Die 16-Jährige spielt mit dem SV Meppen in der Fußball-Bundesliga der B-Juniorinnen. Bei OM-Online spricht sie auch über die U17-Nationalelf und erzählt für welchen Klub sie nächste Saison aufläuft.
14 Tore in 15 Spielen: Laura Bröring spielt beim SV Meppen eine vorzügliche Saison. Foto: SV Meppen
Den Deutschen Meistertitel in einem „Finale dahoam“ holen – davon träumen Laura Bröring und ihre Teamkolleginnen vom SV Meppen seit vergangenem Samstag mehr denn je. Denn nach dem 1:1-Remis gegen den VfL Wolfsburg steht fest, dass die B-Juniorinnen Platz zwei in der Fußball-Bundesliga Nord/Nordost sicher haben und dadurch fürs DM-Halbfinale qualifiziert sind. Dort treffen die 16 Jahre alte Cloppenburgerin und der SVM am 27. Mai und 3. Juni sehr wahrscheinlich auf Bayer 04 Leverkusen, den Spitzenreiter der West/Südwest-Staffel. „Sollten wir uns hier durchsetzen, hätten wir im Endspiel Heimrecht“, sagt Laura Bröring. „Unser Trainer Mirko Wendland möchte von solchen Träumereien aber eigentlich nichts hören“, ergänzt sie und lacht.
Die Gymnasiastin, die derzeit die zehnte Klasse des Cloppenburger ULF besucht, spielt mit Meppen eine vorzügliche Serie. Zwei Spieltage vor Saisonende hat die Mannschaft in 16 Partien zwölf Siege eingefahren, dreimal Remis gespielt und nur beim Meister Sportvereinigung Aurich verloren (1:3). Dass es für die Emsländerinnen bislang so gut läuft, liegt insbesondere an Laura Bröring, die in 15 Partien nicht nur 14 Tore erzielte, sondern zudem auf und neben dem Platz eine Führungsrolle innehat. „Mir macht es viel Spaß, Verantwortung zu übernehmen, eine Vorbildfunktion zu haben und anderen zu helfen, das liegt mir.“
Die stellvertretende Spielführerin, die ihr Team in Vertretung der öfter verletzten Kapitänin Merith Funke in dieser Saison mehrere Male aufs Feld führte, agiert in dieser Serie häufig im zentralen Mittelfeld – mal offensiver, mal defensiver orientiert. „Dort habe ich öfter den Ball und mehr Kontrolle über das Spiel als auf Linksaußen, wo eigentlich meine Position ist.“
Oft nur mit unfairen Mitteln zu stoppen: Laura Bröring (links) absolviert mit Meppens B-Juniorinnen in der Bundesliga Nord/Nordost eine prima Saison. Foto: Daniela Heilker
Zwar ist Laura Brörings Fokus in diesen Tagen ganz auf die entscheidende Phase in der Bundesliga der B-Juniorinnen gerichtet, sie weiß allerdings schon, wie – und vor allem wo – es für sie im ersten Jahr bei den Frauen weitergeht: „Ich werde beim SV Meppen bleiben.“ Ob sie ab Sommer in der 1. Bundesliga gegen Topteams wie den vielfachen Deutschen Meister und Champions-League-Sieger VfL Wolfsburg, Bayern München oder Eintracht Frankfurt auflaufen darf, steht noch nicht fest. Denn: Meppen befindet sich in der höchsten deutschen Spielklasse in großer Abstiegsgefahr. „Egal, ob 1. oder 2. Liga – ich habe Meppen meine Zusage gegeben und freue mich schon auf den Frauenfußball.“
Seit Anfang dieses Jahres trainiert die 16-Jährige regelmäßig ein- bis zweimal pro Woche bei den Erstliga-Frauen mit. Kürzlich absolvierte Laura Bröring ihr erstes Testspiel, als der SV Meppen den niederländischen Erstligisten Excelsior Rotterdam mit 5:2 besiegte. „Dort ist das Tempo natürlich höher und es wird robuster gespielt. Man sagte mir aber, dass ich meine Sache gut gemacht habe. Die Erfahrungen, die ich bei den Frauen sammeln konnte, geben mir Selbstvertrauen.“
Obwohl es für das Cloppenburger Fußballtalent, das dank eines Zweitspielrechts in dieser Saison einige Male für die B-Jungs der JSG Emstek/Bethen/Höltinghausen kickte, weiter richtig gut läuft, gab’s vor einigen Monaten den ersten kleinen Rückschlag. Wenn nämlich am kommenden Sonntag die U17-EM in Estland beginnt, wird Laura Bröring, die 2022 vier Länderspiele absolvierte, im DFB-Kader fehlen. „Am Anfang hat es mich schon geärgert, dass ich nicht mehr dabei bin. Vor allem, weil man es mir nicht begründet hat.“
Mittlerweile ist die Enttäuschung aber längst verflogen und Laura Bröring blickt voller Vorfreude auf die kommenden Wochen. Auch wenn ihr Coach beim SV Meppen davon nichts hören möchte: Den Traum vom möglichen DM-Titel in einem „Finale dahoam“ wird sie sicher noch das eine oder andere Mal träumen.