Königsposition besetzt: Rasta Vechta holt Tommy Kuhse
Der 25 Jahre alte Point Guard aus Amerika wechselt von den Riesen Ludwigsburg nach Vechta. Auch die anderen BBL-Vereine sind fleißig auf dem Transfermarkt aktiv.
Carsten Boning | 27.06.2023
Der 25 Jahre alte Point Guard aus Amerika wechselt von den Riesen Ludwigsburg nach Vechta. Auch die anderen BBL-Vereine sind fleißig auf dem Transfermarkt aktiv.
Carsten Boning | 27.06.2023

Von Ludwigsburg nach Vechta: Rastas neuer Spielmacher Tommy Kuhse. Foto: Eibner/Sippel
Es ist unbestritten die Königsposition im Basketball. Der Point Guard ist der Taktgeber, der verlängerte Arm des Trainers. Seine Ideen sind gefragt, er sollte stets einen Blick für den Nebenmann haben, sein Gespür für den Moment muss passen – egal, wie hoch der Druck ist. Und im Zweifel sollte er auch selbst als Scorer in Erscheinung treten. Kurzum: Für den Teamerfolg ist es von großer Bedeutung, einen smarten, stressresistenten Anführer zu haben. Rasta Vechta hofft, so einen Point Guard jetzt gefunden zu haben. Der Aufsteiger in die 1. Basketball-Bundesliga gab am Dienstagnachmittag die Verpflichtung des Amerikaners Tommy Kuhse bekannt. Der 25-jährige Spielmacher kommt vom künftigen BBL-Gefährten MHP Riesen Ludwigsburg. Rastas Sportdirektor Gerrit Kersten-Thiele sagte zur Verpflichtung von Kuhse: „Wir verfolgen Tommy schon relativ lange. Jetzt mit dem Aufstieg in die BBL sind wir sehr froh, dass es geklappt hat.“ Der Manager hob die Vielseitigkeit des 1,88 m großen und 84 kg schweren Guards hervor und lobte zudem die Art, „wie er eine Mannschaft organisieren kann“. Man hätte Kuhse gerne auch schon früher verpflichtet, also in der vergangenen Saison, deutete Kersten-Thiele an. Aber erst jetzt, als Aufsteiger in die BBL, fand man zusammen. Kersten-Thiele ist sich sicher: „Das Potenzial, das er mitbringt, ist eine positive Sache für uns.“ Rastas Chefcoach Ty Harrelson erhofft sich von Kuhse „eine Art von Führung, die wir für die Point-Guard-Position gesucht haben“. Er habe Kuhses Entwicklung am Saint Mary’s College beobachtet, so Harrelson. Kuhse absolvierte zwischen 2017 und 2022 insgesamt 149 NCAA-Spiele für die Saint Mary’s Gaels. Und im letzten Sommer sah Rastas Trainerstab, wie Kuhse im Rahmen der NBA Summer League in Las Vegas im Trikot der Orlando Magic überzeugte (17,0 Punkte, 3,3 Assists und 3,0 Steals pro Partie). Harrelson sagt: „Wenn er die Zügel in der Hand hat, kann unser Team erfolgreich sein.“ Kuhse, geboren in Meza/Arizona, spielte nach der Summer League noch für die Austin Spurs in der NBA G-League, ehe er Mitte März in Ludwigsburg anheuerte. Für die Riesen absolvierte er zwölf BBL-Partien, sieben in der Hauptrunde, drei im Viertelfinale gegen Oldenburg und zwei im Halbfinale gegen Bonn. In Summe kam er auf 15:14 Minuten, 6,2 Punkte, 1,9 Rebounds sowie 2,7 Assists pro Spiel. Die drei Monate in Ludwigsburg hätten „viel Spaß gemacht“, sagt Kuhse: „Ich wusste, dass ich für eine ganze Saison in die BBL zurückkehren wollte, nachdem ich mich einigermaßen an den Basketball- und Lebensstil in Deutschland gewöhnt habe.“ Er habe für 23/24 nach einer Situation gesucht, „in der ich mich weiterentwickeln kann“, so Kuhse in der Hoffnung auf mehr Spielzeit und Verantwortung. Mit Blick auf Rasta ergänzt er: „Es scheint großartig zu passen.“ Anfang Juni habe er das ProA-Finale gegen Tübingen verfolgt, er sah ein „tolles Publikum in Vechta“. Er freue sich, nun Teil dieser Leidenschaft zu sein. Tommy Kuhse, der einen Vertrag für eine Serie unterzeichnete, ist Rastas zweiter Neuzugang nach Center Nat-Sidi Diallo, der vom BBL-Absteiger Bayreuth kommt, ausgestattet mit einem Kontrakt bis 2025. Rasta hat nun sechs Spieler unter Vertrag, darunter mit Joel Aminu, Joschka Ferner, Chavares Flanigan und Ryan Schwieger vier Profis aus der ProA-Meistermannschaft. Parallel zu Rastas Personalpuzzle gab’s in den letzten Tagen einige News von BBL-Gefährten. Vizemeister Bonn fand in Roel Moors einen neuen Trainer. Der Belgier, zuletzt bei der BG Göttingen aktiv, ist Nachfolger von Tuomas Iisalo. Moors muss beim Champions-League-Sieger ohne Karsten Tadda planen, der Guard kehrt nach Bamberg zurück. Die Hamburg Towers vermeldeten die Abgänge von Len Schoormann (Oldenburg), Yoeli Childs (Saga Ballooners/Japan), Anthony Polite (CB Breogan) und Ziga Samar (Alba Berlin). Als Neuzugang in Hamburg ist William Christmas von den Artland Dragons im Gespräch. Pokalsieger FC Bayern beorderte seine Leihspieler Nelson Weidemann (Chemnitz) und Danko Brankovic (Mega Belgrad) zurück nach München. Zan Mark Sisko, seit 2019 bei den Bayern, verließ indes den Klub in Richtung Spanien (Breogan). Für Oldenburg ist Schoormann bereits der vierte Neuzugang nach Ebuka Izundu, Charles Manning und Kyle Foster. Die Niners Chemnitz holten unterdessen US-Guard Deandre Lansdowne zurück in die BBL. Der 34-Jährige, von 2017 bis 2019 in Braunschweig, spielte seit 2020 für SIG Straßburg.Rastas bisheriger Kader für die Saison 23/24
Kuhse kommt mit Playoff-Erfahrung nach Vechta
Rastas Point Guards in der 1. Basketball-Bundesliga
Roel Moors folgt auf Iisalo beim Vizemeister Bonn
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