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Rasta liefert erneut nur Magerkost ab

Der Basketball-Zweitligist kassierte mit dem 57:83 bei Phoenix Hagen die zweite Niederlage im zweiten Spiel. Taktgeber Carlos Medlock fällt länger aus, die Suche nach Ersatz läuft.

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Ein Lichtblick im Angriff: Preston Purifoy (Mitte) war Rastas Topscorer in Hagen. Foto: Jörg Laube

Ein Lichtblick im Angriff: Preston Purifoy (Mitte) war Rastas Topscorer in Hagen. Foto: Jörg Laube

Ende des dritten Viertels schalteten die „Tornados Hagen“ schon mal in den Partymodus um. „Macht sie alle, schießt sie aus der Halle“, grölte der Fanclub von Phoenix Hagen. Auf dem „Heuboden“ – so wird der Oberrang der Arena im Sportpark Ischeland genannt – war die Stimmung glänzend, der eine oder andere Fan der „Feuervögel“ rieb sich beim Blick auf die Anzeigetafel gar verwundert die Augen. Mit 62:35 lag Hagen zu diesem Zeitpunkt im Heimspiel der 2. Basketball-Bundesliga ProA gegen Rasta Vechta in Führung. Später, als die Schlusssirene kurz vor der ersten Prognose zur Bundestagswahl ertönte, durfte dann richtig gefeiert werden. 83:57 gegen den Erstliga-Absteiger, Party in der „Ischelandhölle“. Im Lager von Rasta Vechta gab's derweil nur lange Gesichter – beim Trainer, bei den Spielern und bei den sechs mitgereisten Fans.

Neun Tage nach dem Fehlstart vor eigener Kulisse (54:68 gegen Rostock) ging Rasta Vechta erneut leer aus. Zwei Spiele, zwei Niederlagen, vorletzter Tabellenplatz – den Auftakt in seine fünfte ProA-Saison hatte sich der Top-4-Anwärter ganz anders vorgestellt. „Wir müssen ein paar Dinge ändern, schnell ändern“, sagte Rastas Coach Derrick Allen nach dem schwachen Auftritt im Stadtteil Altenhagen: „Frustrierend ist, dass die Jungs hart trainieren und alles daran setzen, dass wir besser werden – und dann kriegen wir es nicht aufs Parkett.“ Im sechsten ProA-Duell mit Phoenix hatte Vechta erstmals den Kürzeren gezogen. Und Allen ergänzte: „Die Art und Weise, wie wir in der zweiten Halbzeit aufgetreten sind, war enttäuschend. Wir haben keine Stopps gekriegt und haben angefangen, egoistisch zu spielen.“

Wie schon gegen die Seawolves haperte es an der Offense, erneut bot Rasta nur Magerkost an und kam in keinem Viertel auf 20 Punkte: Beim Saisonstart hieß es „12-14-14-14“, am Sonntag dann „13-10-17-17“. Allen sagte treffend: „Unsere Offense war das größere Problem als die Defense.“ Dass sein Team reihenweise offene Dreier vergab und kaum den Weg unter den Korb suchte bzw. fand, war Allen natürlich nicht entgangen. Er sagte dazu: „Dass wir heute mehr Würfe von außen versucht haben als Zweier, war nicht der Plan. Die Jungs haben natürlich die Freiheit, offene Würfe zu nehmen. Aber natürlich müssen sie auch wissen, wann sie in die Zone kommen und unsere Big Men finden müssen. Die Balance hat da heute nicht gestimmt.“

Purifoy mit 22 Punkten der Topscorer bei Rasta

Einzige Lichtblicke im Angriff waren Preston Purifoy (22 Punkte) und Sheldon Eberhardt (11), der Rest um Kapitän Josh Young und den am Knie lädierten Devin Searcy tauchte ab – und nicht wieder auf. Rastas Angriffsspiel wirkte plan- und ideenlos.

Ob's daran lag, dass der Point Guard Nummer eins nicht dabei war? Rasta spielte in Hagen ohne Carlos Medlock. Der 34-jährige US-Guard hat sich einen Spiralbruch im kleinen Finger seiner Wurfhand (links) zugezogen und fällt mindestens fünf Wochen aus. Eine Zwangspause, die den Klub zum Handeln zwingt. Die Suche nach einem Ersatz läuft auf Hochtouren, Allen ließ daran keinen Zweifel: „Es geht jetzt darum, einen neuen Spielmacher zu verpflichten, so dass er schon am Samstag gegen Schwenningen spielen kann.“

In Hagen half Kevin Smit aus. Der 30 Jahre alte Guard aus Rastas Regionalliga-Team, der im Sommer nach sechs ProA-Jahren in Trier an die Pariser Straße zurückgekehrt war und am Samstag zehn Punkte zum 109:68-Sieg des Farmteams gegen Rendsburg beigesteuert hatte, rackerte wie eh und je, hatte im Abschluss aber auch kein Fortune.

Kurios: Auch Hagen, das mit einem Sieg in Schwenningen in die fünfte ProA-Saison nach dem BBL-Abstieg 2017 (Insolvenz) gestartet war, hat ein Point-Guard-Dilemma. Einen Tag vor dem Rasta-Spiel war mit CJ Walker (24/USA) bereits der vierte Taktgeber nach Kyron Cartwight (bat um Vertragsauflösung und blieb in den USA), Obie Trotter (Abreise nach wenigen Tagen) und Terrell Allen (Kreuzbandriss im ersten Testspiel) verpflichtet worden.

Walker wird am Montag in Hagen erwartet. In dessen Abwesenheit führte Marquise Moore noch mal glänzend Regie – er verbuchte 19 Punkte, neun Assists und acht gezogene Fouls. Sehr zur Freude von Coach Chris Harris: „Wir waren heute solide, haben es im Großen und Ganzen gut gemacht. Wir haben Rasta in der Zone nicht zum Zuge kommen lassen.“ Und Harris ergänzte noch: „Es hat heute wieder richtig Spaß gemacht.“ Die Tornados sahen es genauso.

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