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Und plötzlich sind Oythe und Steinfeld die Gejagten

Die Gemengelage in der Abstiegsrunde der Fußball-Landesliga hat sich verändert. Am Sonntag wird es brisant. Nur der TV Dinklage hat mit der Thematik nicht ganz so viel zu tun.

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Es tagt der Freistoß-Rat: Oythes Lukas Büssing (links) und Jonas Suffner im Spiel gegen Wilhelmshaven. Foto: Schikora

Es tagt der Freistoß-Rat: Oythes Lukas Büssing (links) und Jonas Suffner im Spiel gegen Wilhelmshaven. Foto: Schikora

VfL Oythe - GW Firrel (Sonntag, 15.00 Uhr)
So schnell kann's gehen: Wochenlang liefen die Fußballer des VfL Oythe der Musik hinterher, erst in der Staffel II der Landesliga, dann in der Abstiegsrunde. Und plötzlich, nach dem Klassenerhalt des TuS Bersenbrück in der Oberliga und dem Aufstiegsverzicht der drei ostfriesischen Bezirksligisten TV Bunde, TuS Strudden und SV Holtland, steht Oythe auf einem Platz, der bei der neuen Vier-Absteiger-Konstellation zum Klassenerhalt reichen würde. „Es hat sich alles ein bisschen gedreht. Jetzt sind wir die Gejagten“, sagt Oythes Trainer Daniel Roth vor dem Heimspiel am Sonntag gegen GW Firrel (15.00 Uhr).

Erstmals seit gefühlt einer Ewigkeit hat's Oythe auch rechnerisch selbst in der Hand, in der Landesliga zu bleiben. „Drei Spiele, neun Punkte – das ist unser Ziel. Und wenn's klappt, bleiben wir drin“, erklärt Roth. Nach dem Firrel-Spiel geht's noch gegen Werlte (A) und Leer (H). In der Hinserie der Abstiegsrunde holte Oythe neun Punkte aus diesen drei Partien, das soll nun wiederholt werden. „Mit Sonntag steht und fällt alles“, sagt Roth. Man wolle den Vorsprung auf das Schlussquartett mindestens halten, idealerweise noch ausbauen. Der VfL Oythe trägt das Heimspiel gegen Firrel erneut auf dem Kunstrasenplatz am Oyther Berg aus. Der Platz an der Hasenweide ist aktuell wegen intensiver Rasenpflegearbeiten gesperrt – gut möglich, dass das Saisonfinale gegen Leer dann im Stadion stattfindet.

Zurück zu Firrel. Die Grün-Weißen, am Mittwoch 2:1-Sieger in Steinfeld, sind bereits gerettet, sie haben zehn Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Was bedeutet das für Oythe? „Nichts“, sagt Roth, „wir müssen unsere Leistung abliefern.“ Er ist guter Dinge, dass das gelingt – weil das Training unter der Woche gut lief und weil er wieder die Qual der Wahl hat. „Der Konkurrenzkampf ist da“, sagt der Coach. Markus Lübberding kehrt nach seiner Gelb-Rot-Sperre ins Aufgebot zurück. Felix Schneppe, der beim jüngsten 2:0 in Westrhauderfehn ein 20-Minuten-Comeback feierte, ist wieder voll im Training. Auch Lie Sillah erhöhte die Belastung. Jonas Suffner, in der Abstiegsrunde fünffacher Torschütze und beim 3:2 in Firrel zweimal per Elfmeter erfolgreich, fehlt allerdings urlaubsbedingt. Für Roth kein Problem: „Alle sind heiß.“

Falke prescht voran: Der Steinfelder Claas Langhorst im Spiel gegen Leer. Foto: WenzelFalke prescht voran: Der Steinfelder Claas Langhorst im Spiel gegen Leer. Foto: Wenzel

Falke Steinfeld - TuRa Westrhauderfehn (Sonntag, 15.00 Uhr)
Am Mittwochabend hatte die 1:2-Niederlage gegen GW Firrel bei den Landesliga-Fußballern von Falke Steinfeld noch für eine gehörige Portion Frustration gesorgt. Aber wenige Stunden später gab es neue Hoffnung. Die Ausgangslage hat sich durch die Nachricht, dass es in dieser Spielzeit nur vier Absteiger in die Bezirksligen geben wird, verbessert. In der Nachbetrachtung wäre ein Sieg gegen Firrel aber ein noch größerer Schritt in Richtung Rettung gewesen, weshalb Falke doch ein wenig haderte. Aber Trainer Artur Zimmermann betont: „Es ist trotzdem positiv, es ist trotzdem gut.“ Nun möchte man den Schritt am Sonntag (15.00 Uhr) gegen TuRa Westrhauderfehn machen.

Zimmermann sagt ohne Umschweife: „Es ist ein brutal wichtiges Spiel.“ Die Begründung liegt auf der Hand: Bei einer Niederlage würden die Gäste an den Falken vorbeiziehen, aber bei einem Sieg könnte sich Steinfeld auf fünf Punkte absetzen. Der Trainer geht davon aus, dass die Änderung der Absteigerzahl auch in Westrhauderfehn neue Hoffnung und Motivation entfacht hat: „Die Nachricht ist bei denen ja auch angekommen.“ Dass nun zwei Mannschaften weniger als ursprünglich geplant in die Bezirksliga gehen müssen, kommentiert Artur Zimmermann so: „Wenn man es jetzt nicht schafft, dann hat man es auch nicht verdient.“ Falke möchte sich den Liga-Verbleib verdienen. Deshalb wurde am Freitagabend im Abschlusstraining auch gemeinsam an Lösungen gearbeitet, wie man einen defensiven Gegner knacken kann.

Am Mittwoch war dies gegen GW Firrel in der zweiten Halbzeit nicht gelungen. „Da kamen wir nicht mehr durch“, so Zimmermann: „Und es kann ja sein, dass Westrhauderfehn es am Sonntag ähnlich angehen wird.“ Das Hinspiel fiel letztendlich aber eher in die Kategorie offener Schlagabtausch – zumindest fielen sechs Tore. Falke führte bis zur 85. Minute mit 3:1 – und musste noch das 3:2 und 3:3 schlucken. Artur Zimmermann war damals nicht vor Ort, hat sich aber natürlich ausführlich über das Spiel unterrichten lassen und kennt den Gegner. Die Personallage ist bestens. „Es sind zwar nicht alle topfit, aber es sind alle da“, berichtet der Coach. Die Bedeutung des Spiels fasst er in vier Worten zusammen: „Es geht um alles.“

TV Dinklage - Germania Leer (Sonntag, 15.00 Uhr)
Alle Augen richten sich auf den Abstiegskampf – sicherlich auch die vieler Dinklager. Der TVD kann den spannenden Sechskampf in der unteren Hälfte der Abstiegsrunde der Fußball-Landesliga jedoch mit größtmöglicher Distanz beobachten. Er grüßt nach drei Siegen in Serie schließlich wieder von der Spitze dieser Runde. Am Sonntag um 15.00 Uhr kann er in seinem vorletzten (Heim-) Spiel der Saison aber trotzdem noch in den Abstiegskampf eingreifen: Wenn der TV Dinklage das Schlusslicht Germania Leer besiegt, hat der Gast praktisch keine Chancen mehr auf den Klassenerhalt. Zuletzt präsentierten sich die Dinklager extrem formstark. Die Bilanz von neun Punkten und 12:3 Toren in drei Begegnungen spricht eine klare Sprache. Die Torausbeute ist so schon beeindruckend – und trotzdem betrieben die Dinklager beim jüngsten 4:1-Sieg bei Sparta Werlte gar noch Chancenwucher. Werlte – ebenfalls mittendrin im Abstiegskampf – trennte sich danach von seinem Trainer Steffen Bury, unter dem viele aktuelle TVDer von 2018 bis 2020 in Dinklage gespielt haben.

Der amtierende Coach Stefan Arlinghaus hatte kürzlich zum Abstiegskampf von Oythe und Steinfeld gesagt: „Es macht mehr Spaß, wenn man Derbys hat.“ Ein Sieg gegen Leer würde den VEC-Mitstreitern zumindest ein wenig helfen. Wenn es nach TVD-Wunsch läuft, wird es in der Serie 2022/23 acht Derbys geben – jeweils gegen Mühlen, Oythe, Steinfeld und Holdorf.

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