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Tina Deeken im Goldrausch: Löningerin überzeugt bei Eisschwimm-WM

In den französischen Alpen landete die 46 Jahre alte Para-Sportlerin gleich 7-mal auf Platz 1. Zudem stellte sie 5 Weltrekorde auf.

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Siegerlächeln: Tina Deeken kehrte von der Eisschwimm-Weltmeisterschaft im französischen Samoëns mit sieben Titeln zurück. Foto: ©Tina Deeken

Siegerlächeln: Tina Deeken kehrte von der Eisschwimm-Weltmeisterschaft im französischen Samoëns mit sieben Titeln zurück. Foto: ©Tina Deeken

8 Einzelstarts, 7 Titel, 5 Weltrekorde: Für die gebürtige Löningerin Tina Deeken hätte die Teilnahme an der Weltmeisterschaft im Eisschwimmen besser kaum laufen können. „Das ist eine super Bilanz, ich bin sehr zufrieden“, sagt die 46 Jahre alte Para-Sportlerin. Von Donnerstag bis Sonntag war Deeken – ihr linkes Bein ist aufgrund eines angeborenen Hüftschadens weitgehend gelähmt – in Samoëns in den französischen Alpen, um ins bitterkalte Wasser des Beckens im See Lac aux Dames zu steigen – ohne Neoprenanzug übrigens. Und wie vor einem Jahr in Polen, als Deeken ebenfalls 7-mal siegte, war sie im Goldrausch. In Frankreich starteten bei der WM rund 500 Frauen und Männer aus etwa 40 Nationen, einige Schwimmer – wie Deeken – haben eine Behinderung.

Die in Hannover lebende Förderschullehrerin holte in der Para-Wertung in folgenden Disziplinen die Goldmedaille: 50 Meter Freistil (39,68 Sekunden), 100 Meter Freistil (1:26,92 Minuten), 250 Meter Freistil (4:08,71 Minuten), 50 Meter Rücken (48:03 Sekunden), 100 Meter Rücken (1:46,95 Minuten), 50 Meter Brust (56:33 Sekunden), 100 Meter Brust (1:58 Minuten). Gleich 5-mal stellte Tina Deeken dabei einen neuen Weltrekord auf: „Das hat mich selbst überrascht.“ Weil die Para-Sportler die Wettkämpfe gemeinsam mit den nicht-behinderten Schwimmern absolvierten, tauchten Deeken und Co. auch in der „normalen“ Wertung auf.

„In meiner Altersklasse W45 bis 49 habe ich hier 3-mal Bronze geholt.“ Zwar war es in rund 1000 Metern Höhe bitterkalt – im Wasser knapp 4 Grad, die Lufttemperatur betrug 2 Grad –, dennoch hatte Tina Deeken eine richtig gute Zeit. „Das Umfeld ist sehr familiär, gerade wir Para-Sportler werden super unterstützt – zum Beispiel beim Aussteigen aus dem Wasser, was mir alleine einfach nicht möglich ist“, sagt Tina Deeken. Zwischen den Wettkämpfen konnten sich die Teilnehmer im Übrigen in Saunen und Hot Tubes aufwärmen. Viel Zeit für andere Dinge neben dem Eisschwimmen blieb der Löningerin nicht – kein Wunder bei insgesamt 11 Starts in 4 Tagen. „Abends ist man ganz schön geschafft. Man isst noch etwas und fällt dann ins Bett.“

Glücklich trotz Handicap: Tina Deeken leidet aufgrund eines angeborenen Hüftschadens an Lähmungserscheinungen im linken Bein. Foto: ©Tina DeekenGlücklich trotz Handicap: Tina Deeken leidet aufgrund eines angeborenen Hüftschadens an Lähmungserscheinungen im linken Bein. Foto: ©Tina Deeken

Neben ihrer erfolgreichen Medaillenjagd samt diverser Weltrekorde erlebte die 46-Jährige weitere Highlights. Zum einen lernte sie ihr Freiwasserschwimm-Idol Andreas Waschburger kennen, der 2012 an den Olympischen Sommerspielen in London teilgenommen hatte (8. Platz). „Seinen Weg verfolge ich schon lange“, so Deeken. Zudem durften sie und drei weitere Para-Sportler – Patricia Heffernan, Nicola Doran (beide Irland) und Jonty Warneken (Großbritannien) – zum Abschluss der Eisschwimm-Weltmeisterschaft mit einem internationalen Team bei der 4-x-250-Meter-Staffel – der Königsdisziplin – mitmischen. „Das war schon eine Ehre für uns und sehr emotional“, so Deeken. Zeiten und die Platzierung spielten dabei überhaupt keine Rolle.

Nach dem unvergesslichen Erlebnis bei der WM steht für Tina Deeken in diesem Winter nur noch ein Wettbewerb im Eisschwimmen an: Anfang Februar beim Green-Heart-Ice-Swim in den Niederlanden.

Ruhe vor dem Sturm: In diesem Becken des Lac aux Dames schwammen die WM-Teilnehmer. Foto: ©Tina DeekenRuhe vor dem Sturm: In diesem Becken des Lac aux Dames schwammen die WM-Teilnehmer. Foto: ©Tina Deeken

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