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Lukas Fienhage: Knackiges Programm und ehrgeizige Ziele

Der 22 Jahre alte Speedway-Fahrer aus Brockdorf hat seinen Lebensmittelpunkt ins polnische Danzig verlegt. Er fährt künftig für Polonia Pila – und für Grindstedt in der 1. Liga Dänemarks.

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Mit Vollgas in die neue Saison: Lukas Fienhage (links) startet für Pila, Grindstedt sowie in der Langbahn-WM. Foto: Ubbo Bandy

Mit Vollgas in die neue Saison: Lukas Fienhage (links) startet für Pila, Grindstedt sowie in der Langbahn-WM. Foto: Ubbo Bandy

Nein, für einen Nebenjob als Fremdenführer für Touristen reichen die Infos über die neue Wahlheimat noch nicht ganz. Es sind ja auch gerade erst zwei Wochen vergangen. Aber ein paar markante Orte sowie Sehenswürdigkeiten hat Lukas Fienhage schon auf dem Schirm – die Altstadt am Fluss Motlawa, die Langgasse und den Neptunbrunnen, den Artushof und das Westerplatte-Denkmal. Nicht zu vergessen der Strand.

„Es ist schön hier, ich kann nicht klagen. Jetzt muss es nur noch ein paar Grad wärmer werden“, sagt der 22 Jahre alte Motorradsportler aus Brockdorf, der in diesem Frühjahr seinen Lebensmittelpunkt nach Danzig verlegt hat. Der Wechsel in die polnische Hafenstadt an der Ostseeküste hat sportliche Gründe, denn Fienhage fährt in der kommenden Speedway-Serie 2022 für den Zweitligisten Polonia Pila.

Zwischen Danzig und Pila liegen zwar rund 230 Kilometer, aber Fienhages Mechaniker, der sich um die drei Speedway-Maschinen des Ex-Langbahn-Weltmeisters kümmert, wohnt in Danzig. „Da ist es sinnvoll, dass ich auch hier bin. Es geht ja vor allem darum, die Kosten zu minimieren“, sagt Fienhage. Er weiß aus der Erfahrung des Vorjahres: Das Speedway-Geschäft ist hart. Nur wer punktet, kassiert auch Prämien – und das ist schwer zu planen.

Fienhage rechnet mit rund 60 Rennen bis Oktober

Fienhage, der im vergangenen Jahr für Gdansk Wybrzeze fuhr und bei seinem Ex-Klub nicht sonderlich erfolgreich war, freut sich auf die neue Herausforderung in Pila. Von einer „guten Wahl“ ist die Rede, er sei „sehr glücklich“ mit der Chance auf den Neustart in Polen. Die Speedway-Saison 2022 beginnt am 10. April.

Fienhage wurde mit offenen Armen empfangen. Pilas Klubpräsident Robert Sikorski sagte bei der Vorstellung des ersten Neuzugangs: „Lukas ist ein junger Fahrer. Seine letzte Saison war nicht sehr gut, aber ich bin überzeugt, dass er ein sehr wichtiges Mitglied in unserer Mannschaft sein wird. Wir müssen niemanden davon überzeugen, dass er die Fähigkeiten zum Fahren hat.“ Fienhage sagt über seine Speedway-Ambitionen in Pila: „Ich möchte möglichst viele Rennen fahren, konstant Punkte sammeln und ein fester Bestandteil des Teams sein.“

Neben seinem Engagement in Polen, wo Speedway hoch im Kurs steht, hat Fienhage noch ein zweites und drittes Standbein für die neue Motorsport-Saison. Er wird erstmals für einen dänischen Klub fahren – und zwar für Grindstedt in der Speedway-Superliga. Wie bekommt er das alles unter einen Hut? „In Polen wird samstags und sonntags gefahren, in Dänemark in der Regel mittwochs – das passt ganz gut“, so Fienhage. Bis Mitte Oktober rechnet der 22-Jährige mit rund 60 Rennen. „Das wird knackig, aber das ist auch gut so“, sagt der Brockdorfer, der in den letzten zwei Corona-Jahren auch auf diverse Bahnsport-Veranstaltungen verzichten musste.

Und dann ist da ja auch noch die diesjährige Langbahn-Weltmeisterschaft. Als Sechster der WM 2021 hat der Champion von 2020 einen festen Startplatz für die sechs Grand-Prix-Läufe ergattert. Los geht's am 18. Juni im polnischen Rzeszow, wo sich Fienhage im Herbst 2020 zum Weltmeister gekrönt hatte. Die Rennen zwei und drei steigen in Deutschland – und zwar am 3. Juli in Mühldorf sowie am 21. August in Scheeßel.

Grand Prix Nummer vier findet am 3. September im französischen Morizes statt, ehe Fienhage am 10. September im Reiterwaldstadion in Vechta erstmals in den Genuss eines Solo-WM-Heimspiels kommt. Roden in den Niederlanden ist dann am 25. September der Ausrichter des letzten WM-Rennens. „Klar würde ich die WM gerne wieder gewinnen“, sagt Fienhage: „Das Minimalziel ist eine Medaille.“ Die beiden Langbahn-Maschinen hat Fienhage nicht mit nach Danzig genommen. Vater Uwe kümmert sich daheim in Brockdorf um die Motorräder.

Speedway in Polen und Dänemark, dazu die Langbahn-WM und andere Rennen – viel Zeit für Heimatbesuche bleibt da wohl nicht. Umso mehr genoss Fienhage kürzlich eine Ehrung bei seinem Heimatverein AC Vechta. Und da konnte er auch schon ein bisschen die Werbetrommel für Danzig rühren.

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