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Viel Neues, vier Tore und ein spezieller Jubel bei Vivien Endemann

Die Bundesliga-Fußballerin aus Dinklage spricht über ihre ersten Monate in Essen und über ihren Treffer gegen eine „große Nummer“. Und sie verrät, was es mit ihrem Hasenohren-Jubel auf sich hatte.

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Im Duell mit dem Ex-Klub: Vivien Endemann (rechts) beim DFB-Pokalspiel in Meppen; Essen gewann mit 1:0. Foto: Picturepower/Scholz

Im Duell mit dem Ex-Klub: Vivien Endemann (rechts) beim DFB-Pokalspiel in Meppen; Essen gewann mit 1:0. Foto: Picturepower/Scholz

Weihnachten – das heißt für Leistungssportler vor allem: durchatmen, Kraft tanken und Zeit mit den Liebsten verbringen, die man ansonsten nicht ganz so häufig sieht. Bei Vivien Endemann ist das nicht anders. Am Montag verließ die Bundesliga-Fußballerin ihre Wohnung in Essen in Richtung Dinklage. Driving home for Christmas, der Klassiker. Ihre Sportpause will die 20-Jährige aber kurz halten. „Ich dachte mir, dass ich zwei, drei Tage nichts mache und dann wieder mit Lauf- und Krafttraining weitermache“, berichtet sie. Dann werden im heimischen Burgwald die Runden gedreht, bevor am 5. Januar die Wintervorbereitung mit der SGS Essen startet – spätestens dann war's das mit der Besinnlichkeit.

Hinter Vivien Endemann wird dann ein sehr intensives Jahr 2021 liegen. Im Juni der bittere Wiederabstieg mit dem SV Meppen, dann der Wechsel zum etablierten Erstligisten Sportgemeinschaft Essen-Schönebeck 19/68 e.V. – kurz SGS Essen. Dazu gehörte nach dem Abitur in Meppen dann auch der Umzug in eine Vereinswohnung in der Ruhrstadt. Eigene vier Wände mitten im Revier statt Dreier-WG im Emsland. „Es ist was ganz Anderes als Dinklage oder Meppen – allein von der Stadt und der Umgebung“, sagt die 20-Jährige. Den Tapetenwechsel hat sie gut gemeistert, auch sportlich.

Die Stürmerin, deren Marktwert auf dem transfermarkt.de-Äquivalent soccerdonna.de mit 20.000 Euro angegeben wird (Wolfsburgs Lena Oberdorf liegt als „Teuerste“ bei 250.000 Euro), kam in allen 14 bisherigen Spielen zum Einsatz – zwölfmal in der Liga, zweimal im DFB-Pokal. In beiden Wettbewerben spielte sie zusammen siebenmal von Beginn an. Grundsätzlich ist sie damit zufrieden, sie merkt aber an: „Man erhofft sich natürlich immer mehr Einsatzzeiten, man will ja immer mehr.“

Das gilt auch für Tore. Vier hat Vivien Endemann bislang geschossen. Damit ist sie gemeinsam mit Maike Berentzen, die ebenfalls vor der Saison von Meppen nach Essen gewechselt war, die Toptorschützin ihres Teams. Sie gibt aber zu, dass es mehr Treffer hätten sein müssen – und letztlich auch mehr Punkte als elf und ein besserer Tabellenplatz als neun. Als Beispiel pickt sie das 0:0 gegen Topteam TSG Hoffenheim (2.) heraus: „Da waren wir besser. Da hätten wir, da hätte auch ich ein paar Tore machen können.“ Auch das jüngste 1:2 im ersten Spiel der Rückrunde gegen den 1. FC Köln sei vermeidbar gewesen.

Das Highlight der Hinrunde war für die ehemalige U-19-Nationalspielerin (drei Einsätze) ihr erstes Tor in Leverkusen, wo sie mit dem 1:1 nach Einwechslung die Wende zum 2:1 einleitete. Wenn man das Ergebnis ausblendet (1:5), dann war auch der Treffer beim Champions-League-Teilnehmer VfL Wolfsburg ein schöner Moment für Vivien Endemann. Da spielte sie auf der linken Seite stark eine Verteidigerin aus, zog nach innen und schoss im langen Eck ein. „Gegen Almuth Schult zu treffen, die ja im Frauenfußball schon eine richtig große Nummer ist, das war schon ganz cool“, beschreibt sie ihre Gefühle nach dem Tor gegen die Nationaltorhüterin, die bei der Männer-EM im Sommer auch als ARD-Expertin im Fernsehen zu sehen war.

Dem Treffer ließ die schnelle Angreiferin noch einen speziellen Jubel mit angedeuteten Hasenohren folgen. Was dahintersteckte? „Das war eine Wette mit Papa“, verrät sie lachend, „ich hatte ihm vorher ein Meme bei WhatsApp geschickt.“ Ihren Vater Werner und den Rest der Familie wird dieser kleine Gruß sicherlich gefreut haben. Die beiden weiteren Tore erzielte Vivien Endemann beim 4:1 bei Carl Zeiss Jena per Doppelpack – einmal konnte sie nichts dafür und wurde angeschossen. „Da muss man halt auch richtig stehen“, kommentiert sie dieses Tor mit einer Prise Ironie.

Ihren Schritt nach Essen hat die Dinklagerin auf keinen Fall bereut. Die Bedingungen sind angesichts der langen Bundesliga-Zugehörigkeit des Klubs noch professioneller, sie trainiert intensiver – auch im athletischen Bereich. Mit dem Klassenerhalt sieht es auch gut aus. „Und DFB-Pokal-Viertelfinale ist ja auch nicht so schlecht“, sagt sie. Da geht es am 1. März gegen Leverkusen. So heißt auch der Gegner, wenn es am ersten Februar-Wochenende mit der Saison weitergeht. Aber jetzt ist erst mal Pause. Für zwei, drei Tage.

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