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SV Bevern gewinnt den Bezirkspokal

Der Landesliga-Vizemeister setzt sich im Finale beim Bezirksligisten Amasyaspor Lohne mit 2:1 durch. Hier gibt's den Nachbericht mit diversen Reaktionen.

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Bezirkspokalsieger 2022: SV Bevern. Foto: Wulfers

Bezirkspokalsieger 2022: SV Bevern. Foto: Wulfers

Die Fußballer des SV Bevern haben eine prächtige Saison mit einem Happy End gekrönt: Nach der Landesliga-Vizemeisterschaft sicherte sich das Team mit einem letztlich glücklichen 2:1 (2:0)-Erfolg beim starken Bezirksligisten Amasyaspor Lohne den Bezirkspokalsieg.

Der Landesligist ging zwar als klarer Favorit in die Partie, doch der Mallorca-Trip über Pfingsten hatte „personelle Beulen“ hinterlassen. Neben Cheftrainer Olaf Blancke – ausgerechnet in seinem letzten Spiel für den SVB – mussten Torhüter Tobias Brengelmann und Torjäger Sebastian Sander wegen Corona-Erkrankungen passen.

Co-Trainer Peter Hölzen, der ebenfalls zum letzten Mal auf der Beverner Bank saß, setzte auf ein bewährtes 4-2-3-1-System. Von spielerischer Überlegenheit war indes vor allem im ersten Durchgang wenig zu sehen. Im Gegenteil: Für Sympathisanten von wenig Sinn machenden Statistiken war die Beverner 2:0-Führung nach 45 Minuten ganz und gar nicht zu erklären. Will heißen: Gefühlte 70 Prozent Ballbesitz, weit über die Hälfte gewonnener Zweikämpfe sowie ein Chancenverhältnis von 5:2. Eigentlich sprach einiges für die Hausherren, doch beim Gang in die Kabinen leuchtete auf der Anzeigentafel ein 2:0 für die Gäste. Auch ein Qualitätsmerkmal, denn Bevern wartete mit einer gnadenlosen Effektivität auf.

"Kompliment an die gesamte Mannschaft und vor allem auch an Peter Hölzen. So haben wir zu unserem gemeinsamen Abschied eine überragende Saison beendet."Beverns Trainer Olaf Blancke.

Gleich der erste Angriff brachte die Führung. Rami Kanjo versenkte einen direkten Freistoß aus 20 Metern ins Lohner Netz (6.). Die Führung gab den Gästen indes nicht die erhoffte Sicherheit, sondern rief Amasya auf den Plan. Firat Tarti (9. und 18.), Markus Weimer (18.) und Sahin Ac (37.), sie alle hätten den Ausgleich erzielen können, wenn nicht müssen. Als dann auch noch Matthis Hennig nach einem Eckball aus dem Gewühl heraus auf 2:0 stellte (43.) und zudem Beverns starker Torhüter Till Puncak bravourös gegen Firat Tarti rettete (45.), entsprach die Pausenführung zwar nicht unbedingt dem Spielverlauf, war aber Fakt.

Nach dem Wechsel verbuchten die Gastgeber zwar nicht mehr die ganz großen Möglichkeiten, kamen aber dennoch zum 1:2-Anschlusstreffer. Alper Yilmaz jagte den Ball nach einer feinen Einzelleistung in den Winkel (57.). Zumindest für Spannung war somit wieder gesorgt. Bevern setzte zwar auch weiterhin in der Offensive kaum Akzente, ließ aber vor dem eigenen Tor auch wenig zu. Torhüter Puncak sowie der bärenstarke Abwehrchef Jannis Wichmann hatten Lohnes Angreifer im Griff.

Als dann auch noch die fast siebenminütige Nachspielzeit unbeschadet überstanden war und der von Betreuer Mark Overmöhle in Empfang genommene Pokal im Beverner Team seine Runde machte, war kollektiver Jubel angesagt. Zwar ging's zur Siegesfeier nicht wieder nach Malle sondern ins Beverner Vereinsheim: Doch auch dort feierten Mannschaft und Fans den Abschluss einer allemal überragenden Saison.

Siegertrio: Beverns Maximilian Hoffmann, Till Puncak und Matthis Hennig (von links) nach dem Schlusspfiff. Foto: WulfersSiegertrio: Beverns Maximilian Hoffmann, Till Puncak und Matthis Hennig (von links) nach dem Schlusspfiff. Foto: Wulfers

„Das waren die härtesten 90 Minuten meiner gesamten Fußballkarriere“, sagte Olaf Blancke, der im heimischen Wohnzimmer mit seiner Mannschaft litt. Zwar wurde er fortlaufend informiert, was seinen Gemütszustand nach den beiden Toren zwar aufhellte, den Pulsschlag allerdings ganz und gar nicht in den Normalbereich gehen ließ. „Ich habe zwischendurch im Fernsehen Tischtennis geschaut, um mich abzulenken. Hat aber nicht wirklich was gebracht.“ Nachdem der Erfolg in trockenen Tüchern war, fiel auch von Blancke einige Last ab. „Kompliment an die gesamte Mannschaft und vor allem auch an Peter Hölzen. So haben wir zu unserem gemeinsamen Abschied eine überragende Saison beendet.“

Peter Hölzen sagte: „Spielerisch war's heute sicher nicht der Brüller. Wir wollten eigentlich ein drittes Tor nachlegen, das hat aber nicht geklappt. Das Gegentor fiel zu früh, so dass es noch einmal spannend wurde. Aber egal, wie haben den Pokal.“  Beverns Kapitän Sascha Thale erklärte: „Ich bin stolz auf die Truppe. Ich hatte unter der Woche die Grippe, sodass ich nicht von Anfang an spielen konnte. Nach dem Lohner Tor mussten wir etwas machen. Hat zwar nicht ganz so wie erhofft funktioniert, aber egal. Wir haben den Pokal.“

Torhüter Till Puncak, die etatmäßige Nummer eins, erfuhr erst wenige Tage vor dem Finale, dass er für den eigentlich in Pokalspielen gesetzten Tobias Brengelmann im Tor stehen würde. „Nach dem Spiel habe ich zuallererst an Tobi gedacht. Es tut mir in der Seele weh, dass er nicht spielen konnte. Ich habe ihm im Vorfeld eine gute Leistung versprochen und die habe ich auch gebracht.“ Beverns Klubchef Hansi Dreckmann jubelte: „Es ist einfach super, die Saison mit so einem Erfolg für die Vereinshistorie zu beenden. Der Titel bleibt für die Ewigkeit.“

Großer Freude in Bevern, großer Frust beim tapfernden Außenseiter aus Lohne.„Es ist so schade für die Jungs. Sie haben noch mal alles rausgeholt, alles gegeben. Mehr ging heute einfach nicht“, sagte Amasyaspor-Coach Thomas Schmunkamp, nachdem er seine komplette Crew einmal abgeklatscht und Beverns Spielern zum Pokalsieg gratuliert hatte. Und er ergänzte noch: „Es war unser 37. Pflichtspiel in dieser Saison. Wir konnten nicht mehr nachlegen.“ Die Lohner, die auf dem Weg ins Finale in Mühlen, Wildeshausen und Wilhelmshaven immerhin drei Landesligisten ausgeschaltet hatten, waren dennoch stolz auf das Erreichte.

Es sollte nicht sein: Amasyaspors Ahmet Tarti (links) und Sedat Ablak nach dem Bezirkspokal-Finale gegen Bevern.  Foto: SchikoraEs sollte nicht sein: Amasyaspors Ahmet Tarti (links) und Sedat Ablak nach dem Bezirkspokal-Finale gegen Bevern.  Foto: Schikora

„Bevern war heute zu schlagen, aber wir haben es nicht geschafft“, haderte Lohnes Kapitän Markus Weimer mit dem Ergebnis. Den Feierlichkeiten der Gäste, die ruck zuck einen Karton mit den gelben Bezirkspokalsieger-Shirts zur Hand hatten und sich als zweites CLP-Team nach dem SV Altenoythe (2020) in die Siegerliste eintrugen, schaute der Innenverteidiger mit leerem Blick zu. „Wir sind alle total enttäuscht. So eine Chance kommt vielleicht so schnell nicht wieder“, sagte Weimer und meinte noch: „Wir waren die bessere Mannschaft und wir hatten die besseren Torchancen, nutzen sie aber nicht. Hatte Bevern noch andere Chancen außer die beiden Tore? Ich kann mich nicht erinnern, und trotzdem haben sie gewonnen.“

Amasyaspor Lohne - SV Bevern 1:2 (0:2)

  • Ama. Lohne: Zerhusen - A. Tarti, Weimer (72. B. Koc), Tönnies, Ablak - Ac - Gerdesmeyer, F. Tarti (84. Önder) - Bart (67. Mählmann) - Alper Yilmaz, Ahmet Yilmaz (46. A. Koc).
  • SV Bevern: Puncak - Hoffmann, Hennig, Wichmann, Tepe (90.+2 Luniku) - König, Bramscher - Kanjo (67. Thale), Thoben, Dosti (76. Schockemöhle) - Liegmann (87. Gerdes).
  • Tore: 0:1 Kanjo (6.), 0:2 Hennig (44.), 1:2 Alper Yilmaz (56.).

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