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Vechtas Handballer nach dem Aufstieg: Viel Ehrgeiz – und viele Fragezeichen

Das Team von Trainer Raul Ferent startet am Samstag in die Landesliga-Saison. Lesen Sie hier, was der Coach zum Vorwurf sagt, SFN locke Spieler mit Geld.

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Ab jetzt fliegt er in der Landesliga: Philipp Mackerodt von SFN Vechta. Foto: Gabi Müller

Ab jetzt fliegt er in der Landesliga: Philipp Mackerodt von SFN Vechta. Foto: Gabi Müller

Es ist eine spannende Reise für die Handballer von SFN Vechta – aber auch eine Reise ins Ungewisse. Eine neue Liga, unbekannte Gegner und eine Mannschaft mit sechs Neuzugängen, die noch nie unter Wettkampfbedingungen zusammengespielt hat: Nach dem Aufstieg in die Landesliga beginnt für den Meister der Landesklasse Nord am Samstag (17.00 Uhr) mit dem Auswärtsspiel beim Vorjahressiebten SG Teuto in Hagen a.T.W. ein Abenteuer mit unbekanntem Ausgang. Lokalrivale TV Dinklage startet erst eine Woche später am 17. September mit einem Heimspiel gegen den TuS Bramsche in die Saison.

Vechtas Trainer Raul Ferent schwankt vor dem Start zwischen Zuversicht und Demut. Als Saisonziel hat er die „obere Tabellenhälfte“ ausgegeben – ganz schön forsch für einen Aufsteiger. Sogar vom „Fernziel Verbandsliga“ ist die Rede. Doch der (fast) 39-Jährige relativiert: „Wer weiß? Wenn wir die ersten drei Spiele verlieren, vielleicht sagen wir dann auch: Das einzige Ziel ist der Klassenerhalt.“

Vieles wird wohl davon abhängen, wie schnell sich die Neuzugänge, die größtenteils schon in höheren Ligen gespielt haben, integrieren. „Wir müssen uns noch einspielen. Die Neuzugänge brauchen noch ein bisschen Zeit, aber wir sind auf einem guten Weg“, glaubt Raul Ferent.

"Es wäre schön, wenn wir Geld hätten, aber wir haben keins“SFN-Trainer Raul Ferent

Der ursprüngliche Plan, aus einem großen Spieler-Pool die erste und die zweite Mannschaft zu bestücken, hat sich mittlerweile zerschlagen. Die für die Regionsliga gemeldete Reserve wurde am 1. September zurückgezogen. Raul Ferent war mit der Trainingsbeteiligung in der Vorbereitung nicht zufrieden, sodass SFN vor dem Saisonstart die Notbremse zog.

Dass der Vechtaer Weg, auch auswärtige Spieler zu SFN zu holen, anderswo kritisch beäugt wird, ist Raul Ferent egal. „Ich konzentriere mich nur auf meine Mannschaft“, sagt er und gibt zu bedenken: „Der Schritt von der Jugend zu den Herren ist riesengroß – den schaffen nicht viele.“ Dass Neuzugänge mit Geld nach Vechta gelockt würden, bestreitet der Coach. „Mehr als die Fahrtkosten zahlen wir nicht. Es wäre schön, wenn wir Geld hätten, aber wir haben keins.“

Stattdessen versuche man, Spielern berufliche Perspektiven zu eröffnen. Unbestritten ist zudem, dass Ferent, der selbst bei SFN bis 2024 zugesagt hat, in der Handball-Szene gut vernetzt ist und diese Kontakte nutzt.

Mit Leistungsträgern wie Denis Naumenco, Robert Bünker, Lennard Meichel oder den Neuzugängen Matthias Feldmann, Tobias Mundhenke, Frederik Hohnstedt und Bernhard Dasenbrock verfügt SFN zweifellos über individuelle Klasse. Ob dies reicht, um in der Landesliga zu bestehen, muss sich zeigen. Bei Teuto sieht Raul Ferent SFN in der Außenseiterrolle. „Die sind sehr heimstark. Da haben wir nichts zu verlieren“, sagt er.

Bei SFN freut man sich natürlich besonders auf die Duelle gegen den TV Dinklage (5. November/18. März). Raul Ferent selbst lassen die Derbys (noch) kalt. „Ich bin nicht in Vechta oder Dinklage geboren. Für mich geht es da nur um zwei Punkte“, sagt er. Was aber nicht so bleiben müsse, wie er betont: „Ich hoffe, dass ich nach ein, zwei Jahren auch diese Emotionen vor Spielen gegen Dinklage habe.“


SFN Vechta 2022/23

  • Abgänge: George Alin Plesca (3. Herren), Jan Sander, Paulus Kalkhoff und Nicolas Rolfes, Marius Ignat (alle Karriereende).
  • Zugänge: Jannik Juchelka (HSG Nienburg), Luka Vujica (TuS Opladen), Matthias Feldmann (TV Bissendorf-Holte), Frederik Hohnstedt (Hunte-Aue Löwen), Tobias Mundhenke (Hunte-Aue Löwen II), Bernhard Dasenbrock (Harpstedter TB).
  • Kader: Timo Barske, Frederik Hohnstedt, Nils Krause, Jannik Juchelka – Adrian Staas, Patrick Hesse, Denis Naumenco, Henning Lorenzen, Nils Streibel, Tim Husmann, Lennard Meichel, Robert Bünker, Philipp Mackerodt, Fabian Krumm, Alin Filip, Tobias Mundhenke, Bernhard Dasenbrock, Matthias Feldmann, Luka Vujica.
  • Trainer: Raul Ferent (39); Co-Trainer: Simon Schreiner (22), Marius Ignat (36).
  • Saisonziel: Obere Tabellenhälfte.
  • Meistertipp: TV Bissendorf-Holte II, SG Neuenhaus/Uelsen, HSG Hunte-Aue Löwen II.

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