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Michael Schönig und Jonas Westbrock meistern ihren ersten Ironman bravourös

Der Garreler und der Höltinghauser nahmen am Wettbewerb in Hamburg teil. Sie kennen sich zwar flüchtig aus ihrer Schulzeit, dass der jeweils andere in HH am Start war, wussten sie aber nicht.

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Geschafft: Jubelnd ballt Jonas Westbrock aus Höltinghausen im Ziel die Fäuste. Foto: Til Wagner

Geschafft: Jubelnd ballt Jonas Westbrock aus Höltinghausen im Ziel die Fäuste. Foto: Til Wagner

Michael Schönig (25) und Jonas Westbrock (24) haben viel gemeinsam. Beide besuchten in Cloppenburg das Clemens-August-Gymnasium (CAG), beide sind leidenschaftliche Fußballer, beide verließen vor einigen Jahren ihre Heimat. Schönig, der aus Garrel kommt, studiert derzeit in Göttingen, Westbrock – er hat seine Wurzeln in Höltinghausen – lebt und arbeitet in Berlin. „Wir kennen uns zwar flüchtig vom CAG und unser Freundes- und Bekanntenkreis überschneidet sich zum Teil, Kontakt zueinander hatten wir bislang aber nicht“, sagt Michael Schönig.

Kurios: Kürzlich erlebten er und Jonas Westbrock zeitgleich den Höhepunkt ihres sportlichen Lebens: In Hamburg meisterten sie zum ersten Mal einen Ironman – den härtesten Triathlon der Welt. Dass der jeweils andere auch am Start war, erfuhren die beiden „Eisenmänner“ erst hinterher.

„Es macht mich schon sehr, sehr stolz, dass ich den Ironman geschafft habe. Der Respekt und die Ehrfurcht vor dem Wettbewerb waren groß“, sagt Michael Schönig. Jonas Westbrock ist auch einige Tage nach dem Ironman noch hin und weg: „Das war der geilste Tag, den ich je erlebt habe.“

OM-Online hat mit den beiden Extremsportlern aus dem Kreis Cloppenburg über ihre Premiere bei einem Ironman gesprochen, den in der Hansestadt rund 100.000 Zuschauer verfolgten. Neben den fast 3000 Startern schwammen auch Schönig und Westbrock 3,862 Kilometer, fuhren 180,246 Kilometer Rad, liefen zum Schluss die Marathonstrecke über 42,195 Kilometer – und durften im Ziel die vier magischen Worte „You are an Ironman“ hören.

Viel Spaß: Lächelnd läuft Michael Schönig aus Garrel auf der Marathon-Strecke an seinen Fans vorbei. Foto: Martina SchönigViel Spaß: Lächelnd läuft Michael Schönig aus Garrel auf der Marathon-Strecke an seinen Fans vorbei. Foto: Martina Schönig

Michael Schönig (1385. Platz/Gesamtzeit: 12:53,16 Stunden): Der enorm ehrgeizige Garreler setzte sich vor vier Jahren das Ziel, einmal an einem Ironman teilzunehmen. Im Laufe der Zeit tastete sich Michael Schönig über einen Halbmarathon, Marathon und die Mitteldistanz eines Triathlons immer mehr an diese Aufgabe heran. „Ich habe es vielen erzählt und mich so selbst unter Druck gesetzt. Ich wollte es unbedingt schaffen.“

Nach Hamburg wurde Schönig von seiner Familie und einigen Freunden begleitet. „Als ich am Sonntag gegen 5 Uhr aufgestanden bin, um mich auf den Wettbewerb vorzubereiten, sind einige erst von der Reeperbahn ins Hotel zurückgekehrt“, sagt der 25-Jährige und lacht. „An der Strecke haben sie mich aber trotz der kurzen Nacht toll unterstützt.“

Michael Schönig. Foto: ©SchönigMichael Schönig. Foto: ©Schönig

Das Schwimmen in der Binnenalster konnte Michael Schönig nicht sonderlich genießen. „Ich habe einige Ellenbogen und Fäuste abbekommen, es ging ganz schön zur Sache.“ Auf dem Rad lief es deutlich besser, obwohl er wegen den warmen Temperaturen jede Menge Wasser zu sich nehmen musste.

Auf der abschließenden Laufstrecke sah er dann endlich seine Fans. „Die haben mich während der vier Runden krass angefeuert, das hat sehr geholfen. Ich habe mich richtig gut gefühlt und bin mit einem breiten Grinsen über die Ziellinie gelaufen – die Zeit war mir egal.“

Jonas Westbrock (900. Platz/Gesamtzeit: 11:33,25 Stunden): Der 24-Jährige kickte in Berlin zunächst noch beim früheren Bundesligisten Blau-Weiß 90, bevor er sich der Laufgruppe „Midnight Runners“ anschloss. „Dort traf ich auf Leute, die extreme Läufe absolvieren – und so kam eins zum anderen.“ 2019 übernahm er bei einem Triathlon über die Sprintdistanz kurzfristig den Startplatz einer verletzten Lauffreundin. „Einige Zeit später habe ich mich dann für den Hamburg-Triathlon 2021 angemeldet, der wegen Corona aber abgesagt und auf dieses Jahr verschoben wurde.“

Apropos Corona. Sechs Wochen vor dem Showdown Anfang Juni fing sich Jonas Westbrock selbst das Virus ein. „Ich hatte starke Symptome, das war schon ein herber Rückschlag in meiner Vorbereitung.“ Umso beeindruckender ist es, wie „locker und flockig“ er die drei Disziplinen bewältigen sollte.

Jonas Westbrock. Foto: ©WestbrockJonas Westbrock. Foto: ©Westbrock

Schon beim Schwimmen fühlte er sich bestens und spürte, „dass das heute mein Tag ist“. Auf dem Rad hatte er „super Beine“ und entdeckte später auf der Laufstrecke wie Michael Schönig einige Fans, die ihn „bewaffnet“ mit Ballons lautstark anfeuerten. „Meine Familie und meine Freunde haben mich richtig gepusht.“

So lief Westbrock wie im Rausch dem Ziel entgegen. Auf den letzten Metern gab er sich Mühe, seine Freudentränen zu unterdrücken. „Schließlich wollte ich auf dem Foto nicht verheult aussehen“, sagt Jonas Westbrock mit einem Augenzwinkern.

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