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SV Meppen wird zu einer BVC-Filiale

Frauenfußball: Der Erstligist SVM hat für die Rückserie Lisa Josten und Athanasia Moraitou verpflichtet.

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Nach dem Master in die 1. Liga: Ex-BVCerin Athanasia Moraitou (am Ball) wechselt zum SV Meppen. Foto: Langosch

Nach dem Master in die 1. Liga: Ex-BVCerin Athanasia Moraitou (am Ball) wechselt zum SV Meppen. Foto: Langosch

Der Weg zum Klassenerhalt in der 1. Bundesliga ist beschwerlich für die Fußballfrauen des SV Meppen. Die Emsländerinnen, im Sommer neben dem souveränen Tabellenführer der 2. Liga, Werder Bremen, als nächst aufstiegsberechtigtes Team ins Oberhaus gesprungen, steckt nach zwölf von 22 Punktspielen mitten drin im Abstiegskampf.

Der SVM steht als Drittletzter zwar gerade eben über dem Strich, doch der Vorsprung auf den punktgleichen SC Sand als Elftem und damit ersten Abstiegsrang ist denkbar knapp. Mit den früheren Cloppenburgerinnen Athanasia Moraitou und Lisa Josten hat sich der SVM nun verstärkt. Sie folgen ihren Exkolleginnen Agnieszka Winczo und Jannelle. Mit dem Quartett wird der SV Meppen quasi eine BVC-Filiale.

„Ich hatte wieder Bock auf Fußball“, sagt Lisa Josten zu ihren Beweggründen, sich den Emsländerinnen anzuschließen. Die 28-Jährige hatte eine Fußballpause eingelegt. Nachdem sie eine Weltreise beendet hatte, kam zur laufenden Saison das Aus für den BVC-Frauenfußball. 2015 war die offensive Mittelfeldspielerin vom VfL Bochum zum BVC gewechselt, um nach zwei Jahren für eine Saison zum damaligen Erstligaaufsteiger Werder Bremen weiterzuziehen. Zur Spielzeit 2018/2019 kehrte sie nach Cloppenburg zurück, bevor sie im November 2019 besagte Weltreise antrat.

Pause ist beendet: Lisa Josten (rechts) hat wieder Bock auf Fußball und heuerte im Emsland beim SVM an. Foto. LangoschPause ist beendet: Lisa Josten (rechts) hat wieder Bock auf Fußball und heuerte im Emsland beim SVM an. Foto. Langosch

Nach der Pause „kribbelt es jetzt wieder in den Füßen“, sagt Josten, die in der Nähe von Emstek lebt. „Wegen Corona hatte ich viel Zeit zum Nachdenken. Freizeitaktivitäten waren und sind ja sehr eingeschränkt, das brachte mir noch mehr Zeit.“ Im Sommer hatte Meppen Kontakt zur ihr aufgenommen. Dessen erinnerte sich Josten und meldete sich nun bei der Sportlichen Leiterin der Meppener Fußballfrauen, Maria Reisinger. Die Einladung an Josten, sich beim SVM fit zu halten, folgte umgehend und daraus entstand das Engagement.

Eingelebt hat sich Lisa Josten sehr schnell. „Meine neuen Mitspielerinnen haben es mir sehr leicht gemacht, ins Team reinzufinden. Jannelle und Aga kenne ich ja aus meiner BVC-Zeit sehr gut, die ,alten Hasen‘ beim SVM waren mir ja auch nicht unbekannt.“ Maria Reisinger ist von Jostens Qualitäten überzeugt: „Sie wird uns mehr Flexibilität in unserer offensiven Ausrichtung verleihen“, sagt sie auf der SVM-Homepage.

Nach den USA ging es in den hohen Norden

Lisa Jostens Eindruck vom Team bestätigt auch Athanasia Moraitou. „Es ist eine sehr, sehr nette und sympathische Mannschaft. Sie hat mich bestens aufgenommen.“ Die Deutsch-Griechin war 2017 vom VfL Sindelfingen nach Cloppenburg gekommen. Nach eineinhalb Jahren wechselte sie zunächst wegen eines Praktikums bei Daimler Benz nach Stuttgart, bevor es studienbedingt über den großen Teich ging. An der University of South Alabama in Mobile (an der Küste des Golfes von Mexiko, rund zwei Autostunden östlich von New Orleans) „baute“ sie zum Abschluss ihres Managementstudiums den Master of Business Administration.

„Dann hieß es: Ab in den Norden mit mir“, erzählt Moraitou. „Es war mein Ziel, wieder in der 1. Liga zu spielen. SVM-Coach Theo Dedes, früherer Cotrainer bei Cloppenburgs Oberligamännern, hatte schon im Sommer angefragt. Über diesen Kontakt kam der Wechsel zum SVM zustande. Moraitou wohnt nun in Meppen. Neben dem Fußball konzentriert sich die 23-Jährige auf ihre Aufgaben als Projektleiterin bei der Deutschen Kinder-Sportakademie. Die hat ihren Sitz zwar im badenwürttembergischen Ludwigsburg, aber nicht zuletzt wegen Corona erledigt Moraitou viele Dinge im Homeoffice von Meppen aus.

Der sportliche Auftakt für die beiden Zugänge mit ihrer neuen Mannschaft hat es in sich. Bevor am 7. Februar die reguläre verbleibende Punktspielserie mit einer Auswärtsbegegnung beim souveränen Spitzenreiter Bayern München beginnt, absolvieren die Meppenerinnen noch eine Nachholpartie. Am Sonntag zuvor, am 31. Januar, treten die Emsländerinnen beim Tabellenvierten 1. FFC Turbine Potsdam an. Athanasia Moraitou indes freut sich auf die Herausforderung: „Sicherlich werden das schwere Spiele. Aber im Fußball ist nichts unmöglich.“ Theo Dedes ist von „Nasi“ überzeugt: „Sie ist in der Lage, den tödlichen Pass zu spielen und Gefahr über gute Standards auszustrahlen.“

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