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Moritz Leitner im Interview: „Die Kings League ist ein Spektakel“

Der Ex-BVB-Profi ist eines der Gesichter der neuen deutschen Kleinfeldliga. Hier spricht er über seine Faszination für diesen Fußball, den Kontakt zu Gerard Piqué und seinen Freund aus Dinklage.

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Fan, Botschafter und Spieler: Moritz Leitner in der Kings League. Foto: Kings League Germany

Fan, Botschafter und Spieler: Moritz Leitner in der Kings League. Foto: Kings League Germany

Vorhang auf für die Kings League: Am Wochenende ist in Deutschland die dritte Kleinfeld-Fußballliga gestartet. Was in Spanien von Ex-Weltstar Gerard Piqué ins Leben gerufen wurde, erfreut sich längst in mehreren Ländern großer Beliebtheit. Das liegt am besonderen Konzept mit Fokus auf Entertainment, aber auch an prominenten Unterstützern wie Zlatan Ibrahimovic oder Neymar. Auch in Deutschland mischen bekannte Gesichter mit: In Funktionärsrollen sind etwa Bastian Schweinsteiger oder Mario Götze dabei. Und auch auf dem Platz tauchen bekannte Namen auf. Einer davon ist Moritz Leitner. Der Ex-BVB-Profi spricht im OM-Medien-Interview über die Faszination Kleinfeldfußball, seinen Freund aus Dinklage und die Hilfe von Sport Böckmann.

Hallo Moritz, du hast mit deinem Team „ERA Colonia“ am Wochenende die ersten beiden Kings-League-Spieltage in Köln erlebt. Das war ein ziemliches Spektakel, oder?
Ja, die Kings League ist ein Spektakel – deswegen war der erste Spieltag auch eins. Es ist einfach dem Projekt geschuldet: Es ist Fußball mit Entertainment. Kleinfeld, mit Eins-gegen-eins, Zwei-gegen-zwei. Ich glaube, da lässt nichts auf sich warten. Die Fußballer hatten Spaß, die Leute drumherum hatten Spaß, die Zuschauer hatten Spaß. Es war der erste Spieltag und es sind noch einige Sachen schiefgelaufen, aber das ist ganz normal, es ist ein neues Projekt. Aber es war geil und man kann sich noch freuen auf die nächsten Wochen.

Man merkt selbst aus der Ferne: Jeder hat Lust drauf und geht in der Halle voll mit. Ist das auch dein Eindruck?

Ja, hundertprozentig. Man kennt es ja auch aus Spanien. Ich hatte das Glück, dass ich schon in Mexiko dabei war bei der Klub-WM und dann in Mailand bei der Nationalmannschafts-WM. Was da aufgebaut worden ist weltweit, mit den ganzen Ligen, wo jetzt gespielt wird, ist unglaublich. Und für jeden Fußballer – egal ob er schon in der Champions League gespielt hat – ist es etwas Besonderes. Das beste Beispiel ist Sokratis: Er hat mich angerufen und gesagt: „Mo, was ist jetzt, kann ich vorbeischauen?“ Und jetzt spielt Sokratis, der mit mir in Dortmund gespielt hat, einfach in der Kleinfeldliga. Weil er einfach Bock drauf hat.

Lebt er auch in Deutschland? 
Nein, er lebt in Athen. Und in Athen gibt es die Liga noch nicht, deswegen hat er gesagt: „Komm, Mo, ich schau vorbei.“  

Ex-BVB-Kollegen wieder vereint: Moritz Leitner (links) und Sokratis Papastathopoulos. Foto: Kings League GermanyEx-BVB-Kollegen wieder vereint: Moritz Leitner (links) und Sokratis Papastathopoulos. Foto: Kings League Germany

Zwischen dem Announcement und dem Start der Kings League lag ja nicht viel Zeit. Und ihr brauchtet noch eine Ausrüstung. Da kam dann Sport Böckmann aus Holdorf ins Spiel…

Riesen-Kompliment an die Jungs. Ich habe da am Samstagabend kurz angefragt, ob sie uns für unsere ersten Einheiten noch ein paar Sachen basteln können, weil es echt alles kurzfristig war. Und Mittwochfrüh waren dann Trainingsklamotten mit Beflockung vor Ort. Also Weltklasse, das muss ich echt sagen. Einen großen Respekt an die Jungs da, sie haben einen super Job gemacht. 

Wie bist du selbst denn eigentlich zur Kings League gekommen? 

Ich bin ja schon länger dabei. Damals war es so, dass Pique mich haben wollte und gesagt hat: „Bitte schau dir die Kings League an, komm nach Mexiko und schau dir den World Cup an.“ Das habe ich dann auch gemacht und ich muss sagen: Ich hatte damals beim ersten Spieltag einfach Gänsehaut und habe gesagt: Genau das Ding ist es, ich will unbedingt mitspielen und das aufbauen und unterstützen und einfach mitleben. Und so kam der erste Kontakt zustande mit den Verantwortlichen dann auch in Deutschland. Seitdem sind wir im Austausch und haben es jetzt endlich geschafft, das Ding hier auf die Beine zu stellen.

Das heißt, du bist nicht nur als Spieler, sondern auch im Hintergrund engagiert?

Ja, also ich bin wirklich mit dabei. Ich unterstütze und helfe einfach im sportlichen Bereich ein bisschen – auch als Botschafter von der Kings League Deutschland. Das ist meine Aufgabe. Ich finde das Projekt unfassbar cool und liebe das Ding. Und alles, was ich mache, mache ich zu 100 Prozent oder gar nicht. Und das ist wirklich ein Projekt, wo ich richtig Bock drauf habe. 

Wie erklärst du dir die Begeisterung für den Kleinfeldfußball mit besonderen Regeln? Ist es näher an dem Fußball dran, in den man sich als Kind verliebt hat?

Definitiv, also das ist ja genau der Fußball, den man kennt als Junge. Einfach auf die Straße gehen. Und wenn du nicht genug Leute für ein Sechs-gegen-sechs hattest, dann hast du halt Zwei-gegen-zwei gespielt. Das gepaart mit der Unterhaltung, mit der großen Bühne, mit den ganzen Verantwortlichen, mit den ganzen Leuten – das ist einfach nur geil. Und wenn man mal überlegt, was für eine Reichweite wir da haben: In Mailand waren es über 100 Millionen Views. Das spricht dann, glaube ich, komplett für sich.

Live-Schalte zum Kings-League-Präsidenten: Gerard Pique verfolgte das Spektakel aus der Ferne. Foto: Kings League GermanyLive-Schalte zum Kings-League-Präsidenten: Gerard Pique verfolgte das Spektakel aus der Ferne. Foto: Kings League Germany

Es klingt ganz danach, als wäre der Kleinfeldfußball dein neues sportliches Zuhause…

Definitiv, sonst würde ich das nicht so mitgestalten. Das ist ein Projekt, wo ich richtig Spaß habe. Jetzt ist es ja noch nicht mal die richtige Saison. Wir spielen ein Qualifying für die Klub-WM in Paris am 1. Juni. Dafür qualifizieren sich die zwei besten Mannschaften aus Deutschland. Und bei der Klub-WM geht es wieder um eine Million Dollar. Da geht es gegen die besten Mannschaften aus Brasilien, aus Spanien, aus Italien, aus Frankreich, aus Südamerika. Und es gibt ein paar Wildcards für Vereine. Lamine Yamal hat zum Beispiel eine bekommen. Da wartet einiges auf uns. Wer kann schon behaupten, jedes Jahr internationale Projekte mit Klubmannschaften und einer WM zu bieten? Das hat selbst einen Mehrwert für Leute, die schon ein bisschen was gesehen haben – ich habe ja auch schon ein bisschen was erlebt. Aber auch andere. Wenn man sieht, wer involviert ist, ob es ein Kaka ist oder ein Neymar. Ibrahimovic ist auch dabei. Das sind natürlich Namen – die kennt die ganze Welt und die will die ganze Welt auch sehen.

Was macht die Kings League denn sportlich aus?

Im Endeffekt geht es um Fußball. Jeder, der Fußball spielen will, der lebt das Projekt. Weil das ist nicht einfach nur ein bisschen Kicken, sondern da musst du wirklich Qualität haben, du musst fit sein, du musst alles mitbringen. Klar, es ist ein Kleinfeld, aber die Regeln sind komplex, es ist schneller. Jeder Fehler wird bestraft. Man hat es gesehen: „Papa“ Sokratis ist zum Beispiel noch topfit. „Papa“ ist auch stark im Eins-gegen-eins. Da sieht man halt dann schon, dass er noch ein bisschen kicken kann. Ich will ihn jetzt nicht zu viel loben, nicht dass er dann nicht mehr Gas gibt. Aber „Papa“ war damals ja auch der schnellste Bundesliga-Spieler, bis Aubameyang kam. Also: Er kann schon kicken, vor allem auch in der Halle. Wenn er seinen Körper reinstellt, kommst du nicht mehr ran an den Ball. Deswegen habe ich ihn liebend gerne in meinem Team.

Das war ja auch auf dem Großfeld der Fall, ihr habt zusammen beim BVB gespielt. Wenn man dich so über die Kings League sprechen hört, gewinnt man den Eindruck: Du vermisst den anderen Fußball nicht. Stimmt das?
Wenn ich etwas vermisse, ist es natürlich die schwarz-gelbe Wand. Das muss man schon sagen. Aber ich bin jetzt keiner, der da irgendwie rumweint oder so, sondern ich freue mich auf die Sachen, die ich gerne mache.

Einige Sachen machst du ja auch gemeinsam mit deinem Freund Marvin Hammor aus Dinklage. Wie habt ihr euch eigentlich kennengelernt?
Wir kennen uns schon seit meiner Augsburger Zeit. Im Rahmen der Kings League in Mexiko war er auch involviert. Da habe ich übrigens auch seinen Bruder Timo kennengelernt. Marvin und ich sind Freunde. Wenn es was gibt, quatschen wir. Egal, ob im sportlichen Bereich oder etwas anderes. Wir unterstützen uns gegenseitig und wenn man mal was braucht, ist man da für den anderen. 

Standet ihr denn auch schon zusammen in der Halle auf dem Platz?
Mit Marvin habe ich noch nicht in der Halle gekickt – nur einmal auf dem Soccerplatz… aber als Wildcard kann ich ihn nicht gebrauchen.


Zur Person: Moritz Leitner

  • Der 32-jährige Fußballer stammt aus München
  • In seiner Karriere absolvierte er unter anderem 97 Bundesliga-Spiele für Borussia Dortmund, den VfB Stuttgart und den FC Augsburg
  • Mit dem BVB wurde er im Jahr 2012 Deutscher Meister und DFB-Pokalsieger
  • Außerdem spielte er für 1860 München, Lazio Rom, Norwich City und den FC Zürich
  • Seit 2024 engagiert er sich als Spieler und Botschafter für die Kings League, die 2022 von Gerard Piqué ins Leben gerufen wurde

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