Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Rasta-Youngster Martin Kalu und das Debüt im Oberhaus

Der 16-jährige Schüler ist der jüngste Spieler, der für Vechta in der Basketball-Bundesliga aufgelaufen ist. Bei OMonline spricht er über seinen ersten Einsatz.

Artikel teilen:
Mutig ins Duell: Rastas Martin Kalu (rechts) gegen Frankfurts Jon Axel Gudmundsson. Foto: Schikora

Mutig ins Duell: Rastas Martin Kalu (rechts) gegen Frankfurts Jon Axel Gudmundsson. Foto: Schikora

An Niederlagen denkt man nicht gerne zurück, erst recht nicht an hohe Niederlagen. Martin Kalu ist da keine Ausnahme. Er ist sehr ehrgeizig, er will gewinnen. Daher hat sich der junge Basketballer in Diensten des Bundesligisten Rasta Vechta am Samstagabend auch geärgert über das 72:96 gegen die Skyliners Frankfurt, über den herben Dämpfer im Abstiegskampf der BBL. Und dennoch war dieser 6. Februar 2021 ein besonderer Tag, an den sich Kalu irgendwann auch gerne erinnern wird. Denn: Er feierte sein Debüt in der 1. Bundesliga – und das nur neun Tage nach seinem 16. Geburtstag. Kalu ist damit der jüngste Spieler in Rastas Erstliga-Historie, bei seiner BBL-Premiere war er jünger als Luc van Slooten und Philipp Herkenhoff. „Das ist schön zu hören, das freut mich sehr. Es bekommt ja nicht jeder die Möglichkeit, mit 16 in der BBL zu spielen“, sagte Kalu.

1:20 Minuten vor der Schlusssirene kam er für Robin Christen in die Partie. Zugegeben, die Begegnung war längst entschieden, die 13. Niederlage im 16. Spiel perfekt, Rasta lag mit 66:93 zurück. „Garbage Time“ nennen auch die Basketballer jene Zeit am Ende des Spiels, wenn alles klar ist und die Trainer ihre Stammkräfte vom Feld holen, um den Jungs vom hinteren Ende der Bank noch ein bisschen Spielpraxis zu geben. Für Kalu war's aber alles andere als „Müllzeit“. Ganz im Gegenteil: „Ich hab' mich richtig gefreut, dass ich reingekommen bin. Das ist ja auch irgendwie eine Belohnung für den Einsatz im Training.“

Seit dem Start der Saison 20/21 gehört der 1,94 m große Martin Kalu dem erweiterten Trainingskader von Rasta an; Gleiches gilt auch für Noah Jänen und Kilian Brockhoff, die im Februar bzw. Mai 17 Jahre alt werden. Jänen stand in dieser Saison auch schon sechsmal im Spieltagskader von BBL-Coach Thomas Päch, kam aber nicht zum Einsatz.

Bundesliga-Debüt statt U-16-Lehrgang

Martin Kalu, geboren in Halle an der Saale und aufgewachsen in Quakenbrück, lernte das Basketball-ABC im Artland, genauer gesagt beim TSV Quakenbrück. Mit 13 Jahren wechselte er dann ins JBBL-Team der Young Rasta Dragons (U-16-Bundesliga). Er lebt in Vechta in einer Gastfamilie, bis zur Halle sind's nur zehn Minuten. Abseits der Korbjagd geht er natürlich zur Schule – in die 9. Klasse der Geschwister-Scholl-Oberschule im Süden der Stadt. Offiziell wird Martin Kalu als Point Guard geführt, er selbst sieht sich allerdings als „Combo-Guard“, als „Allrounder für die Positionen eins bis drei“. Am vergangenen Wochenende, als er sein BBL-Debüt feierte, sollte Kalu eigentlich beim Lehrgang der U-16-Nationalmannschaft in Bad Blankenburg sein. Die Ausfälle im BBL-Team (Herkenhoff, Salumu, Clifford) lösten jedoch Plan B aus. Kalu blieb in Vechta, um zusammen mit Marlin Mason aus Rastas Regionalliga-Team den Kader aufzufüllen.

Apropos Unterbau: Pandemiebedingt ist der Spielbetrieb in der U-19- und U-16-Bundesliga sowie in der 1. Regionalliga Nord der Herren komplett auf Eis gelegt, der Re-Start ist völlig ungewiss. Bis zur Corona-Zwangspause hatte Kalu sieben Einsätze in den drei Teams (1x NBBL, 3x JBBL, 3x Regionalliga). Kalu ist daher „total happy“, dass er Rastas Profi-Kader angehört und trainieren darf, individuell und mit dem Team. Ein Privileg, das er zu schätzen weiß, das aber auch mit Entbehrungen für den Jugendlichen verbunden ist und ein Höchstmaß an Disziplin und Vorsicht erfordert. Im Rahmen des BBL-Hygienekonzepts sind regelmäßige Corona-Testungen Pflicht, auch für den 16-Jährigen. Private Treffen mit Freunden tendieren gen Null, die Maskenpflicht nimmt er „sehr ernst“.

Am Mittwoch um 19.00 Uhr steht für Rasta das Kellerduell bei den Niners Chemnitz an. Kalu drückt von zu Hause die Daumen und hofft, bei den Heimspielen gegen Spitzenreiter Ludwigsburg (Freitag) und Braunschweig (Sonntag) wieder im Kader sein zu können. Und vielleicht klappt es ja auch irgendwann mit den ersten Punkten in der BBL. Der aktuell jüngste Scorer im Oberhaus ist Elijah Ndi, Kalus U-16-Nationalmannschaftskollege aus Würzburg. Ndi machte am 24. Januar zwei Punkte in Berlin – im Alter von 16 Jahren, vier Monaten und 22 Tagen. Ndi ist rund zwei Monate jünger als Ludwigsburgs Jacob Patrick, der 16 Jahre, sechs Monate und 19 Tage alt war, als er im Juni 2020 beim Finalturnier in München seine ersten Zähler in der BBL markierte.


Rastas jüngste BBL-Spieler

  • Martin Kalu: 16 Jahre und 9 Tage beim BBL-Debüt am 6.2.2021 gegen die Skyliners Frankfurt.
  • Luc van Slooten: 16 Jahre, 6 Monate und 11 Tage beim BBL-Debüt am 28.10.2018 gegen die Löwen Braunschweig.
  • Philipp Herkenhoff: 17 Jahre, 4 Monate und 9 Tage beim BBL-Debüt am 7.11.2016 gegen Jena.

So verpassen sie nichts mehr. Mit unseren kostenlosen Newslettern informieren wir Sie über das Wichtigste aus dem Oldenburger Münsterland. Jetzt einfach für einen Newsletter anmelden!

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Rasta-Youngster Martin Kalu und das Debüt im Oberhaus - OM online