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Neu-Trainer Baal und die Qual der Wahl

Der TuS Emstekerfeld geht ambitioniert in die neue Saison und kann seine hoch gesteckten Ziele auch erreichen

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TuS Emstekerfeld: Oben von links: Sportlicher Leiter Torsten Kliefoth, Sebastian Blömer, Nico Hoppmann, Kai Stratmann, Jens Nöh, Felix Tönnies, Linus Funke, Lazar Aydin, Cotrainer Salih Darilmaz. Mitte von links: Trainer Leo Baal, Raphael Wedemeyer, Lukas Pleye, Marco Claus, Jacob Thien, Marvin Buchmüller, Timo Beitelmann, Hannes Breher, Betreuer Hubert Jüchter. Unten von links: Dimitri Wiebe, Felix Schumacher, Lennart Debbeler, Nils Kordon, Rasmus Backhaus, Niklas Rohe. Foto: Wulfers

TuS Emstekerfeld: Oben von links: Sportlicher Leiter Torsten Kliefoth, Sebastian Blömer, Nico Hoppmann, Kai Stratmann, Jens Nöh, Felix Tönnies, Linus Funke, Lazar Aydin, Cotrainer Salih Darilmaz. Mitte von links: Trainer Leo Baal, Raphael Wedemeyer, Lukas Pleye, Marco Claus, Jacob Thien, Marvin Buchmüller, Timo Beitelmann, Hannes Breher, Betreuer Hubert Jüchter. Unten von links: Dimitri Wiebe, Felix Schumacher, Lennart Debbeler, Nils Kordon, Rasmus Backhaus, Niklas Rohe. Foto: Wulfers

Mit einer erfrischenden Portion Selbstbewusstsein nehmen die Bezirksligafußballer des TuS Emstekerfeld die kommende Saison in Angriff. Die vergangene Serie, die wegen des Coronavirus‘ bekanntlich abgebrochen wurde, endete für die Blau-Gelben auf dem vierten Platz. Diesmal lautet die Zielsetzung: „Um die Meisterschaft mitspielen.“

Das Klassement wurde über die Quotientenregelung erstellt. Mit einem Wert von 1,53 Punkten pro Partie landete der TuS mit deutlichem Abstand hinter Spitzenreiter Hansa Friesoythe (2,50) und auch die Distanz zum Drittplatzierten, SW Osterfeine (1,94), ist beträchtlich. Der Vorsprung auf die hinter den Emstekerfeldern rangierenden Teams ist deutlich geringer. Der VfL Oythe II rangiert mit einem Wert von 1,44 an neunter Stelle. Dem seinerzeit vom damaligen Coach, Volker Kliefoth, ausgerufenen                       „Spektakelfußball“ ist auch sein Nachfolger, Leo Baal, zugetan.Auch der neue Verantwortliche auf der TuS-Bank will offensiv spielen lassen – und sein Kader gibt das allemal her. Angreifer wie Stefan Backhaus und Linus Funke bringen quasi eine eingebaute Torgarantie mit, dazu kommen mit Spielern wie beispielsweise Lukas Pleye, Timo Beitelmann und Raphael Wedemeyer weitere Akteure, die wissen, wo die Bude steht.

Neuer Mann auf der Kommandobrücke: Leo Baal hat den Trainerposten in Emstekerfeld übernommen und gibt die Richtung vor. Foto: LangoschNeuer Mann auf der Kommandobrücke: Leo Baal hat den Trainerposten in Emstekerfeld übernommen und gibt die Richtung vor. Foto: Langosch

Doch die Angriffswucht, die der TuS zu entfachen imstande ist, ist beileibe nicht die einzige Qualität, die die Emstekerfelder zu bieten haben. Leo Baal, der beim Cloppenburger Stadtteilklub seinen ersten Posten als alleinverantwortlicher Cheftrainer angetreten hat, freut sich vor allem über einen ausgeglichenen Kader, in dem jede Position mindestens doppelt besetzt ist. Das gilt auch für die Torhüterposition. Sowohl Nils Kordon als auch Lennart Debbeler, die in der vergangenen Saison mit schweren Verletzungen lange ausgefallen waren, sind wieder fit. „Ich habe die Qual der Wahl“, meint der ehemalige Mittelfeldspieler auf der Trainerbank, der vor gut zwei Wochen gerade einmal 32 Jahre alt geworden ist.

Baals Vita als Fußballer mit höherklassigen Stationen beim VfB Oldenburg, den Sportfreunden Lotte, dem BV Cloppenburg und SSV Jeddeloh liest sich gut und verschafft ihm im TuS-Kader einen guten Stand. „Ich bin hier in Emstekerfeld sehr gut aufgenommen worden. Wir haben Spaß in der Truppe , alle ziehen gut mit“, findet Baal.

Nicht nur, dass der Kader ausgewogen besetzt und derzeit auch komplett ist, macht es aus. Darüber hinaus stimmt der Mix aus jungen und erfahrenen Spielern. Das ist auch an den Zugängen abzulesen: Da ist zum einen Dimitri Wiebe. Mit 32 Jahren ist der Mittelfeldakteur genau so alt wie der Trainer. Der frühere Kicker von BW Lohne II ist nach Emstekerfeld gezogen und fiel dem TuS damit quasi in den Schoß. Außerdem wechselten aus der A-Jugend des BV Cloppenburg, die in der Niedersachsenliga spielte, mit Niklas Rohe und Hannes Breher zwei Youngster in die Nussbaumallee. Wobei vor allem Letzterer als Innenverteidiger zu reichlich Einsätzen in der Vorbereitung kam und sich dabei für weitere Aufgaben durchaus empfahl.

Mehr Verpflichtungen waren gar nicht nötig. Denn auf der Abgangsseite hat sich wenig getan. Mit Daniel Schrand, der die Fußballschuhe an den Nagel gehängt hat und künftig den Trainerstab ergänzt, und den in die zweite Mannschaft gewechselten Luca Plaspohl haben nur zwei Spieler die Mannschaft verlassen.

Torjäger par excellence: Linus Funke soll in erster Linie für die Treffer beim TuS Emstekerfeld sorgen. Foto: LangoschTorjäger par excellence: Linus Funke soll in erster Linie für die Treffer beim TuS Emstekerfeld sorgen. Foto: Langosch

Folglich hat Baal eine intakte und eingespielte Mannschaft übernommen, die vor allem mit attraktivem Fußball überzeugt. Meistens versucht der TuS, spielerische Lösungen zu finden. „Das ist ganz klar unser Ansatz, aber genau so klar ist auch, dass der Ball auch mal hinten raus zu dreschen ist, wenn es notwendig ist“, erläutert Baal.

Entscheidend wird sein, ob der TuS es schafft, die Leistungsschwankungen abzustellen. Das Konstanteste in Emstekerfeld war in den zurückliegenden Jahren das Unkonstante.

Die bisherigen Auftritte in der Vorbereitung nähren die Zuversicht, in der kommenden Bezirksligasaison eine gute Rolle zu spielen. Abgesehen vom deutlichen 0:4 gegen Landesligaaufsteiger Sparta Werlte lieferte der TuS ab: Zu einem 1:0 gegen den VfL Oythe (Landesliga) und einem 2:2 gegen den letztjährigen Bezirksligameister, Hansa Friesoythe, gesellten sich klare Erfolge gegen die Kreisligateams des SV Petersdorf (4:1) und SV Cappeln (5:1) sowie ein 4:1 gegen die A-Jugend des neu gegründeten JFV Cloppenburg, der in der Landesliga antritt. Wobei in der Mehrzahl nicht nur die Ergebnisse, sondern vor allem auch die Leistung stimmt.

Mit dem TuS wird in dieser Bezirksligasaison zu rechnen sein. Im gut aufgestellten und ausgeglichenen Kader gibt es einen gesunden Konkurrenzkampf auf nahezu allen Positionen. Eine klasse Ausgangslage für den neuen Trainer, Leo Baal. Ein eindeutiger Titelfavorit ist für die kommende Saison nicht auszumachen. Die ambitioniert formulierten Ziele erreicht der TuS – wenn er denn regelmäßig seine Leistung abruft.


Zur Übersicht der Fußballsaison 20/21


  • Abgänge: Trainer Volker Kliefoth (Auszeit), Co-Trainer Christian Kellermann (Auszeit), Daniel Schrand (Karriereende, zukünftig im Trainerstab), Luca Plaspohl (II. Herren).
  • Zugänge: Niklas Rohe, Hannes Breher (beide BVC U-19), Dimitri Wiebe, (BW Lohne II). 
  • Tor: Nils Kordon, Lennart Debbeler.
  • Abwehr: Nico Hoppmann, Felix Tönnies, Hannes Breher, Jens Nöh, Raphael Wedemeyer, Marco Claus.
  • Mittelfeld: Niklas Rohe, Jacob Thien, Dimitri Wiebe, Marvin Buchmüller, Kai Stratmann, Felix Schumacher, Timo Beitelmann, Lukas Pleye, Sebastian Blömer.
  • Angriff: Christian Alfers, Lazar Aydin, Rasmus Backhaus, Stefan Backhaus, Linus Funke.
  • Trainer: Leo Baal.
  • Cotrainer: Salih Darilmaz.
  • Sportlicher Leiter: Torsten Kliefoth.
  • Betreuer: Hubert Jüchter.
  • Saisonziel: Um die Meisterschaft mitspielen.
  • Meistertipp: SV Altenoythe, SV Thüle.
  • Der "Startschuss" der Münsterländischen Tageszeitung mit den Vereinen aus dem Landkreis Cloppenburg ist am Freitag, 4. September erschienen - gedruckt oder als ePaper in der App und hier im Online-Kiosk.

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