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SFN Vechtas Handballer rüsten nach dem Aufstieg in die Landesliga auf

Trainer Raul Ferent präsentierte jetzt gleich sechs Neuzugänge, darunter einige, die schon höher gespielt haben. Ferent gibt zu: "Wir haben große Pläne."

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Gruppenbild mit Trainern: Von links SFN Vechtas Handball-Coach Raul Ferent, Tobias Mundhenke, Frederik Hohnstedt, Matthias Feldmann und Co-Trainer Simon Schreiner. Foto: Sieve

Gruppenbild mit Trainern: Von links SFN Vechtas Handball-Coach Raul Ferent, Tobias Mundhenke, Frederik Hohnstedt, Matthias Feldmann und Co-Trainer Simon Schreiner. Foto: Sieve

Das Attribut „in Mannschaftsstärke“ ist in diesem Fall nicht übertrieben – es beschreibt die Dimension, in der sich die Handballer von SFN Vechta für die kommende Saison verstärkt haben, sogar ziemlich genau. Sechs Namen tauchen beim Landesliga-Aufsteiger in der Rubrik Neuzugänge auf. Würde Trainer Raul Ferent noch einspringen, könnte er mit seinen neuen Spielern eine komplette Sieben bilden, allerdings mit zwei Torhütern.

Gleich sechs Akteure schließen sich dem Landesklassen-Meister an, der künftig gemeinsam mit dem TV Dinklage in der 6. Liga spielt. Einige haben schon höherklassig gespielt. Keine Frage: Unter Abteilungsleiter Jörn Borchardt und Trainer Raul Ferent ist der Ehrgeiz bei SFN, neben den Frauen auch das Männerteam im Leistungshandball zu etablieren, deutlich zu spüren.

„Wir haben große Pläne“, sagt Ferent, der das Team auf Anhieb zum Aufstieg führte: „Aber wir wollen uns Schritt für Schritt entwickeln.“ Mit den sechs Neuzugängen ist er „sehr zufrieden“, wie er sagt: „Vielleicht kommen noch ein bis zwei dazu, bei uns stehen die Türen immer offen.“

Noch drei Neue: Auch Luka Vujica, Jannik Juchelka und Bernhard Dasenbrock (von links) wechseln zu SFN. Foto: MeichelNoch drei Neue: Auch Luka Vujica, Jannik Juchelka und Bernhard Dasenbrock (von links) wechseln zu SFN. Foto: Meichel

Während die jungen Studenten Luca Vujica und Jannik Juchelka Vechta eher perspektivisch verstärken sollen, bringen die anderen vier Neuen viel Erfahrung mit. In Frederik Hohnstedt kommt ein starker Torwart vom Oberliga-Absteiger HSG Hunte-Aue Löwen. „Ich bin sehr froh, dass Freddy uns gewählt hat. Ihm gefällt unser Projekt“, sagt Raul Ferent. Und der Torwart bringt mit Tobias Mundhenke einen Freund aus der Barnstorfer Zweiten mit, der auch schon Oberliga gespielt hat. „Er ist vorne vielseitig einsetzbar und ein Abwehrkämpfer“, sagt Ferent.

Seinem neuen Linkshänder Matthias Feldmann aus der Handball-Hochburg Bissendorf attestiert der Coach offensiv sogar das „Potenzial, mindestens Oberliga zu spielen“. Problem: Verletzungsbedingt hat er seit zwei Jahren nicht gespielt.

Bernhard „Harry“ Dasenbrock, der schon länger bei SFN Vechta mittrainiert, kommt zwar nur vom Harpstedter TB aus der Regionsoberliga, war dort aber mit 9,9 Toren pro Spiel der beste Torjäger der Liga. Raul Ferent ist überzeugt: „Er wird uns helfen.“

"Wir haben es letzte Saison gesehen: Wenn man attraktiven Handball spielt, kommen auch Zuschauer in die Halle“SFN-Abteilungsleiter Jörn Borchardt

„Das Ziel ist erst mal, in der Klasse zu bleiben“, betont Borchardt mit Blick auf die Spielzeit 2022/23, fügt aber hinzu: „Wenn es geht, wollen wir im oberen Drittel mitspielen. Und mittelfristig in die Verbandsliga aufsteigen.“ Borchardt macht sich nichts vor: „Im Endeffekt ist es eine wirtschaftliche Geschichte. Wie weit es geht, muss man sehen. Man muss gucken, was in Vechta möglich ist.“

Auf keinen Fall soll der Erfolg der Männer auf Kosten des Damenteams gehen, das gerade den Klassenerhalt in der 3. Liga geschafft hat und zu den Aushängeschildern des Sports im Oldenburger Münsterland gehört. Die Damen dort zu etablieren, wird allerdings zu einer Herausforderung. Denn der Deutsche Handballbund (DHB) will die 3. Liga von zuletzt 70 Teams mittelfristig auf 36 reduzieren. „Die Professionalität nimmt zu. Aber auch dann wollen wir noch dabei sein“, sagt Jörn Borchardt.

Dass die Männermannschaft überwiegend von der Stärke auswärtiger Spieler lebt, ist für ihn kein Problem. „Ich glaube, dass die Leute guten Sport sehen wollen. Wir haben es letzte Saison gesehen: Wenn man attraktiven Handball spielt, kommen auch Zuschauer in die Halle.“

Einen eigenen Unterbau in Form einer starken A-Jugend hat Vechtas Männerteam im Unterschied zum TV Dinklage nicht. In der kommenden Saison hat SFN gar keine eigene männliche A-Jugend. Drei Vechtaer Talente schließen sich dem TVD an und versuchen hier, den Sprung in die Oberliga-A-Jugend zu schaffen. Schon in der vergangenen Saison hatten SFN und TVD im weiblichen A-Jugend-Bereich erfolgreich zusammengearbeitet.

Dass die Männerteams beider Vereine künftig in einer Liga antreten, ist für Borchardt eine Win-win-Situation: „Das ist eine absolut positive Rivalität. Dass es künftig Derbys gibt, ist sowohl für uns als auch für Dinklage gut.“

Parallel zur Verstärkung der ersten Mannschaft arbeitet SFN laut Borchardt daran, die „Struktur im Jugendbereich zu verbessern“. So werden die Jugendtrainer in Kursen gecoacht.


SFN Vechtas Neuzugänge im Überblick

  • Frederik Hohnstedt (27)
    Position: Torwart
    Bisheriger Verein: HSG Hunte-Aue
  • Matthias Feldmann (24)
    Position: Rückraum rechts
    Bisheriger Verein: TV Bissendorf-Holte
  • Tobias Mundhenke (27)
    Position: Linksaußen
    Bisheriger Verein: HSG Hunte-Aue
  • Jannik Juchelka (20)
    Position: Torwart
    Bisheriger Verein: HSG Nienburg
  • Luca Vujica (19)
    Position: Rückraum links
    Bisheriger Verein: TuS Opladen
  • Bernhard Dasenbrock (25)
    Position: Rückraum links
    Bisheriger Verein: Harpstedter TB

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