Die Gesamtbilanz ist nach wie vor unbefriedigend, aber es gibt Anzeichen der Besserung: Die EWE Baskets Oldenburg haben ihre kollektive Schockstarre abgeschüttelt und befinden sich nach Wochen voller Pleiten, Pech und Pannen auf der Überholspur. Das Ex-Schlusslicht rückte mit zwei hohen Auswärtssiege binnen sieben Tagen – auf das 93:68 in Braunschweig folgte am Samstag ein 94:69 im zweiten Kellerduell in Hamburg – auf den drittletzten Tabellenplatz der 1. Basketball-Bundesliga vor und reist nun voller Selbstvertrauen zum Derby bei Rasta Vechta (Montag, 20.00 Uhr).
Schluss mit dem Hadern, mit den Zweifeln: Beim wankenden BBL-Schwergewicht ist der Glaube an die Wende zum Guten zurück. Der neue Hoffnungsträger: Coach Lazar Spasic. Der 33 Jahre alte Serbe, bis Mitte Dezember Co-Trainer der Oldenburger und auf dem Höhepunkt der Baskets-Krise zum Nachfolger des entlassenen Predrag Krunic befördert, hat das Team stabilisiert. Zwar ist die tabellarische Lücke zwischen Anspruch (Top 4) und Wirklichkeit (6:18 Punkte) immer noch sehr groß, aber an der Hunte stimmt die Richtung wieder.
Spasic haucht Defense neues Leben ein
Vor allem in der Verteidigung gibt es unter Spasic ein neues Oldenburg. „Ich habe es oft genug gesagt, dass wir die Dinge über die Defensive starten müssen“, sagte der Coach nach dem wichtigen Erfolg in Hamburg, wo sein Team ebenso alle vier Viertel gewann (20:17, 20:17, 26:18, 28:17) wie eine Woche zuvor in Braunschweig (22:19, 24:10, 24:18, 23:21). „Wenn wir ein ernstzunehmendes Team sein wollen, müssen wir an beiden Enden des Feldes performen. Wenn wir das jetzt fortsetzen, dann hoffe ich, dass wir ein Signal an die gesamte Liga senden“, erklärte Spasic. Er sieht „großes Potenzial“ im Team und erwartet „weitere gute Dinge“. Überragende Oldenburger in Hamburg waren Nicholas Tischler (20 Punkte, fünf Assists, vier Steals) und Taktgeber Chris Clemons (13 Punkte, acht Rebounds, sieben Assists).
Sechs Spieler punkteten zweistellig, die Dreier-Quote lag bei 42 Prozent (14/33), das Team verbuchte 20 Assists. Kurzum: Die Neuauflage des Derbys in Vechta, wo Oldenburg Mitte November dank eines Clemons-Dreiers in letzter Sekunde zum 72:69 das Ticket für das „Top Four“ im BBL-Pokal löste, kann kommen. Etwas überraschend haben die Oldenburger rund 120 Karten aus dem Gäste-Kontingent (300 Tickets) zurückgegeben, der Rasta-Dome ist dennoch mit 3140 Fans ausverkauft.