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TVC-Handballer gehen trotz schwieriger Vorbereitung optimistisch in die neue Saison

Cloppenburger Oberligist trifft nach dem Abstieg aus der 3. Liga in der Nordseestaffel auf reichlich Konkurrenz. Der neue Coach Janik Köhler peilt dennoch einen Platz unter den ersten 3 an.

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TV Cloppenburg: Hintere Reihe von links: Krzystof Pawlaczyk, Thies Luca Hermann, Nils Goepel, Cotrainer Lennart Witt, Teamkoordinator Kevin Rake, Trainer Janik Köhler, Bence Lugosi, Michael Schröder, Michael-Leon Williams. Vordere Reihe von links: Ole Harms, Maciej Marszalek, Michael Skwierawski, Mika Brokmeier, Nils Buschmann, Maximilian Bähnke, Kevin Heemann, Tom Engelhardt. Foto: Langosch

TV Cloppenburg: Hintere Reihe von links: Krzystof Pawlaczyk, Thies Luca Hermann, Nils Goepel, Cotrainer Lennart Witt, Teamkoordinator Kevin Rake, Trainer Janik Köhler, Bence Lugosi, Michael Schröder, Michael-Leon Williams. Vordere Reihe von links: Ole Harms, Maciej Marszalek, Michael Skwierawski, Mika Brokmeier, Nils Buschmann, Maximilian Bähnke, Kevin Heemann, Tom Engelhardt. Foto: Langosch

Der „Ausflug“ in die 3. Liga ist für die Handballmänner des TV Cloppenburg gründlich in die Hose gegangen. Nach einer wegen Corona früh abgebrochenen Runde 2020/ 2021 kamen sie 2021/2022 gar nicht in die Pötte. Aus 22 Spielen in den acht Hauptrundenbegegnungen holte der TVC gerade einmal acht Punkte (drei Siege, zwei Unentschieden), in der anschließenden Abstiegsrunde kamen nur Niederlagen – sechs an der Zahl – hinzu.

Somit treten die Cloppenburger wieder in der Oberliga Nordsee an. Dabei hat der TVC der Saison 2021/2022 mit der Punktspielrunde 22/23 nicht mehr viel gemeinsam. Gleich acht Spieler sind gegangen, Chefcoach Leszek ist ebenso weg wie sein Cotrainer, Erik Gülzow.

Neues Trainerduo mit TVC-Vergangenheit: Chefcoach Janik Köhler (links) und Co“ Lennart Witt. Foto: LangoschNeues Trainerduo mit TVC-Vergangenheit: Chefcoach Janik Köhler (links) und „Co“ Lennart Witt. Foto: Langosch

Statt dessen hat es eine Art „Back to the Roots“ gegeben. Bei den Zugängen (acht Spieler) finden sich einige Namen, die eine TVC-Vergangenheit haben. Angefangen beim neuen Übungsleiter, Janik Köhler, der zuletzt beim Oberligisten HSG Delmenhorst gespielt hatte und nun seinen ersten Trainerposten antritt. Als Cotrainer hat er Lennart Witt, über Jahre Publikumsliebling in Cloppenburg, aus Delmenhorst mitgebracht. Dritter im Bunde ist Mark Steinkamp, der als Spielmacher zurückgekehrt ist. Allerdings hat Steinkamp, Geburtsname Schulat, wegen einer Operation weite Teile der Vorbereitung verpasst.

Dazu gesellen sich Michael-Leon Williams (vom SV Beckdorf), der sich mit Steinkamp die Rolle des Regisseurs teilen wird. „Leider hat ,Mike' die ersten Wochen der Vorbereitung verpasst. Daher ist er noch nicht so tief drin, wie ich es mir gewünscht hätte. Charakterlich und sportlich aber passt es. Er übernimmt Verantwortung, aber er muss in der Spielsteuerung noch klarer werden“, sagt Köhler.

Neuer Torhüter: Mika Brokmeier kam aus Beckdorf. Foto: LangoschNeuer Torhüter: Mika Brokmeier kam aus Beckdorf. Foto: Langosch

An die Stelle von Torhüter Hendrik Legler, der sich dem Oberligisten und damit TVC-Konkurrenten SG VTB/Altjührden angeschlossen hat, ist ebenfalls ein Beckdorfer getreten. Mika Brokmeier bildet mit Nils Buschmann das Schlussmannduo. Köhler hält eine Menge von Brokmeier: „Mika ist sehr fleißig und wird sich noch entwickeln. Er wird seinen Weg machen. Die positivste Überraschung der Vorbereitung aber ist für mich Kevin Heemann, das hätte ich nicht gedacht. Kevin hat ein tolles Fitnesslevel und macht auch in der Deckung große Fortschritte.“

Mit Thies Luca Hermann von der HSG Delmenhorst haben die Cloppenburger einen richtigen Shooter für den rechten Rückraum hinzugewonnen, den Janik Köhler auch „hinten in der Innenverteidigung integrieren“ möchte. „Er ist erst Anfang 20, da ist noch viel Potenzial“, findet Köhler. Dazu gesellen sich Nachwuchsspieler wie Tom Engelhardt und Justus Westermann, der aktuell aber verletzt ist. Auf den längerfristigen Ausfall von Kreisläufer Nils Goepel hat der TVC mit der Verpflichtung des zweitligaerfahrenen Michael Schröder reagiert, der seine Laufbahn eigentlich schon beendet hatte. „Michael hat Rückstände aufzuholen, aber mit seiner Erfahrung kann er auch auf Anhieb in der Abwehr ein wichtiger Baustein werden“, erläutert Köhler. Der Coach ist mit seinem Kader sehr zufrieden. Einziges Problem: Maciej Marszalek muss sich einer weiteren Meniskusoperation unterziehen und damit fällt der einzige linkshändige Rückraumspieler des TVC lange aus. „Für ihn hätte ich gerne Ersatz“, sagt Köhler. „Aber woher nehmen?“

Sonst aber passt es. „Die Mannschaft hat Charakter. Ich hatte schon erwartet, dass die Spieler zusammenpassen. Aber dass die Jungs so gut harmonieren, hätte ich nicht erwartet. Manchmal sind sie sogar zu nett zueinander“, sagt Köhler.

  • TV Cloppenburg
  • Abgänge: Thomas Houtepen (Team HandbALL Lippe), Trainer Leszek Krowicki, Cotrainer Erik Gülzow (beide Pause), Hendrik Legler (SG VTB/Altjührden), David Niemann (Ausland), Adam Pal (TvdH Oldenburg), Tamas Pal (Ziel unbekannt), Vincent Saalmann (beruflich nach Berlin), Mohammed Sibahi (ATSV Habenhausen), Tom Zwarthoed (SC Magdeburg II).
  • Zugänge: Mika Brokmeier (SV Beckdorf), Tom Engelhardt (TV Dinklage, Doppelspielrecht), Kevin Heemann, (HSG Hunte-Aue Löwen), Thies Luca Hermann (HSG Delmenhorst), Mark Steinkamp (nach Pause), Johann Westermann (TV Dinklage, Doppelspielrecht), Michael-Leon Williams (SV Beckdorf), Michael Schröder (nach Pause, zuvor Elsflether TB),
Janik Köhler (Trainer, HSG Delmenhorst), Lennart Witt (Cotrainer, HSG Delmenhorst), Timo Hermann (Torwarttrainer), Rehman Ahmad (Physiotherapeut).

    Kader
  • Tor: Nils Buschmann, Mika Brokmeier.
  • Feld: Maximilian Bähnke, Tom Engelhardt, Nils Goepel, Ole Harms, Kevin Heemann, Thies Luca Hermann, Bence Lugosi, Maciej Marszalek, Krzysztof Pawlaczyk, Michal Skwierawski, Mark Steinkamp, Johann Westermann, Michael-Leon Williams.
  • Trainer: Janik Köhler
  • Cotrainer: Lennart Witt.
  • Torwarttrainer: Timo Hermann. Teamkoordinator: Kevin Rake. Physio: Rehman Ahmad, Laura Schultz.
  • Saisonziel: Top 3.
  • Meistertipp: ATSV Habenhausen, TvdH Oldenburg, VfL Fredenbeck, SG VTB/Altjührden, TV Cloppenburg.

Das liegt aber daran, dass die Vorbereitung alles andere als wunschgemäß verlaufen ist. Viele Verletzungen haben zahlreiche Spieler immer wieder ausgebootet, es gab keine einzige Einheit, die der TVC mit komplettem Kader bestritten hat. „Diejenigen, die da waren, haben sich richtig reingehauen. Die Jungs ziehen gut mit“, ist Köhler mit der Einstellung seiner Mannen sehr zufrieden.

Darüber hinaus sind den Cloppenburgern einige Testspiele weggebrochen. Kein Wunder, dass Köhlers Fazit vor Saisonbeginn „süßsauer“ ausfällt. „Taktisch sind wir noch lange nicht da, wo ich gern sein würde“, meint Köhler. „Aber ich fahre mit keinem schlechten Gefühl zum ersten Spiel beim VfL Fredenbeck.“

Gewinner der Vorbereitung: Kevin Heemann. Foto: LangoschGewinner der Vorbereitung: Kevin Heemann. Foto: Langosch

Auf welche Veränderungen im TVC-Spiel dürfen sich die Zuschauer in der Saison 2022/23 freuen? „Wir wollen vor allem kompakter in der Abwehr stehen. Eigentlich hätte ich verschiedene Deckungsvarianten einstudieren wollen, aber die haben wir nur unzureichend trainieren können. Doch die brauchen wir, um unsere Gegner vor neue Herausforderungen stellen zu können. Außerdem möchten wir mit Tempo nach vorne spielen, mit Leidenschaft und Spaß, aber auch mit Disziplin.“

Trotz der mehr als durchwachsenen Vorbereitung geht Köhler optimistisch in die Saison: „Grundsätzlich will ich jedes Spiel gewinnen, aber ich weiß, dass es fast unmöglich ist. Gerade in dieser starken Oberliga, da kann ein halbes Dutzend Mannschaften Meister werden. Ich will aber nicht um Platz fünf spielen. Der Aufstieg ist zwar keine Pflicht, aber unter die Top drei will ich schon kommen.“

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