Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

„Magic“ knetet BVC-Kicker und Olympiasieger

Der Fußball bestimmt nicht sein Leben, ist aber doch fester Bestandteil für Oswald Johannes. Der Ex-Masseur der BVC-Kicker erlebte beim in die Insolvenz geratenen BV Cloppenburg weit bessere Zeiten.

Artikel teilen:
BV Cloppenburg 1992/93: Oben von links: Manfred Hellmann, Torsten Bünger, Alexander Woloschin, Dieter Middendorf, Frank Schlarmann, Reinhold Jüchter, Michael Klein. Mitte von links: Klaus Ebel, Albert Ostendorf, Jürgen Rosenboom, Frank Ammerich, Olaf Blancke, Benno Lüers, Ricardo Weihs, Oswald Johannes, Eckart Paradies, Gustav Lieck. Unten von links: Glenn Burger, Helmut Bünger, Martin Brundiers, Josef Post, Kai Schönfisch, Heiko Lahn. Foto: Archiv

BV Cloppenburg 1992/93: Oben von links: Manfred Hellmann, Torsten Bünger, Alexander Woloschin, Dieter Middendorf, Frank Schlarmann, Reinhold Jüchter, Michael Klein. Mitte von links: Klaus Ebel, Albert Ostendorf, Jürgen Rosenboom, Frank Ammerich, Olaf Blancke, Benno Lüers, Ricardo Weihs, Oswald Johannes, Eckart Paradies, Gustav Lieck. Unten von links: Glenn Burger, Helmut Bünger, Martin Brundiers, Josef Post, Kai Schönfisch, Heiko Lahn. Foto: Archiv

Die fußballerischen Wurzeln lagen bei „Ossi“ indes beim VfL Wildeshausen. Bereits in der D-Jugend kickte der junge Oswald beim VfL und schaffte gleich in seinem ersten Herrenjahr den Sprung in die damals in der Bezirksliga spielende erste Mannschaft. Dort allerdings erinnert er sich an seine erste Begegnung mit dem BV Cloppenburg mit durchaus gemischten Gefühlen. Gegen den seinerzeit dominanten BVC war ein Heimspiel im Krandel-Stadion angesagt. Gerd Kuper hieß der Gegenspieler des Youngsters, der beim 10:1-Sieg des BVC gleich sechs Treffer erzielte. „Danach war für mich in den nächsten zwei Wochen die zweite Mannschaft angesagt“, kann Johannes heute über die „Lehrstunde“ schmunzeln.

1980 verschlug es Johannes beruflich nach Cloppenburg. Selbstständig als Inhaber einer Massagepraxis geriet aktiver Fußball zur Nebensache. Trotzdem spielte er noch einige Jahre in der zweiten Mannschaft sowie bei den Altherren des BV Cloppenburg, bevor 1990 ein Kreuzbandriss seine Karriere beendete.

Fortan waren beim BVC seine medizinischen Fähigkeiten gefragt und Johannes erinnert sich noch gut an die Anfänge. „Andreas Schumacher hat Anfang der 90er Jahre den Leistungsfußball in Cloppenburg etabliert. „Ossi“ war gleich zu Beginn ein wesentlicher Bestandteil der damals so erfolgreichen Mannschaft. Er war weit mehr als Masseur, sondern so etwas wie der gute Geist der Truppe und nicht selten die Stimmungskanone nach den zumeist siegreich beendeten Spielen. Zusammenhalt und Kameradschaft, verbunden mit zünftigen Feten im Vereinslokal, waren damals angesagt.

Er ist einer der besten Physiotherapeuten der Liga“, lobte der damalige Präsident, Bernd Brockhaus, Oswald Johannes im März 1995 bei der Verleihung der silbernen Ehrennadel des BV Cloppenburg„Er ist einer der besten Physiotherapeuten der Liga“, lobte der damalige Präsident, Bernd Brockhaus, Oswald Johannes im März 1995 bei der Verleihung der silbernen Ehrennadel des BV Cloppenburg

Johannes hat da gleich einmal eine passende Anekdote von einer Partie in Hameln parat. „Als ich mit dem Eiskoffer zu einem verletzten Spieler aufs Feld gelaufen bin, hat mir Kapitän Manni Hellmann zugerufen, ich solle nicht so viel Eis benutzen, das würde noch für die Rückfahrt benötigt.“ Ebenfalls nachhaltig in Erinnerung sind ihm die Trainingslager im portugiesischen Albufeira geblieben. Auf die Fähigkeiten des von Mannschaft und Trainer nur noch „Magic“ gerufenen Johannes wurden auch andere an der Algarve-Küste weilende Sportler aufmerksam. So behandelte er im Hotel Alfa Mar die Olympiasieger Lars Riedel und Dieter Baumann.

Als Verbandsligameister qualifizierte sich die Mannschaft des BV Cloppenburg nach der Saison 1992/93 für die Aufstiegsrunde zur Oberliga. VfB Lübeck, FC St. Pauli II und SV Wilhelmshaven lauteten die Gegner der damals von Klaus Ebel trainierten Mannschaft. Johannes erinnert sich noch bestens an die entscheidende Partie. „Wegen eines Musikerfestes im Cloppenburger Stadion haben wir gegen St. Pauli in Löningen gespielt. Nach einem Tor von Torsten Bünger in der sechsten Minute führten wir 1:0.“ Cloppenburg rettete den knappen Vorsprung über die Zeit, doch im Parallelspiel zwischen Wilhelmshaven und Lübeck traf der VfB in letzter Sekunde zum 1:0-Sieg und sicherte sich punktgleich mit dem BVC durch bessere Tordifferenz den Aufstieg.

„Das war schon sehr emotional“, meint Johannes, der dann aber doch noch mit dem BVC eine Meisterschaft feiern durfte. Nach einem spannenden Titelrennen mit Atlas Delmenhorst sicherten sich die „Zebras“ im Jahre 1995 die Meisterschaft der Oberliga Niedersachsen/Bremen und stiegen in die Regionalliga Nord auf. Anfang 2000 folgte der Wechsel zum SV Wilhelmshaven. „Spiele bei Dynamo Dresden, Eintracht Braunschweig, Union Berlin, FC St. Pauli oder Fortuna Düsseldorf vor 20 000 oder 30 000 Zuschauern, das waren schon tolle Erlebnisse.“

2010 war dann auch das Kapitel SV Wilhelmshaven beendet. Untätiger Ruhestand ist beim 65-Jährigen indes keineswegs angesagt. Im Gegenteil: Reisen, Saunagänge sowie Nordic Walking lauten seine Hobbys, zudem ist da ja noch seine enge Verbundenheit zum Bundesligisten Werder Bremen. „Sie schaffen auch in dieser Saison wieder den Klassenerhalt. Danach müssten sie mal wieder einen richtig guten Stürmer verpflichten.“

Es muss ja nicht gleich einer vom Kaliber eines Gerd Kuper sein...

Der neue Newsletter für Friesoythe. Immer am Donnerstag das Wichtigste aus der Eisenstadt in ihrem Postfach. So verpassen Sie nichts mehr.  Jetzt hier kostenlos anmelden

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

„Magic“ knetet BVC-Kicker und Olympiasieger - OM online