg: Arne Woltmann, hier als Coach der Eisbären Bremerhaven, ist nicht mehr Co-Trainer in Vechta. Foto: dpaSchon wieder weg: Arne Woltmann, hier als Coach der Eisbären Bremerhaven, ist nicht mehr Co-Trainer in Vechta. Foto: dpa

Neben dem DiLeo-Abgang gab es für Coach Päch noch eine weitere schlechte Nachricht zu verdauen. Co-Trainer Arne Woltmann hat nach gut zwei Wochen im Amt schon wieder gekündigt. Den 45-Jährigen zieht's offenbar nach Litauen. Beim EuroLeague-Team Zalgiris Kaunas, dem neuen Klub von Steve Vasturia, soll er Co-Trainer des neuen Cheftrainers Martin Schiller werden. Schiller war von 2010 bis 2017 selbst Co-Trainer in der BBL, erst fünf Jahre bei den Artland Dragons, dann zwei Jahre in Ludwigsburg.

"Ich werde das nicht kommentieren."Rastas Coach Thomas Päch über den Abgang von Arne Woltmann.

„Ich werde das nicht kommentieren“, sagte Päch, sprach aber zugleich von einem „großen Schock“. Die Enttäuschung über Woltmanns Entscheidung war nicht zu überhören. Für Päch geht die Suche nach einem erfahrenen Nachfolger für Zapata nun wieder von vorne los. Es werde „keinen Schnellschuss“ geben, so Päch. Man sei bei der Kaderplanung „schon weit vorangeschritten“. Fünf Spieler sind bislang unter Vertrag – Philipp Herkenhoff sowie die vier Neuzugänge Jordan Barnett, Tim Hasbargen, Dennis Clifford und Björn Rohwer. „Die Hälfte ist ungefähr geschafft“, sagte Päch.

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