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Julia Middendorf ist „OV-Sportlerin des Jahres 2021“

Die 19 Jahre alte Tennisspielerin aus Dinklage siegte zum vierten Mal in Serie. Das schafften vor ihr nur zwei Sportlerinnen. Mehr dazu und alles zur Damen-Wahl 2021 lesen Sie hier.

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OV-Sportlerin des Jahres 2021: Julia Middendorf präsentiert daheim in Dinklage den Pokal und die Urkunde. Foto: Schikora

OV-Sportlerin des Jahres 2021: Julia Middendorf präsentiert daheim in Dinklage den Pokal und die Urkunde. Foto: Schikora

Das Zeitfenster für die kleine Ehrungszeremonie in den eigenen vier Wänden war von Anfang an nicht allzu groß – und es wurde von Tag zu Tag kleiner. Der Grund war erfreulich: Julia Middendorf hatte es bei den „Burg-Wächter Ladies Open“, einem ITF-Tennisturnier im rheinland-pfälzischen Altenkirchen, bis ins Doppel-Halbfinale geschafft. Nach dem Aus sollte es schnell zurück in die Heimat gehen. Aber: „Ylenia“ und „Zeynep“, die Sturmtiefs der letzten Tage, hatten auch den Bahnverkehr rund um den Westerwald torpediert. Und so stand die 19 Jahre alte Dinklagerin anderthalb Stunden auf dem zugigen Bahnhof Au/Sieg, aber nichts passierte.

Nach langem Hin und Her brachte sie der Turnier-Shuttle zum Flughafen Köln/Bonn, und von dort wurde sie abgeholt. Zu Hause angekommen, wartete der unspektakuläre Alltag einer Reisenden in Sachen Tennis. Tasche auspacken, Klamotten waschen, Tasche packen. Am nächsten Vormittag ging's wieder zum Flughafen Düsseldorf. Das Ziel: das ITF-Turnier in der tunesischen Küstenstadt Monastir, mit einem Zwischenstopp in Paris.

Immerhin: Zwischen all dem Trubel konnte Julia Middendorf mit einem breiten Grinsen im Gesicht einen „sehr schönen Pokal“ in Empfang nehmen. Denn: Sie ist die „OV-Sportlerin des Jahres 2021“. Bei der Abstimmung der OV-Sportredaktion setzte sie sich mit dem Maximum von 40 Punkten an die Spitze der Top 10 bei den Damen – und das zum vierten Mal in Serie.


OV-Sportlerin des Jahres 2021

  • 1. Julia Middendorf (Tennis/40 Punkte), 2. Vivien Endemann (Fußball/35), 3. Madita Kohorst (Handball/33), 4. Luca Vodde (Handball/26), 5. Katharina Stark (Leichtathletik/21), 6. Malea Sprehe (Basketball/20), 7. Lera Miller (Leichtathletik/16), 8. Lena Hubbermann (Sportschießen/14),  9. Inga Hintze (Triathlon/9),  10. Hannah Yasar (Turnen/6).

Ein Kunststück, das vor ihr in der nunmehr 28-jährigen Historie der OV-Sportler-Wahl nur Schwimmerin Marianne Hinners (viermal in Folge/1995 bis 1998) sowie Dressurreiterin Kristina Bröring-Sprehe (sechsmal in Folge/2011 bis 2016) geschafft hatten. Von einer Routine will Julia Middendorf aber nichts wissen. „Es ist jedes Jahr aufs Neue schön“, sagt sie und ergänzt: „Ich bin ja total heimatverbunden. Und dass es hier geschätzt wird, was man so erreicht, bedeutet mir sehr viel. Die Leistungen der anderen Sportlerinnen sind ja auch top. Da vorne zu landen, ist echt toll.“

Dazu passt eine Anekdote aus dem vergangenen Frühjahr. Julia Middendorf, die vor ihrer Titelserie bei der OV-Sportler-Wahl dreimal in Folge Zweite war (2015 bis 2017), hatte Besuch von einem TV-Team, das für den Streamingdienst DAZN einen Beitrag für die DTB-Talent-Serie „Pathbreaking“ drehte. Nach ihrem Erfolg beim großen WTA-Turnier „Porsche Tennis Grand Prix“ in Stuttgart, wo sie völlig überraschend die Qualifikation gemeistert und im Hauptfeld der Weltranglisten-27. Anett Kontaveit aus Estland einen beherzten Kampf geliefert hatte, wurde sie nach ihrer wichtigsten Trophäe gefragt. Und sie antwortete mit dem Verweis auf die OV-Sportler-Wahl-Pokale.

Julia Middendorf blickt auf ein „sehr emotionales Jahr“ zurück; verbunden mit der Tatsache, mit 2021 „super zufrieden“ zu sein. Stuttgart war so ein Gänsehaut-Moment, vor allem der pompöse Einmarsch auf dem Centre Court.

Und dass sie sich nach jahrelanger Quälerei auf der „Juniors Tour“ des Weltverbandes ITF den Traum vom Start bei den Junior Grand Slams erfüllen konnte, „kann mir auch keiner mehr nehmen“, so die Dinklagerin. French Open, Wimbledon und US Open – drei Etappen eines bemerkenswerten Jahres. Dass sie sich in Paris, London und New York mehr ausgerechnet hatte, gibt sie offen zu. „Aber die wertvollen Erfahrungen bleiben“, sagt sie. Und die ersten Auftritte auf den großen Tennis-Bühnen dieser Welt sind „Ansporn für die Zukunft“.

Ein weiterer Höhepunkt war die U-18-Europameisterschaft in Klosters in der Schweiz. Zusammen mit Mara Guth gewann sie den Doppel-Titel, also EM-Gold. „Wir haben so viele Turniere zusammen gespielt. Dass wir dann in unserem letzten Juniorinnen-Jahr bei der Europameisterschaft gewinnen, ist einfach nur schön“, sagt Julia Middendorf.

Das neue Jahr auf der „Women's Tour“ der ITF geht sie selbstbewusst an – wohl wissend um die Tatsache, dass sie abermals viel Geduld und Ausdauer braucht, um im Ranking voranzukommen. „Der Weg nach oben ist sehr lang. Das Jahr kann auch richtig zäh werden, das weiß ich“, erklärt Julia Middendorf. Dagegen war die Rückreise aus Altenkirchen noch ein Klacks.

Hinter Julia Middendorf landeten Fußballerin Vivien Endemann und Handballerin Madita Kohorst auf den Plätzen zwei und drei. Das Treppchen ist damit wieder fest in Dinklager Hand. Mehr noch: Erstmals in der Geschichte der Wahl sind die Top 3 der Damen absolut identisch mit denen aus dem Vorjahr.

Vivien Endemann (20) spielt für die SGS Essen in der 1. Bundesliga und hat inklusive ihrer Zeit beim SV Meppen bereits 34 Einsätze im Oberhaus auf ihrem Konto. Für Essen absolvierte die Stürmerin 2021 zwölf Partien in der 1. Liga (vier Tore) sowie zwei DFB-Pokal-Spiele.

Madita Kohorst machte indes den nächsten Karrieresprung: Die Torfrau aus Wulfenau wechselte innerhalb der 1. Bundesliga von der TuS Metzingen zum Meister Borussia Dortmund, wo die 25-Jährige mit guten Leistungen überzeugte und auch ihr Debüt in der Champions League feierte.

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