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„Vorsitzender ist kein Alleinunterhalter“

Untätigkeit ist seine Sache nicht: Werner Busse engagiert sich auch im Alter von 76 Jahren noch ehrenamtlich, unter anderem bei der Litauenhilfe des KKV Cloppenburg.

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13 Jahre NFV-Chef: Werner Busse, Ehrenmitglied beim SV Höltinghausen, freut sich auf das Vereinsjubiläum im Juli. 	Foto: Wulfers

13 Jahre NFV-Chef: Werner Busse, Ehrenmitglied beim SV Höltinghausen, freut sich auf das Vereinsjubiläum im Juli. Foto: Wulfers

Ein Datum ist in seinem Terminkalender dick angestrichen: Wenn „sein“ SV Höltinghausen am 11. Juli mit einem Festakt das 100-jährige Vereinsjubiläum feiert, ist er natürlich dabei. Werner Busse wurde auf Grund seiner Verdienste um den SVH im Jahre 2003 die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Seine fußballerischen Wurzeln hatte er indes beim BV Varrelbusch. Seit seinem 14. Lebensjahr kickte er für den BVV und dort überwiegend in der zweiten Mannschaft. „Auf meiner Position hatte ich immer Siegfried Ellmann vor mir“, schmunzelt er. Eine schwere Verletzung beendete am 12. Januar 1969 dann aber zunächst einmal die Karriere des gelernten Mittelstürmers. Im Spiel gegen den BV Cloppenburg brach sich der damals 26-Jährige das Bein. „Mein Gegenspieler hat den Fuß drüber gehalten und ich hab durchgezogen“, erinnert sich Busse.

1971 war dann ein Vereinswechsel angesagt, denn Busse wohnte damals schon zusammen mit Ehefrau Inge in Halen. Beim SVH spielte er noch einige Zeit, unter anderem bei den Altherren, doch schon damals zeichnete sich eine Karriere als Funktionär ab. Im Verein bekleidete der heute 76-Jährige lange Jahre den Posten des Schriftführers, doch schon bald wurden Kreis und Bezirk auf das Talent des Verwaltungsangestellten beim Finanzamt aufmerksam. 1979 wurde er zum stellvertretenden Kreisvorsitzenden gewählt. Willehad Laing, Karl-Heinz Bley und zuletzt Eugen Gehlenborg lauteten die Namen seiner Chefs, bevor er 2003 selbst zum Kreisvorsitzenden gewählt wurde.

Auf Bezirksebene war er 18 Jahre Vorsitzender des Spielausschusses. Verlegung von Spielen oder die gerade in dieser Saison wieder so zahlreich auftretenden witterungsbedingten Absagen brachten Busse ganz und gar nicht aus der Ruhe. Wenn denn aus der MT-Sportredaktion wieder einmal die Fragen nach Generalabsage oder möglichen Nachholterminen an ihn herangetragen wurden, war Hektik bei Busse so gar nicht angesagt. „Bleibt ruhig Jungs, auch die neue Saison beginnt pünktlich“, ließ er die Redakteure wissen.

Bis zu seinem 73. Lebensjahr (2016) blieb er erster Funktionär im Kreis und verlängerte somit sein Engagement länger als von ihm selbst geplant. „Ich hab immer gesagt, wenn bei mir die sieben steht, muss Schluss sein. Die Kollegen sollen nicht sagen, den dürfen wir nirgendwo mehr hinschicken.“

Logisch, dass seine Nachfolger auch heute noch den ein oder anderen Rat von ihm einholen, denn seine Art der Amtsführung hatte so gar nichts von Selbstdarstellung. „Ein Vorsitzender ist kein Alleinunterhalter. Die Vereine waren für mich immer das A und O. Handy und E-Mail, ist ja alles super. Für mich war aber das persönliche Gespräch wichtiger.“

Und davon dürfte es beim Höltinghauser Jubiläum einige geben, zumal Busse das Geschehen auf dem grünen Rasen noch immer interessiert verfolgt. „Ich muss allerdings nicht mehr jeden Sonntag auf dem Sportplatz stehen.“ Ein Gesprächsthema könnte dann der Hamburger SV sein, seit jeher Busses Lieblingsklub im höherklassigen Fußball. „Die werden aufsteigen, weil die anderen Mannschaften schwächeln. Aber eigentlich hätten sie jetzt schon zehn Punkte Vorsprung haben müssen...“

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