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Project1 wird selbst zum Serien-Organisator

Die Lohner Motorsport-Firma richtet in diesem Jahr für BMW den M2-Cup aus.  Talente, die mitfahren wollen,  brauchen eine Lizenz – und gut 100.000 Euro.

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Bereit für den Renneinsatz: Das Safety-Car (links) und ein M2 CS Racing im Foyer der Project1-Zentrale in Lohne. Foto: Michaelis

Bereit für den Renneinsatz: Das Safety-Car (links) und ein M2 CS Racing im Foyer der Project1-Zentrale in Lohne. Foto: Michaelis

Aufregung? Nervosität? Sicher nicht. Dafür sind sie bei Project1 schon zu lange unterwegs im professionellen Motorsport. Doch gespannte Vorfreude macht sich in diesen Wochen schon breit in der Firmenzentrale nahe der Autobahnabfahrt Lohne/Dinklage. Denn bei aller Erfahrung, die das Lohner Motorsport-Unternehmen in den vergangenen drei Jahrzehnten sammeln konnte, ist das, was Projektleiter Jörg Michaelis und seine Kollegen gerade vorbereiten, schon ein bisschen Neuland für die Project1-Experten.

Mit dem BMW-M2-Cup richtet Project1 zusammen mit BMW M Motorsport in diesem Jahr zum ersten Mal eine eigene Rennserie für Nachwuchsfahrer aus. Talente ab 16 Jahren können sich noch bis Ende April anmelden. Sie brauchen nur eine Fahrerlizenz – und etwas Kleingeld, um sich die Einschreibegebühr von 100.000 Euro plus Steuern und Nebenkosten leisten zu können. Das klingt teuer, ist es aber nicht. „Übergeordnet betrachtet ist das sehr, sehr preiswert, weil es von BMW subventioniert wird“, erklärt Christine Kölling, die für die Kommunikation der Serie zuständig ist. Fahrer können auch ihre eigenen Sponsoren mitbringen, die dann auf den Autos Werbeflächen erhalten.

„Das ist mein Baby, und da bin ich echt stolz drauf“, sagt Jörg Michaelis, der die Idee für die Serie hatte. Entstanden sei sie beim DTM-Saisonfinale 2019 in Hockenheim. Damals saß Michaelis in der BMW-Hospitality mit seinem alten Weggefährten Thomas Felbermair von der BMW M GmbH zusammen. „Und da haben wir uns das zusammengesponnen“, erinnert sich der Dinklager.

Stolz auf sein Baby“: Projektleiter Jörg Michaelis. Foto: Kevin MöllersStolz auf sein „Baby“: Projektleiter Jörg Michaelis. Foto: Kevin Möllers

Das Besondere an der neuen Serie ist die absolute Chancengleichheit. Es geht ausschließlich ums fahrerische Können. Die Autos erhalten zwar jeweils ein individuelles Design, sind aber technisch alle identisch und werden von den Project1-Experten betreut. Und vor jedem Rennen wird jedem Starter ein Wagen zugelost. „Da kannst du wirklich zeigen, ob du am Lenkrad drehen kannst“, fasst Project1-Sprecher Jan Bodenbach das Credo der Serie zusammen. Sein Chef Hans-Bernd Kamps formuliert es so: „Der BMW M2 Cup bietet jungen Fahrern und ambitionierten Rennfahrern die ideale Plattform, ihr Talent unter Beweis zu stellen und sich für weitere Aufgaben zu empfehlen.“

Ausgetragen werden die zwölf rund 30-minütigen Rennen, die in kostenlosen Livestreams übertragen werden sollen, im Rahmen von Doppelveranstaltungen im Vorfeld von Läufen der 
reformierten DTM. Start ist am 2. Juli auf dem Norisring in Nürnberg. Mit Spielberg (Österreich) und Assen (Niederlande) stehen auch zwei Auslandseinsätze im Kalender (siehe Überblick). Vor Saisonbeginn gibt es am 6./7. Mai auf dem Lausitzring einen Medien- und einen Testtag. Als Botschafter für die Serie konnte Timo Glock gewonnen werden, der einst mit Hilfe von Hans-Bernd Kamps den Sprung in die Formel 1 schaffte und jetzt für BMW in der DTM unterwegs ist.

Für die 100.000 Euro erhalten die Fahrer ein Rundum-sorglos-Paket. BMW stellt die 16 bis 24 Rennwagen des Typs M2 CS Racing mit 365 PS, 6-Zylinder-Reihenmotor und 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Project1, das vor Jahren schon mal mit der Formel Gelb eine kleine Serie betreute, übernimmt die gesamte Organisation, betreut die Autos und die Fahrer. „Es gibt keine Teams – nur ein einziges, und das sind wir“, erklärt Christine Kölling. Von der Project1-Speed Academy werden die Piloten zudem professionell trainiert und auch in Bereichen wie Fitness und Ernährung geschult.

Rund 25 Project1-Mitarbeiter sind für die Serie im Einsatz. Die Lohner stellen die Technischen Kommissare, die Rennleitung, die Mechaniker, die Fahrzeugingenieure, die Hospitality-Kräfte und den Hygienebeauftragten.

Der M2-Cup soll auch ein Sprungbrett für Motorsport-Talente sein. So erhält der Gesamtsieger der Serie im kommenden Jahr ein gesponsertes BMW-Cockpit in der GT4-Serie DTM-Trophy. Auch der Zweit- und der Drittplatzierte werden unterstützt. Vertraglich abgesichert ist der M2-Cup zunächst für zwei Jahre, „mit Option auf Verlängerung“, wie Christine Kölling berichtet. Ihr Traum wäre, wenn irgendwann auch ein Talent aus der Region in der Serie antreten würde.

BMW M2 Cup: Die Termine im Überblick

  • Norisring (02. - 04. Juli)
  • Lausitzring (23. - 25. Juli)
  • Nürburgring (20. - 22. August)
  • Spielberg (03. - 05. September)
  • Assen (17. - 19. September)
  • Hockenheim (01. - 03. Oktober)

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