TVC-Niederlage gegen Düsseldorf: Wenn sich ein polnisches Sprichwort bewahrheitet
Der letzte Schritt hat gefehlt. Weil Cloppenburgs Volleyballerinnen eine 2:0-Führung verspielten, wird die Lage im Tabellenkeller immer prekärer. Warum Jakub Brys dennoch nicht die weiße Flagge hisst.
Stark angefangen und doch noch abgefangen: Janna Eilers (l.) und die TVC-Frauen unterlagen Düsseldorf. Foto: Langosch
Aufgeben? „Das werden wir auf keinen Fall“, widersprach Jakub Brys, Trainer der Volleyballerinnen des TV Cloppenburg. Nach der 2:3 (25:21, 25:22, 15:25, 18:25, 8:15)-Niederlage gegen die Tusa City Girls Düsseldorf ist die Lage im Tabellenkeller der 2. Bundesliga Nord zwar noch prekärer geworden, denn der Rückstand aufs rettende Ufer ist vier Partien vor Saisonende auf sieben Punkte angewachsen. Aber für Brys ist das kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. Im Gegenteil: „Jetzt müssen wir den dritten Gang einlegen“, forderte er.
Nach 125 Minuten Volleyball in der Halle an der Leharstraße hatte der TVC mit einem Punkt dagestanden. Nur einem. So recht hilft der nicht weiter. „Er rettet uns ein bisschen, aber nicht wirklich“, fasste es Brys zusammen. Vier Siege aus fünf Spielen hatte er für die Rettung vor der Partie gefordert. „Dann sind es jetzt eben vier aus vier“, meinte er und fügte entschossen an: „Ich halte das für möglich.“
Engagiert: Cloppenburgs Trainer Jakub Brys während einer Auszeit. Foto: Langosch
Zumindest dann, wenn der TVC an das Level herankommt, das er in den ersten beiden Sätzen abrief. Denn trotz eines 0:4-Starts in die Begegnung machten die Gastgeberinnen viel Druck. „Wir haben die taktischen Vorgaben gut umgesetzt und vor allem um jeden Ball gekämpft“, stellte Brys zufrieden fest. Sein Team arbeitete sich ins Match, glich beim 8:8 aus und übernahm bim 10:9 erstmals die Führung. Der Satz blieb eng, „aber wir waren in den kritischen Moment kaltschnäuzig“, so Brys. So machte der TVC im ersten Satz nach einem 22:21 drei Punkte in Serie, im zweiten gelang ihm beim Stand von 22:22 ebenfalls ein glatter Durchmarsch zum Gewinn des Durchgangs.
Damit aber hatten die Cloppenburgerinnen aber ein Stück weit ihr Pulver verschossen. Ihnen gingen etwas die Kraft, aber auch die Wechselmöglichkeiten aus. Düsseldorf witterte Morgenluft. Erst recht, nachdem die City Girls sich ihren ersten Durchgang gesichert hatten. „Ein altes polnisches Sprichwort sagt: Wenn du nicht 3:0 gewinnst, dann verlierst du 2:3“, erzählte Brys und sah es zum eigenen Leidwesen bestätigt. Denn seine Mannschaft konnte den letzten, den entscheidenden Schritt nicht mehr gehen. „Es ist schade“, meinte Brys. Am Ende ging seiner Mannschaft die Puste aus, sodass sie nur einen statt der erhofften drei Zähler mitnahm.
Das macht die Ausgangslage vor dem Auswärtsspiel in Schwerin am Sonntag, 22. März noch komplizierter. Wobei: Eigentlich ist sie einfacher, denn der Auftrag ist noch klarer: nicht aufgeben, gewinnen. thm